Die Wulffs gehen in die Offensive
09.01.2012 | 18:41 Uhr 2012-01-09T18:41:00+0100
Berlin.Bettina Wulff besucht einen Empfang des Springer-Verlags, Christian Wulff sieht die mögliche Veröffentlichung seines Drohanrufs bei „Bild“ plötzlich gelassen: Mit überraschenden Zugeständnissen versuchen der Bundespräsident und seine Frau seit gestern, in die Offensive zu kommen. Die Kanzlerin gibt Rückendeckung, für eine Nachfolgedebatte sieht sie keinen Anlass.
Gut eine Woche nach Bekanntwerden von Wulffs Drohungen auf einer Mailbox des „Bild“-Chefredakteurs Kai Diekmann, mit der Wulff einen ersten Bericht über die Kreditaffäre stoppen wollte, relativierte der Präsident gestern seinen Widerstand gegen eine Veröffentlichung der Nachricht: Die Medien und insbesondere die „Bild“-Zeitung müssten selbst entscheiden, ob sie die Abschrift veröffentlichten, sagte Wulff-Anwalt Gernot Lehr. „Wenn sie das tun will, dann mag sie es tun, das muss sie selbst in eigener Verantwortung entscheiden. Es ist nicht richtig, dass hier eine große Angst besteht vor einer Veröffentlichung“, betonte Lehr, der aber von einem „Tabubruch“ sprach.
Lehr bekräftigte zugleich Wulffs Darstellung, der Präsident habe mit dem Anruf die Veröffentlichung des Berichts verschieben, aber nicht verhindern wollen.
Aus den bereits öffentlich gewordenen Auszügen geht wie berichtet hervor, dass Wulff tatsächlich um eine Verschiebung des Berichts um einen Tag bat, den Journalisten aber zugleich mit strafrechtlichen Konsequenzen drohte und von „Krieg“ sprach, was die Berichterstattung offenbar doch verhindern sollte. Einen ähnlichen Anruf erhielt auch Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. Deshalb erregte es gestern Aufsehen, dass wenige Stunden nach der freundlichen Erklärung des Wulff-Anwalts Bettina Wulff überraschend den Neujahrsempfang der Springer-Zeitung „Hamburger Abendblatt“ besuchte. Die Präsidenten-Gattin mischte sich lächelnd unter die Gäste und war begehrtes Motiv für die Fotografen. Springer-Reporter berichteten danach, Frau Wulff hoffe nun auf „Ruhe für ihre Familie“.
Deckung und Missfallen
Weitere versöhnliche Auftritte sollen diese Woche im Schloss Bellevue folgen, darunter am Donnerstag der Neujahrsempfang für die Spitzen der Politik, Repräsentanten des öffentlichen Lebens und verdiente Bürger: „Die Bundeskanzlerin freut sich auf ein Wiedersehen mit dem Bundespräsidenten“, erklärte vorab Regierungssprecher Steffen Seibert. Er versicherte, Merkel sehe keine Veranlassung, über eine Nachfolge für das Amt des Bundespräsidenten nachzudenken. Dass es Absprachen der Koalitionsspitzen für den Fall eines Rücktritts gibt, dementierte Seibert erneut – was nicht bedeutet, dass in der Koalition keine Überlegungen über potenzielle Nachfolgekandidaten angestellt würden. Ohnehin sorgt Merkel dafür, dass trotz Rückendeckung für Wulff ihr Missfallen über die Vorgänge sichtbar bleibt: „Die Bundeskanzlerin hat nicht die Gepflogenheit, Journalisten oder Chefredakteure anzurufen“, sagte Seibert, deshalb müsse sie ihr Telefonverhalten jetzt auch nicht ändern.
Die SPD bekräftigte den Appell, Merkel solle Wulff zum Rücktritt auffordern und so für einen „Befreiungsschlag“ sorgen. Das Angebot der SPD zur Suche nach einem überparteilichen Nachfolge-Kandidaten bleibe trotz zunächst „rüder Absagen“ der Union erhalten, sagte Generalsekretärin Andrea Nahles.
SPD und Grüne favorisieren für eine mögliche Kandidatur intern erneut Joachim Gauck, mehrere SPD-Abgeordnete plädierten gestern bereits offen für seine Nominierung im Fall eines Wulff-Rücktritts.

23:46
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16:35
Gut so! Wer wird denn auf die erste Dame in Deutschland Schlamm schmeißen? Keiner!
Oder doch, vielleicht den einen, oder anderen Schuh?
12:17
Für so eine Person soll bzw. muss der Steuerzahler ca. 25 Millionen Euro zahlen!
09:30
Wulff ist der Sauerland von Merkel
07:22
wer bezahlt eigendlich die anwaelte??????
etwa pappa staat
oder ????????
07:10
An deren Stelle würde doch der normale Mensch vor lauter Peinlichkeit die Reißleine ziehen und zurücktreten. Leider scheint das hier nicht zu geschehen. Diese Schmierenkomödie gleicht dem "Sauerland-Fall" in seiner Beharrlichkeit um das Amt.
An wen erinnert mich das noch, ach ja, der "Schwarzgeldwäscher" dessen Ehrenwort noch heute gilt. Meine Hochachtung haben diese Leute mehr als verspielt.
06:55
ohne Hypothekenabsicherung haben halt ein gewisses Geschmäckle. Da kann man schon mal ausfallend werden, wenn ein Journalist darüber schreibt.
06:24
Okay, jetzt beginnt also die Weißwascherei und die Medienflaute der Affäre des NochBP Wulff. Und was lernen wir daraus: Die Würde des Amtes ist ein Mythos, Anstand und Moral ist bei Politikern ein Witz und politische Rücktritte sind ohne exorbitante Pensionsrückstellungen und Privilegienzusagen unmöglich. Die Clique der Gleicheren unter Gleichen = Reichen sind nun einmal ein unverkennbares Merkmal dieser Pseudodemokratie und Plutokratie.
04:17
Nimmt Wulff eigentlich noch seinen Dienst wahr oder verplempert er den größten Teil des Tages damit, sich rechtfertigen zu müssen und damit umgerechnet 213.000 € Euro seines Salärs?
00:18
Aussitzen, aussitzen, aussitzen....völlig stumpf.
Solange die Rückendeckung von Frau Merkel weiterhin besteht, braucht sich der Bundespräsident auch keine Gedanken zu machen. Was die kann, kann er schon lange.
Offensichtlich hat die Chefin keine Bedenken, die höchsten Ämter im Land mit Lügnern und Betrügern zu besetzen.
Da kann man nur hoffen, dass das Gedächtnis der Wähler bis zur nächsten Bundestagswahl reicht....