Digitales und Bildung im Blick

Düsseldorf..  NRW startet 2015 eine Kampagne „Duale Ausbildung“. Damit soll die duale Berufsausbildung als gleichwertige Perspektive neben dem Studium herausgestellt werden. Mit einer Digital- und Bildungsoffensive will Rot-Grün in den zweieinhalb Jahren bis zur Landtagswahl 2017 punkten. Das unterstrichen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihre Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne) beim traditionell gemeinsamen Auftritt zum Jahresauftakt. Zwei Drittel des Koalitionsvertrages von 2012 seien abgearbeitet. Dies sollen zentrale Themen der restlichen Amtszeit sein:


Breitband-Garantie: Rot-Grün will bis 2018 in NRW eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet sicherstellen. Mitte 2014 waren 70,7 Prozent aller Haushalte mit einer Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit pro Sekunde ausgestattet. Hierfür erhalten die Kommunen in den ländlichen Regionen vom Land rund 60 Millionen Euro. Zudem sollen die Einnahmen aus der Versteigerung der 700-Megahertz-Frequenzen, mindestens 100 Millionen Euro, vollständig in den Internet-Ausbau in NRW fließen.


Datensicherheit: NRW will zu einem Forschungszentrum für IT-Sicherheit wachsen. 1000 Forscher sollen in einem landesweiten Netzwerk für mehr Sicherheit in der digitalen Welt arbeiten. Führend auf diesem Gebiet ist bereits ein Institut der Universität Bochum mit 100 Wissenschaftlern. W-LAN-Ausbau: Rot-Grün will die Digitalisierung des öffentlichen Raums fördern. W-LAN in Fußgängerzonen und „digital Lounges“ in öffentlichen Gebäuden sollen zum Standard werden. Bislang hakt es beim Ausbau des drahtlosen Internets an Finanz- und Haftungsfragen.


E-Government: NRW soll bis 2022 eine vollständige elektronische Landesverwaltung erhalten. Grundlage ist ein E-Government-Gesetz, das der Landtag in diesem Jahr beschließen will. Bürger sollen alle Behördenkontakte mit dem Land dann grundsätzlich online erledigen können.

Digitaler Verkehr: 60 neue elektronische Hinweistafeln auf den Autobahnen 2, 42 und 40 sollen Staus im Ruhrgebiet verhindern helfen. Bis 2020 will NRW 30 Millionen Euro in 100 digitale Verkehrsschilder investieren.


Lehrerausbildung: NRW plant eine Gesetzesreform, damit angehende Lehrer grundsätzlich besser auf die Integration von behinderten und lernschwachen Kindern in Regelschulen (Inklusion) vorbereitet werden. Zudem soll die Stärkung der Medienkompetenz größeren Raum in der Ausbildung einnehmen.

Turbo-Abitur: Zum Schuljahr 2015/16 sollen zahlreiche Entlastungsmaßnahmen beim Turbo-Abitur greifen. Dabei geht es um weniger Hausaufgaben, Prüfungen und Nachmittagsunterricht für Schüler, die nach zwölf Jahren die Abiturprüfung ablegen.


Islamischer Religionsunterricht: 64 Lehrer erteilen bereits heute 6500 Kindern an landesweit 92 Schulen islamischen Religionsunterricht. Um mehr Lehrkräfte zu gewinnen, bietet die Bezirksregierung Köln ab Februar einen einjährigen Zertifikatskurs für Pädagogen an.

Ausbildung: Bis Ende 2018/19 sollen über 500 000 Schüler der Klassen 8 bis 10 eine systematische Berufs- und Studienorientierung durchlaufen haben, um die Zahl der unversorgten Abgänger zu mindern. Zurzeit werden bereits 200 000 Schüler in dem Projekt „Kein Abschluss ohne Anschluss“ beraten.


Duale Ausbildung: NRW startet 2015 eine Kampagne „Duale Ausbildung“. Damit soll die duale Berufsausbildung als gleichwertige Perspektive neben dem Studium herausgestellt werden. Offenbar sehen viele Eltern die Chance nicht, dass auch nach der Lehre ein Studium möglich ist.

Vergaberecht: Das umstrittene Tariftreue- und Vergaberecht soll entschlackt werden, damit Firmen bei öffentlichen Aufträgen weniger Bürokratie bewältigen müssen. „Es gibt kritische Rückmeldungen, die wir aufnehmen werden“, kündigte Kraft an.

Alten- und Pflegepolitik: NRW unterstützt die Kommunen bei der Entwicklung altengerechter Quartiere. Stationäre Pflegeheime erhalten Unterstützung beim Aufbau einer professionellen Sterbebegleitung. Ziel ist eine Vernetzung mit ambulanten Palliativ- und Hospizteams..