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Piratenpartei

Die Piraten sind müde - Sprecher steigt erschöpft aus

01.06.2012 | 18:30 Uhr
Die Piraten sind müde - Sprecher steigt erschöpft aus
Pirat Christopher Lang will wie sein Stellvertreter kein Pressesprecher mehr sein. Foto: dapd

Berlin.   Immer mehr Politikeinsteiger steigen schon wieder aus, weil sie das aufreibende Ehrenamt bei den Piraten nicht mehr mit ihrem Berufs- und Privatleben unter einen Hut bringen können. „Leben statt Politik“, heißt es immer öfter. Sogar die Pressearbeit liegt brach.

Sie sind angetreten, um die Republik umzukrempeln – doch zusehends wächst ihnen der Stress über den Kopf. „Ich kann nicht mehr“, so begründete gestern der Pressechef der Piratenpartei Christopher Lang seinen Spontanrücktritt. Er sei „müde, ausgepowert und erschöpft“.

Keine drei Stunden später schmiss auch der Stellvertreter hin. Ohne Lang, nur „mit dem noch vorhandenen Personal“, sei seine Arbeit „nicht mehr machbar“, erklärte Aleks Lessmann. Damit ruht die Pressearbeit der Bundes-Piraten allein auf den Schultern der einzigen mit 800 Euro monatlich bezahlten Kraft, der erst im April eingestellten Parteisprecherin Anita Möllering.

Der Preis der Basisdemokratie

Mit den beiden jüngsten Abgängen setzt sich eine Serie von Erschöpfungs-Rücktritten fort, die die Piraten heimsucht, seit ihre Werte in Umfragen und bei Wahlen förmlich explodiert sind. Den Anfang machte zu Jahresbeginn ausgerechnet Bundesgeschäftsführerin Marina Weisband , das beliebteste Mediengesicht der Partei, seit diese nach dem ersten Triumph bei der Berlin-Wahl von Medien überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Sie verzichtete auf eine erneute Kandidatur, um sich ihrem Psychologiestudium zu widmen. Es folgten Schatzmeister René Brosig – „Überlastung“ – und der Berliner Landeschef Gerhard Anger, der sich „emotional zu sehr belastet“ fühlte.

Der bisherige Presse-Verantwortliche Lang will sich stärker auf sein Studium sowie Familie und Freunde konzentrieren. Das ist bei den Piraten mittlerweile der klassische Rücktrittsgrund: Leben statt Politik. Was für Überdruss sorgt, ist der Preis der Basisdemokratie. Es sind die menschlichen Kosten eines bislang ehrenamtlichen Parteibetriebs: „Wie brauchen mehr bezahltes und im selbe Zuge fachlich qualifiziertes Personal“, schreibt ihr bisheriger Pressechef den Piraten ins Stammbuch.

Winfried Dolderer

Kommentare
03.06.2012
09:46
Die Piraten sind müde ? ! Hallo Rita
von ichliebekoenigsblau | #13

Hallo, Rita,

wer hier seine Komm. ablässt, hat noch nie POLITISCH gearbeitet ,
d a s steht für mich fest !
Deshalb Rita , cool bleiben ! Nicht...
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2012-06-01 18:30
Politik