Medizin
Die Gesundheitskarte kommt nur in der "Ultralight-Version"
19.11.2009 | 06:59 Uhr 2009-11-19T06:59:00+0100
Berlin. Die geplante Gesundheitskarte wird soweit beschnitten, dass sie ihrem Namen eigentlich nicht mehr gerecht wird. Gesundheitsminister Rösler stoppte bis auf wenige Ausnahmen alle zusätzlichen Funktionen. Die Einführung der Karte hatte sich immer wieder verzögert und kostete Milliarden.
Die geplante Gesundheitskarte mit modernen Zusatzfunktionen wird es absehbare Zeit nicht geben. Die neue Karte soll zunächst nur wie die alte Versichertenkarte funktionieren, ergänzt um Notfalldaten. Für alle weiteren Funktionen - zum Beispiel das elektronische Rezept - verhängte Gesundheitsminister Philipp Rösler ein «unbefristetes Moratorium». Das teilte sein Ministerium am Mittwoch in Berlin mit.
Rösler hatte die Zukunft des seit Jahren verzögerten Milliarden-Projekts mit Vertretern der Kassenärzte und der Krankenkassen besprochen. Dabei wurden sich die Partner zwar grundsätzlich einig, dass eine «praxisorientierte und sichere Telematikinfrastruktur» für ein hoch entwickeltes Land angebracht sei. Zunächst müsse die Gesundheitskarte aber praxistauglich werden.
Nur Notfalldaten werden gespeichert
«Die Erweiterung der Krankenversichertenkarte zu einer elektronischen Gesundheitskarte soll deshalb zunächst auf ein modernes, sicheres Versichertendatenmanagement sowie die Notfalldaten konzentriert werden», erklärte Rösler. Für weitere mögliche medizinischen Anwendungen müssten erst Lösungen entwickelt werden, die ihren Nutzen, ihre Praxistauglichkeit und die Einhaltung des Datenschutzes in Tests eindeutig nachgewiesen hätten.
Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, erklärte die Überprüfung zur Chance. Doris Pfeiffer, Chefin des GKV-Spitzenverbandes, erklärte, Krankenkassen, Industrie und Politik müssten an einem Strang ziehen. Kosten und Nutzen müssten in angemessenem Verhältnis stehen. Die Partner wollen noch dieses Jahr weiter miteinander reden.
Die elektronische Gesundheitskarte sollte bereits 2006 komplett eingeführt sein. Die Politik versprach sich von Zusatzfunktionen wie dem elektronischen Rezept und der elektronischen Patientenakte eine bessere und preiswertere Versorgung der Patienten. (ap)

02:17
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19:14
Das Wichtigste wäre, dass alle gesetzlich Versicherten mindestens eine Rechnungskopie des Arztes bekommen. Überall gibt es für Leistungen eine Rechnung. Warum im Gesundheitswesen nicht? Kein Wunder, dass es ein Fass ohne Boden geworden ist. Es wird bewusst getäuscht, gemogelt und abgezockt. Hier wäre eine Aufgabe für den neuen Minister Rösler: Die ungerechte Kopfpauschale kann es nicht sein.
19:09
Weg mit dem Mist. Wir brauchen keine teure Überwachung. Das Geld besser in die Gesundheit investieren.
14:04
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09:45
Die geliehenen Karten werden von Illegalen oder von Leuten benutzt die keine Versicherung mehr haben, weil sie aus irgendwelchen Günden nicht mehr in die gesetzliche Kasse reinkommen.
Die Krankendaten selber werden bei den Kassen nur verschlüsselt, ohne Zuordnung an den Einzelnen verarbeitet. Der Angestellte weiss also nicht ob das dritte Bein ab ist.
08:11
Für so einen Schwachsinn wurden Milliarden verpulvert. Dafür können die Krankenkassen ja jetzt ihre Beiträge erhöhen.
Es wurde wie so vieles andere auch, über den Kopf des Steuerzahlers etwas entschieden, was keiner wollte.
Es läuft hier darauf hinaus, dass die totale Überwachung der Bürger eingeführt wird.
Aber bei der Kanzlerin ist das ja auch kein Wunder.
05:47
Es ist technisch ohne weiteres möglich, die Chipkarte praktikabel zu konzipieren und vor allem die Datensicherheit zu gewährleisten.
Offenbar war aber insbesondere die Datensicherheit von Anfang an nicht gewollt.
Nun muß man nur eins und eins zusammenzählen: Unser Staat will ja schon jetzt den ungehinderten Zugriff auf alle Kontodaten und alle privaten PCs (und zwar nicht nur geheimdienstlich, wie schon bisher üblich, sondern richtig schön legal). Unser Staat läßt sich von der Telekom Millionen von Telefonverbindungsdaten liefern.
Und nun sollten eben mal die Gesundheitsdaten vollautomatisch auf die staatlichen Festplatten `rübergleiten können.
02:35
Es halt also doch etwas gebracht, dass ich nie der Bitte meiner Krankenkasse nachgekommen bin, ihr ein nettes Passfoto von mir zu schicken :)
01:22
@5 von joergel
Was mir noch keiner erklären konnte und auch aus dem Spiegel-Artikel nicht hervorgeht:
1. Eigentlich hat doch jeder in diesem Land, auch wenn er kein Einkommen hat, Anspruch auf ärztliche Versorgung. Wer sind dann die Leute, die mit geliehenen Karten in der Arztpraxis auftauchen?
2. Die Krankenkassen haben doch einen ziemlich genauen Einblick in die Krankengeschichten. Fällt das da nicht auf, wenn Behandlungen nicht zusammenpassen? Spätestens bei der 3. Beinamputation müsste man doch misstrauisch werden. :-)
00:52
Schön, Frau Pfeiffer, dass Krankenkassen, Politik und Industrie an einem Strang ziehen müssen - sicherheitshalber hat man die Ärzte und Patienten erst mal gar nicht erwähnt.
Stampft das Ding ein, es kostet nur ein irrsinniges Geld, dass derzeit nicht vorhanden ist!