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Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang

12.11.2009 | 16:17 Uhr
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang

Dresden. Die Spitze der Sozialdemokraten fordert unmittelbar vor dem Parteitag in Dresden einen neuen Kurs in der Agenda- und Rentenpolitik. Nahles: Es kann nicht so bleiben, wie es jetzt ist. Münteferings Abschiedsrede mit Spannung erwartet.

Unmittelbar vor dem Parteitag in Dresden stehen die Zeichen bei der SPD auf Neuanfang und Aufbruch. Die designierte Generalsekretärin Andrea Nahles und Ex-Arbeitsminister Olaf Scholz forderten am Donnerstag Kurskorrekturen in der Agenda- und Rentenpolitik ihrer Partei. Auch Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach sich für eine Überprüfung der von der SPD in der Großen Koalition mitbeschlossenen Rente mit 67 an.

Der dreitägige Parteitag beginnt am Freitag mit der Abschiedsrede von SPD-Chef Franz Müntefering. Danach soll der 50 Jahre alte Ex-Umweltminister Sigmar Gabriel zum neuen SPD-Vorsitzenden gekürt werden.

Nahles sagte: «Es braucht jetzt einen Neuanfang. Neuanfang heiße auch, alte Gräben zuzuschütten. «Es kann nicht so bleiben, wie es jetzt ist», erklärte sie und fügte hinzu: «Ein Schnellschuss mit dem Austausch der Zahlen 67 und 65 wäre aber auch völlig unglaubwürdig.» Klar sei, dass die bisherigen Antworten der SPD viele Menschen jedenfalls zum Teil als ungerecht empfänden.

Die Agenda 2010 sei nach 16 Jahren Kohl-Regierung notwendig gewesen, sagte Nahles. Sie räumte ein, es seien auch Fehler gemacht worden. «Menschen, die 30 Jahre gearbeitet haben, empfinden es als völlig unzumutbar, wenn sie nach einem Jahr Arbeitslosigkeit genau so behandelt werden wie jene, die nie gearbeitet haben.»

Steinmeier will Rente mit 67 überprüfen

Der ehemalige Sozialminister Scholz, der auf dem Parteitag als stellvertretender Parteichef kandidiert, sprach sich für eine grundlegende Überprüfung der Arbeitsmarkt- und Rentenreformen seit 1998 aus. «Wir sollten die Sozialreformen der jüngeren Zeit nicht nur daraufhin abklopfen, ob sie technisch funktionieren, sondern ob sie aus der Perspektive jedes einzelnen Bürgers sinnvoll sind», unterstrich Scholz.

Steinmeier sagte, als Oppositionsführer im Bundestag wolle er darauf dringen, dass die Rente mit 67 im nächsten Jahr überprüft wird. Er fügte hinzu: «Wir haben das Gesetz in unserer Regierungszeit gemacht und die Überprüfungsklausel ist Teil des Gesetzes. Schon deshalb werden wir sie ernst nehmen.»

Die Rente mit 67 gilt als einer der Gründe für das Desaster der SPD bei der Bundestagswahl. Sie wird daher auf dem Parteitag eine zentrale Rolle spielen. In zahlreichen Anträgen wird ihre Abschaffung verlangt.

Bahr warnt vor radikalem Kurswechsel

Der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, und der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises der SPD, Johannes Kahrs, sprachen sich gegen eine Abkehr von der Rente mit 67 aus. «Das wäre das falsche Signal für die künftige Entwicklung der Rentenversicherung», sagte Rische. Kahrs betonte: «Wir wollen nicht zurück zur Rente mit 65, sondern die Rente mit 67 logischer und gerechter machen.»

SPD-Vordenker Egon Bahr warnte seine Partei davor, einen radikalen Kurswechsel vorzunehmen und der Regierungspolitik der vergangenen elf Jahre abzuschwören. Der «Stuttgarter Zeitung» (Freitagausgabe) sagte der einstige Weggefährte Willy Brandts: Sollte die SPD verkünden, «wir machen jetzt ein neues Programm und werfen die Agenda über Bord, wäre das doch Wahnsinn».

Änderungen an Hartz-IV gefordert

Der hessische SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel forderte dagegen grundlegende Veränderungen der Hartz-Reformen. «Zuerst einmal muss der Name weg», sagte Schäfer-Gümbel. «Dann müssen die Arbeitsmarktreformen deutlich nachjustiert werden».

Die Führungsspitze der SPD wollte sich bereits am (heutigen) Donnerstagnachmittag (ab 16.00 Uhr) in Dresden treffen, um den Parteitag vorzubereiten. (ap)

DerWesten

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Kommentare
02.01.2010
22:02
Blockierter Kommentar.
von rene.bogdanski | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.11.2009
01:31
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von dr.einstein | #13

Man könnte es so formulieren:
Die SPD hat gleich mehrere Meinungen.

Die CDU hat gar keine.

Ich muss sagen, dass mir ersteres trotz aller Enttäuschungen der letzten 11 Jahre doch lieber ist.

Zu Frau Nahles: Sie hat ja Recht, dass nach 16 Jahren Kohl Reformen unumgänglich waren. Aber nicht diese Reformen, die nicht aus der Politik kamen, sondern von einem korrupten Automobil-Manager.
Nahles sagt: «Menschen, die 30 Jahre gearbeitet haben, empfinden es als völlig unzumutbar, wenn sie nach einem Jahr Arbeitslosigkeit genau so behandelt werden wie jene, die nie gearbeitet haben.»
Aber genau das ist der Kern der Hartz IV-Reformen und kein Kollateralschaden. Mit diesem Satz hat Nahles ausgesprochen, was sie eigentlich abstreitet: Die Reformen sind von Grund auf verkehrt gewesen.

13.11.2009
13:25
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von Links | #12

Nahles und die Linken in der SPD schaffen es nicht was hilft ist die Auflösung der SPD und ein Bedingungsloses zusammen gehen mit den LINKEN. SPD linke haben fertig.

13.11.2009
09:29
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von mannidoof | #11

.

Oh Gott... Die Nahles als Studiabrecher von Theaterwissenschaften und der Pop-Minister (gelernter Grundschullehrer)... Dann mal gute Nacht! Wenn die es schon nicht zu vernünftigen Berufen geschafft haben, dann sind sie halt Politiker geworden.

.

13.11.2009
01:57
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.11.2009
01:47
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von spaceroller | #9

Die SPD wird keinen Neuanfang finden. Der verbleibende Rest ist nicht gesellschaftsfähig.

Die Kohl-Regierung hat sich vor Reformen gedrückt. Die SPD hat diese mit Schmerzen umgesetzt und Merkel erntet die Früchte aus den so viel gescholtenen Agenda 2010 inclusive Rente mit 67. Nach der Landtagstagswahl in NRW wird die schwarz-gelbe Regierung weitere tiefgreifende Veränderungen vornehmen und in 4 Jahren wiedergewählt werden.

Die SPD ist nicht wählbar, da Sozialdemokraten ihre Flügelkämpfe im Gegensatz zur Konkurrenz medialisieren und keine Chance auslassen in aller Öffentlichkeit sich gegenseitig zu denonsieren.

Der Parteitag wird eine Karnevalsveranstaltung mit vielen Büttenreden. Sie haben sich doch Alle so lieb und mit Dreck wird erst nach der Veranstaltung geworfen.

12.11.2009
22:34
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von Links | #8

@5 Rein in den Kommunismus, Zaun um Deutschland. Jeder wird gleichgemacht. Arbeit lohn nicht mehr Hartzis zocken Hartzis ab. Faulenzern und Sozialschmarotzer regieren Deutschland.

12.11.2009
22:02
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von glabowski | #7

Der Zug ist längst abgefahren - Schröder der Zugführer...

12.11.2009
22:00
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von würg | #6

Die Agenda 2010 sei nach 16 Jahren Kohl-Regierung notwendig gewesen, sagte Nahles
So ein Aas! Ich habe noch die Bilder vor Augen, als Oskar hinschmiss und die Nahles die Erschütterte gab!
Und heute gutiert die auch noch Gesetzte, die sich die SPD und die GRÜNEN von Verbrechern schreiben ließ!
Ich bin zwar nicht religiös - aber an dem Tag, an dem diese verlogene Mischpoke endlich von der bildfläche verschwunden istk, werde ich eine Kerze in der Kirche anzünden!

12.11.2009
19:26
Die SPD korrigiert sich und sucht den Neuanfang
von Elektrosteiger | #5

Einen Neuanfang für die SPD kann es nur geben, wenn sie eine Abkehr vor den Schröder`schen und STEINMEIER`SCHEN Gesetzen macht.
also weg von HARTZ-IV, Rente mit 67 usw...

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