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FDP-Dreikönigstreffen

Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief

06.01.2012 | 07:20 Uhr
Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief
Eine kleine Spende für die Sternsinger: Nach dem Ball am Vorabend kam es im Staatstheater von Stuttgart zu dieser freundlichen Begegnung mit dem Volk. Im Saal wurde es ernst für Parteichef Philipp Rösler (re.) und Parteivize Birgit Homburger (m.). Foto: Getty Images

Stuttgart/Berlin.   Am Tag vor dem Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart kam die alarmierende Meldung: Nur noch zwei Prozent der Deutschen würden FDP wählen. Parteichef Philipp Rösler hält am heutigen Freitag seine erste Grundsatzrede.

FDP-Chef Philipp Rösler hat vermutlich keine ruhige Nacht gehabt. Am Freitag tritt der junge Parteichef in Stuttgart ans Rednerpult, um vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der Liberalen seine erste Grundsatzrede zu halten. Die Erwartungen sind hoch, die Nachrichten der letzten Tage dagegen niederschmetternd: Die Partei, die bei der letzten Bundestagswahl fast 15 Prozent der Wählerstimmen bekam, ist nach dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend auf zwei Prozent abgerutscht. Dies ist der schlechteste Wert, den die Partei in der Erhebung je erreichte.

Führende Liberale machten im Vorfeld klar, dass sie nun von Rösler eine klare Kursbestimmung für den Weg aus der Krise erwarten.

Hinter der FDP liegt eine Serie von Wahlniederlagen, in Umfragen liegt sie konstant unter fünf Prozent, und ein umstrittener Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung hatte Ende 2011 für scharfen parteiinternen Streit gesorgt. Auch hat Rösler bislang Zweifel an seiner Eignung für den Parteivorsitz nicht ausräumen können. Neben Rösler wird auch der neue Generalsekretär Patrick Döring auf dem Treffen sprechen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sieht trotz der kritischen Lage das Jahr 2012 als Chance für den Wiederaufstieg der FDP. Das Dreikönigstreffen sei der Start dafür, sagte der Vorsitzende der FDP in Nordrhein-Westfalen am Freitag im Deutschlandradio Kultur. „Die FDP ist krisenerfahren“, erklärte er. „Wir haben schon in mehreren Jahren immer wieder das Totenglöcklein läuten hören und es hat sich nicht bestätigt.“

Rösler unter Druck

Sein Parteichef Philipp Rösler steht allerdings seit Wochen unter Druck. Laut ARD-Umfrage ist er Schlusslicht in der Beliebtheitsskala der Spitzenpolitiker, kommt nur auf eine Zustimmung von 20 Prozent (minus 2). Vor Rösler liegen mit Fraktionschef Rainer Brüderle (27 Prozent Zustimmung) und Außenminister Guido Westerwelle (25 Prozent Zustimmung) zwei weitere Liberale.

In München hat Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) das Erscheinungsbild seiner Partei kritisiert. „Der Neuanfang vom Mai letzten Jahres war kein Neuanfang“, sagte Baum am Vortag im Bayerischen Rundfunk. „Ich erwarte, dass dieser Neuanfang jetzt wirklich geschieht. Die sogenannte Boygroup aus Parteichef Philipp Rösler, Ex-Generalsekretär Christian Lindner und Gesundheitsminister Daniel Bahr habe „es ja nicht gebracht“. „Jetzt muss ein Anfang gemacht werden, der von der ganzen Partei getragen wird“, sagte Baum.

Auf die Frage, ob Rösler der richtige Parteivorsitzende sei, antwortete Baum: „Das wird sich zeigen.“ Dass die FDP gerade noch auf zwei Prozent kommt, könne „schlimmer nicht werden.“ Rösler habe aber noch „alle Chancen“; entscheidend sei das Abschneiden der FDP bei den kommenden Wahlen in Schleswig-Holstein, sagte Baum.

Vier von fünf Bundesbürgern glauben der FDP nicht mehr

Ein entscheidender Grund für die schlechte Lage der FDP ist nach Ansicht einer großen Mehrheit der Deutschen mangelnde Glaubwürdigkeit. 83 Prozent sind der ARD-Umfrage zufolge der Meinung, dass „die FDP seit Jahren vieles verspricht, was sie nicht gehalten hat“. Glaubwürdig finden die Liberalen demnach nur 15 Prozent der Deutschen. „Schlechte Arbeit der FDP-Minister im Kabinett“, nennen fast zwei Drittel als einen entscheidenden Grund, die Arbeit des Parteichefs Philipp Rösler nennt die Hälfte der Befragten. Nur ein Drittel der Deutschen glaubt demnach, dass Rösler Ende des Jahres noch FDP-Chef sein wird.

Die Union lag in der Umfrage unverändert bei 35 Prozent, die SPD verharrte bei 30 Prozent, die Grünen bei 16 Prozent. Die Linkspartei verschlechterte sich um einen Punkt auf sechs Prozent, die Piratenpartei lag unverändert ebenfalls bei sechs Prozent. Für die sogenannte Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-“Tagesthemen“ befragte das Institut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch 1500 Wahlberechtigte bundesweit. afp/dapd

 

 

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Kommentare
06.01.2012
17:57
Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief
von wohlzufrieden | #25

Zur FDP ein Satz aus dem Bondfilm "Doktor No": "Praktisch Null, keine Strahlung mehr!"

06.01.2012
15:26
Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief
von donfernando | #24

Vielleicht taugt die FDP immer noch für einen Eintrag in "Guiness Buch der Rekorde". Als Partei mit den höchsten Stimmenverlusten seit der NSDAP, nachdem feststand, dass der letzte Krieg verloren war.
Also sozusagen als "weltweit höchster Stimmenverlierer auf friedlichem Wege"....

06.01.2012
13:02
Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief
von meinemeinungdazu | #23

Bei 2 % gibt es nichts mehr zu kämpfen. Auflösen und fertig. Auch im Saarland ist die FDP nun rausgeflogen. Das ist noch besser. Warum spricht man immer noch über so eine Partei, die die Bürger nicht mehr wollen? Schreibt doch über die Piraten oder die Rentnerpartei!

06.01.2012
11:52
Die Liberalen kämpfen ums Überleben
von feinenase | #22

und viele trampeln hier auf dem politischen Gegner, der am Boden liegt und stirbt, weiter ein.

Wie ließe sich dem Opfer helfen?

Zurück kehren zu wirklich liberalen Werten mit Politikern die das auch vertreten.

Es sieht aber ehr so aus, das die FDP auch ohne weitere Tritte und Notarzt nicht mehr aufstehen wird.

Der chronisch kranke Patient stirbt an der von ihn selbst gemachten Krankheit.




2 Antworten
Die Liberalen kämpfen im Allzeit-Tief
von Pit01 | #22-1

Falsch. Die FDP hat auf die Bürger durch falsche Versprechungen "getrampelt", sowie ausschliesslich die besser Verdienenden und Wirtschaft im Blick gehabt. Das geht nicht und ist im höchsten Maße unsozial.

Pit01
von feinenase | #22-2

Ich stimme Ihnen zu.
Nur wo ist meine Aussage falsch?
Dieser Patient hat sich selbst krank gemacht. Durch sein eigenes Handeln liegt er am Boden.

06.01.2012
11:28
Die Liberalen rutschen ins Allzeit-Tief
von robo | #21

Dafür haben wir ja noch die Grünen! Siehe Rente mit 67.

06.01.2012
11:12
Die Liberalen rutschen ins Allzeit-Tief
von Linker-Genosse | #20


.......und Wulff geht zu den Liberalen über, da der Zinssatz für sein Allzeitkredit dort wesentlich günstiger zu bekommen ist.

06.01.2012
10:53
Die Liberalen rutschen ins Allzeit-Tief
von clarissimus | #19

von comptur | #16
Schon klar.lo

2% sind für diese Partei noch 2% zuviel.

06.01.2012
10:17
Die Liberalen rutschen ins Allzeit-Tief
von Pit01 | #18

Alle Gejaule hier nützt doch nichts. Die FDP hat bis zur nächsten Wahl immer noch 5 Ressorts bzw. Ministerien. Aber hoffentlich geht sie unter, denn sie ist, wie man ja bemerkt hat absolut unfähig mit zu regieren.

06.01.2012
10:02
Neuanfang mit Brüderle?
von janka.nbmv | #17

Die FDP plant ja schon einen Neuanfang mit Brüderle. Das muss mann sich mal durch den Kopf gehen lassen. Der ist schon in Rheinland-Pfalz krachend unter gegangen. In der FDP sind nur noch Looser, die sich ohne Unterstützung der Wirtschaft nicht mehr freischwimmen können

06.01.2012
09:52
Die Liberalen rutschen ins Allzeit-Tief
von comptur | #16

Hier schreibt mal wieder die absolute Elite!

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