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Zeitarbeit

Doch kein Gesetz zur Gleichstellung der Leiharbeiter

18.07.2012 | 08:46 Uhr
Doch kein Gesetz zur Gleichstellung der Leiharbeiter
Arbeitgeber müssen auch in Zukunft Leiharbeiter nicht gleich bezahlen und behandeln wie die fest Angestellten. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält ein Gesetz für verzichtbar, tarifliche Regelungen für einzelne Branchen reichen aus ihrer Sicht. Foto: dapd

Berlin.   Nach den jüngsten Tarifabschlüssen in der Zeitarbeitsbranche will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) das geplante Gesetz auf Eis legen. Die Ministerin setzt auf weitere Tarifeinigungen für Leiharbeiter.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihr Vorhaben für ein Gesetz zur Gleichstellung von Leiharbeitern vorerst auf Eis gelegt. Grund seien die zuletzt erreichten Tarifabschlüsse, die die Stellung von Zeitarbeitern deutlich verbesserten, sagte die Ministerin dem „Handelsblatt“ vom Mittwoch.

Sie habe „großen Respekt davor, was die Tarifparteien der Zeitarbeit-Branche gerade für die Branchen Stahl, Metall/Elektro und Chemie vereinbart haben: Ansteigende Branchenzuschläge für Zeitarbeiter, die ganz dicht an gleiche Löhne für Zeit und Stammkräfte heranreichen“, sagte die Ministerin.

Fast das Niveau der Festangestellten

Arbeitnehmer und Arbeitgeber hatten sich in diesen Branchen geeinigt, dass die Löhne von Zeitarbeitern stufenweise mit der Dauer des Einsatzes steigen. Damit sollen sie bei langen Einsätzen fast das Niveau der Löhne ihrer festangestellten Kollegen erreichen. Solche tariflichen Lösungen hätten aus ihrer Sicht „Vorfahrt“, sagte von der Leyen. Ebenso begrüße sie es, dass ähnliches jetzt in anderen Branchen wie Gesundheit, Druck, Logistik und Verkehr vorbereitet werde.

Der gesetzliche Zwang, Zeitarbeitskräfte nicht nur beim Einkommen gleich zu behandeln wie die Stammbelegschaft, erübrigt sich damit aus ihrer Sicht. Ebenso erteilte sie Forderungen nach einer gesetzlichen Höchstverleihdauer für Zeitarbeiter eine Absage.

Im November wird die Wirksamkeit überprüft

Die Ministerin vereinbarte nach eigenen Angaben mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Montag, „dass es ein Monitoring dieser tarifpolitischen Entwicklungen geben soll“. Das heißt: Im November solle dann überprüft werden, ob sich Einigungen bewährt hätten und auch nicht tarifgebundene Arbeitgeber entsprechend mitzögen. (afp/dapd)

Kommentare
18.07.2012
19:56
Doch kein Gesetz zur Gleichstellung der Leiharbeiter
von meinemeinungdazu | #10

#9:
Genau darum schaffen die Rot-Grünen den Durchbruch nicht mehr. Die früheren SPD-Wähler sind doch massiv verraten worden, bis heute. Es nützt der...
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1 Antwort
Doch kein Gesetz zur Gleichstellung der Leiharbeiter
von mightymouse | #10-1

Das ist der Ist-Zustand.

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2012-07-18 08:46
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