Diskussion um die richtige Vorsorge

Berlin..  Die Krankenkassen wollen die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs neu ausrichten. Nach ihrem Willen soll der neue HPV-Test (Humane Papillomaviren-Test) die bisherige Methode ablösen und auch von den Kassen bezahlt werden. Zudem sollen die Kassen Frauen aktiv zur Vorsorge einladen und es nicht mehr deren Eigeninitiative überlassen, sagte der Vorsitzende der Ersatzkasse Barmer GEK, Christoph Straub, in Berlin.

Humane Papillomaviren gelten als wichtigster Risikofaktor für den Gebärmutterhalskrebs. Jährlich erkranken in Deutschland rund 5000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1600 sterben daran – eine im weltweiten Vergleich niedrige Rate.

Mädchen zwischen neun und 14

Zwischen Krankenkassen (GKV) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) gibt es Meinungsverschiedenheiten über die Methode. Die Kassen bevorzugen den HPV-Test für Frauen zwischen 30 und 60. Dieser erkenne bösartige Zellveränderungen früher und gebe länger Sicherheit über das Risiko. Die Ärzte hingegen bestehen laut Barmer darauf, dass der gängige konventionelle Test (Pap-Abstrich) grundsätzlich angewandt wird. Und das alle zwei Jahre. Der HPV-Test solle lediglich eine zusätzliche Option sein.

HPV-Test und HP-Impfung bildeten ein Konzept, das Frauen besser schützen würde, sagte Straub. Empfohlen werde die Impfung von der Impfkommission derzeit für Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, bis 17 Jahre sollten die Impfungen spätestens nachgeholt werden.