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Finanzskandal

Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits

08.09.2009 | 11:21 Uhr
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits

Dortmund. Nach der Bekanntgabe des riesigen Haushaltslochs in Dortmund gerät Noch-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer immer mehr in die Defensive. Kämmerin Christiane Uthemann soll gehen und hat sich bereits krank gemeldet.

Radikaler Kurswechsel im Dortmunder Rathaus: Unter dem Eindruck der Haushaltslüge durch den amtierenden Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer und Stadtkämmerin Christiane Uthemann ziehen SPD und Grüne nun doch einen Nachtragshaushalt in Betracht. Außerdem drängt Rot-Grün auf personelle Konsequenzen: Langemeyer wird unmissverständlich aufgefordert, die Kämmerin „mit sofortiger Wirkung” von ihren Aufgaben zu entbinden.

Damit hat die neue rot-grüne Ratsmehrheit den noch bis zum 20. Oktober gewählten SPD-OB Langemeyer praktisch kaltgestellt. Kulturdezernent Jörg Stüdemann (SPD) hat die Verantwortung für die Stadtfinanzen bereits gestern übernommen. Uthemann (54) hatte sich am Morgen krank gemeldet – wie es hieß „auf unbestimmte Zeit”.

Grüne sprechen Sierau von Verdacht frei

Wurde der Druck zu groß? Kämmerin Christiane Uthemann hat sich krank gemeldet. Foto: Horst Müller

Pikant: Stüdemann war Mitbewerber um die OB-Kandidatur, als die Dortmunder SPD-Spitze im Herbst 2008 gegen Langemeyer putschte. Später zog er in einer parteiinternen Abstimmung gegenüber seinem damaligen Herausforderer Ullrich Sierau den Kürzeren. Als Dezernent für Kultur, Sport und Freizeit ist Stüdemann von der am Tag nach der Wahl verkündeten Haushaltssperre besonders betroffen. Gestern kündigte er bereits Kürzungen am Budget für die Kulturhauptstadt 2010 an.

Langemeyers Nachfolger Ullrich Sierau (SPD) sprechen die Grünen übrigens von jeglichem Verdacht frei. Sierau habe glaubhaft versichert, dass er vor der Kommunalwahl nichts von der Haushaltssperre und dem Millionen-Loch im Dortmunder Etat gewusst habe, hieß es gestern in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Fraktionen von SPD und Grünen. Sierau steht seit Tagen schwer unter Druck. CDU und FDP werfen dem Stadtdirektor und stellvertretenden Verwaltungschef vor, er habe die Haushaltslüge mitgetragen.

Steht ebenfalls seit Tagen in der Schusslinie: Langemeyer-Nachfolger Ullrich Sierau. Foto: Franz Luthe

 Wiederholt hatte Sierau beteuert, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben, „auch wenn das schwer vermittelbar” sei. „Ich werbe dafür, gemeinsam mit dem Regierungspräsidenten darüber nachzudenken, wie ein Nachtragshaushalt aussehen kann”, sagte Sierau der WAZ. Er wolle keinen Grabenkrieg mit Arnsberg, sondern im Interesse der Stadt eine Zusammenarbeit. Ein Nachtragshaushalt legt alle Zahlen offen und macht Einsparvorschläge. Die Arnsberger Bezirksregierung muss ihn genehmigen. Bisher war der Dortmunder Haushalt nur „anzeigepflichtig”.

Parteiordnungsverfahren gegen Langemeyer im Gespräch

Gerhard Langemeyer gerät in der Dortmunder SPD derweil immer weiter ins Abseits. Als am Montag nach der Kommunalwahl der geschäftsführende Vorstand tagte, erwähnte Langemeyer nach WAZ-Informationen mit keinem Wort, dass er nur wenige Stunden später eine Haushaltssperre verkünden würde. Die anderen Vorstandsmitglieder erfuhren davon teilweise erst am anderen Tag. In der ersten Erregung wurde ein Parteiordnungsverfahren gegen Langemeyer ins Spiel gebracht. Dass es bislang nicht weiter verfolgt wurde, mag auch damit zusammenhängen, dass die Bundes-SPD knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl überhaupt kein Interesse daran hat, dass ihre Herzkammer noch mehr flimmert also ohnehin schon.

Eine Einflussnahme aus Berlin dementierte am Montag Dortmunds Parteichef Franz-Josef Drabig. Über ein solches Ordnungsverfahren entscheide eine Schiedskommission vor Ort, da habe die Bundespartei nicht mitzureden. Darüber hinaus sei der Ruf nach einer Strafe gegen Langemeyer keine Mehrheitsmeinung. Allerdings räumte Drabig ein, dass das Ergebnis in Dortmund durchaus Symbolwirkung bei der Bundestagswahl entfalte.

Tobias Bolsmann, Michael Kohlstadt, Rolf Maug

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Kommentare
08.09.2009
20:43
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Dora | #33

Die müßte man echt alle aus der Stadt jagen. Und die Grünen gleich dazu - echt widerlich, wie die sich jetzt anbiedern und den Kopf gar nicht tief genug in den Hintern der Wahlbetrüger versenken können.

08.09.2009
14:12
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von jens daniel | #32

Ein Kaiser ohne Kleider.
Was sich in der Dortmunder Politik abspielt ist keine Provinz-Posse, sondern ein Armutszeignis für die Sozialdemokraten.
Was bleibtist die Erkenntnis Mittelmass beherrscht die Politik in dieser Stadt.

08.09.2009
14:02
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Hans Dampf | #31

Ein Loch ist im Haushalt lieber Gerhard,
lieber Gerhard,
ein Loch ist im Haushalt lieber Gerhard,
ein Loch.

Dann stopf es lieber Ulli, lieber Ulli, lieber Ulli,
dann stopf es lieber Ulli, lieber Ulli mach es zu.

08.09.2009
11:18
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Ouroboros | #30

Mit Wahlbetrügern koaliert man nicht

08.09.2009
11:14
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Ouroboros | #29

fällt, sorry

08.09.2009
11:13
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Ouroboros | #28

was fällte denn den GrÜNEN ein, so mir nichts dir nichts dem neuen OB einen freibrief auszustellen. ist das buckeln vor der SPD, pfui. Abwarten wäre besser gewesen.
ich dachte ihr wäret klug - man wird immer enttäuschter.

08.09.2009
09:53
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von Sehhofer | #27

#Salatkopp......... dem ist nichts hinzuzufügen!!! Wie sagen doch die Genossen: Die Anderen sind auch nicht besser und wählen wieder SPD.

08.09.2009
09:45
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.09.2009
09:06
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von trendsetter | #25

Na, ja, kam eben alles plötzlich und unerwartet, nicht wahr? :-)

08.09.2009
08:33
Dortmunder OB Langemeyer gerät ins Abseits
von mut | #24

sind ja nur steuergelder! erhöht man halt mal eben die kindergartenbeiträge und kürzt in den schulen und kindergärten. wat solls!
das dumme volk wählt uns eh immer wieder.

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