Die Welt vereint gegen den Terror

Paris/Berlin..  Bei einer der größten Kundgebungen der Nachkriegszeit haben mehr als eine Million Menschen in Paris zusammen mit Staats- und Regierungschefs dem Terrorismus ihre Solidarität entgegengesetzt. Frankreichs Präsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel starteten am Sonntag untergehakt zum großen Marsch im Zentrum der Hauptstadt.

Die Regierungschefs aus aller Welt versammelten sich unweit des von Menschen übersäten Place de la République. Auch außerhalb von Paris gingen die Menschen auf die Straße. Landesweit sollen es nach Angaben der Organisatoren fast vier Millionen Demonstranten gewesen sein. Merkel sagte anschließend, die Bilder „machen selbstbewusst“; die Menschen zeigten, dass sie sich „für die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stark machen“.

An der Spitze des Pariser Trauerzugs liefen Angehörige von Terroropfern. Auf vielen Transparenten stand: „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Viele Trauernde trugen Stirnbänder oder Armbinden mit der Aufschrift „Charlie“ und hielten sich an den Händen. Bei einer Welle von islamistischen Terroranschlägen, Morden und Geiselnahmen waren vorige Woche 17 Menschen getötet worden. Allein der Überfall auf die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ forderte am Mittwoch zwölf Tote.

An dem Solidaritätsmarsch nahmen unter anderem Israels Ministerpräsident Netanjahu, Palästinenserchef Abbas sowie der ukrainische Präsident Poroschenko teil. Tausende Polizisten und Soldaten sicherten den Marsch.

Zuvor hatte Frankreichs Staatschef Hollande die Spitzenvertreter der jüdischen Gemeinde des Landes im Elysee-Palast empfangen. Der Präsident der jüdischen Dachorganisation Crif, Roger Cukierman, sagte: „Wir sind in einer Kriegssituation.“ Amedy Coulibaly, einer der Attentäter, hatte am Freitag in einem jüdischen Geschäft Geiseln genommen und vier Menschen erschossen.

Nach dem Ende der Anti-Terror-Einsätze in Frankreich suchten die Ermittler mögliche Unterstützer der islamistischen Gewalttäter. Intensiv gefahndet wurde nach der flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen.

Proteste auch in europäischen Hauptstädten

Auch in mehreren deutschen wie europäischen Städten demonstrierten Zehntausende gegen den Terrorismus. So gedachten in Berlin 18 000 Menschen der Opfer der Anschläge von Paris, in Brüssel waren es 20 000. Auch in mehreren Städten in Spanien fanden Solidaritätskundgebungen statt.

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