Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Berufung

Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer

07.04.2009 | 16:18 Uhr

Bagdad. Seine Berufung hatte Erfolg: Muntaser el Saidi, wegen seines Schuhwurfes auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush verurteilt, muss statt drei Jahren doch "nur" ein Jahr ins Gefängnis. Ein Gericht in Bagdad setzte das Strafmaß herab, weil der Journalist nicht vorbestraft ist.

Diese Szene machte Muntaser el Saidi weltberühmt: Bei einer Pressekonferenz warf er mit seinem Schuh nach George W. Bush, der ausgezeichnete Reflexe bewies und sich wegduckte. (Foto: afp)

Der wegen seines Schuhwurfs auf den damaligen US-Präsidenten George W. Bush verurteilte Iraker muss statt der ursprünglich verhängten drei Jahren doch nur ein Jahr in Haft bleiben. Ein Berufungsgericht habe die Strafe gegen den Fernsehjournalisten Muntaser el Saidi entsprechend herabgesetzt, sagte dessen Anwalt, Dhija el Saadi, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Grund für die Verkürzung sei unter anderem gewesen, dass Saidi nicht vorbestraft sei. Außerdem führe sich sein Mandant im Gefängnis gut.

Saidi war im März zu von einem Gericht in der Hauptstadt Bagdad zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Journalist hatte auf nicht schuldig plädiert und Berufung angekündigt. Bei einem Bush-Besuch Mitte Dezember hatte Saidi auf einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung des damaligen US-Präsidenten geworfen und dabei gerufen: "Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!" Bush duckte sich weg und wurde nicht getroffen. In der arabischen Welt war Saidis Aktion bejubelt worden. (afp)

Mehr zum Thema:

DerWesten

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
08.04.2009
12:52
Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer
von akin | #7

ich finde es aber auch heftig, wenn man überlegt das hier vergewaltiger, schänder etc scherzstrafen bekommen und auf bewährung ist für einen Schuhwurf ein Jahr Gefängnis nicht ohne.

08.04.2009
06:42
Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer
von SuppeWirdNurHeißGekocht | #6

Ne, nix mit Bewährung. Das ist da nicht wie in Deutschland ...

08.04.2009
06:04
Blockierter Kommentar.
von carolin.voss | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.04.2009
00:33
Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer
von dasKollektiv | #4

hat der Schuh wenigstens eine Stahlkappe gehabt?

08.04.2009
00:20
Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer
von Evald | #3

Die Höhe der Strafe in der ersten Instanz war auch wirklich ein Witz.
Ein Jahr (Bewährung?) ist immer noch zu viel.
M.E. hätte es eine symbolische Strafe auch getan, weil man nach Staatsoberhäupten, -präsidenten eben nicht mit Schuhe werfen sollte. auch nciht, wenn es (das Oberhaupt) es auch verdient hätte.

08.04.2009
00:13
Doch nur ein Jahr Haft für Schuhwerfer
von immerNett. | #2

Schade, dass der Schuhwerfer nur daneben geworfen hat, denn hätte er getroffen dann hätte er den Friedensnobelpreis verdient!

07.04.2009
22:09
Blockierter Kommentar.
von carolin.voss | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/207365/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 4 Kommentare 4
Bruder von chinesischem Bürgerrechtler Chen aufgetaucht
Menschenrechte
Der Bruder des blinden chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng ist nach Angaben eines Menschenrechtsanwalts in sein Dorf im Osten Chinas zurückgekehrt. Chen war in der vergangenen Woche nach Peking gereist. Kurz darauf verschwand er.