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Die Welt rüstet auf

11.06.2007 | 12:36 Uhr

900 Milliarden Euro für das Militär. USA geben davon alleine fast die Hälfte aus.Deutschland auf Rang drei der größten Waffenexporteure

Essen. Einen alarmierenden Trend zur globalen Aufrüstung belegen gleich zwei unabhängige Studien. Vor allem der von den USA ausgerufene "Krieg gegen den Terror" habe die weltweiten Rüstungsausgaben auf neue Rekordhöhen getrieben, berichtet das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI. Danach wurden 2006 umgerechnet 900 Mrd Euro für militärische Zwecke ausgegeben. Damit habe jeder Erdenbürger im letzten Jahr 137 Euro für Waffen, Soldaten und Einsätze ausgegeben.

In den vergangenen zehn Jahren sind nach Zahlen des Instituts die Rüstungsausgaben weltweit um 37 Prozent gestiegen. Die USA gaben im Vorjahr 396,2 Mrd Euro für militärische Zwecke aus und standen damit allein für knapp die Hälfte der weltweiten Rüstungsausgaben. Zum Vergleich: China investierte 37 Mrd Euro und überholte erstmals Japan als das Land mit dem höchsten Militäretat Asiens. Auch der Waffenhandel erreichte neue Dimensionen. Seit 2002 ermittelte SIPRI einen Anstieg von 50 Prozent. Die USA und Russland sind nach wie vor die größten Exporteure. Doch Deutschland holte auf und schob sich mit Rüstungsexporten im Wert von 9,6 Mrd Euro von 2002 bis 2006 auf den dritten Platz vor Frankreich. Dabei konnte Deutschland seine Exporte von 2005 auf 2006 mehr als verdoppeln, errechnete SIPRI.

Zu den gefragten Produkten der deutschen Waffenindustrie gehörten zum Beispiel Raketenschnellboote für Ägypten, Flugzeuge für Indien, Fregatten für Südafrika, U-Boote für Südkorea, Torpedos und Panzer für Pakistan, listet das Internationale Konversionszentrum in Bonn (BICC) auf. Die USA und die EU-Länder rüsteten auch den Nahen Osten zur "am stärksten militarisierten Region der Welt auf". Die BICC-Experten sprechen ähnlich wie die Stockholmer Studie von einer fortschreitenden Militarisierung der Welt. Die Schere zwischen Militärausgaben und Mitteln für die friedliche Entwicklung klaffe immer weiter auseinander.

Von Christopher Onkelbach

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