Diese Fürsorge nervt

Mit ihrem Vorstoß will das EU-Parlament den Alkoholmissbrauch eindämmen.
Mit ihrem Vorstoß will das EU-Parlament den Alkoholmissbrauch eindämmen.
Foto: Tobias Hase

Der Staat meint es natürlich gut mit uns, wenn er uns ständig erklärt, was gesund ist für uns und was nicht, was wir tun sollen und was wir besser lassen. Aber ehrlich gesagt: Diese fürchterliche Fürsorge, diese präsidiale Pädagogik, diese erdrückende Besserwisserei macht mich krank. Sind wir lebensunfähig?

Alkohol in rauen Mengen ist ungesund, im schlimmsten Fall sogar tödlich. Das ist keine originelle Erkenntnis und hat sich auch bis zu denen herumgesprochen, die trotzdem trinken, weil sie es wollen oder nicht ­anders können.

Alkoholkranken hilft man aber nicht mit oberlehrerhaften Aufklebern auf Schnapsflaschen, Preiserhöhungen und Werbeverboten, sondern mit Therapien. 16-Jährigen kann man sagen, dass Saufen nicht sexy ist – wirksamer aber ist es, den mangel­haften Jugendschutz beim Verkauf zu sanktionieren.

Nein, das ist kein Plädoyer für hemmungslose Be­säufnisse. Aber eins gegen staatliche Bevormundung.