Die Fettnäpfchen des Peer Steinbrück - alles nur Taktik?
09.01.2013 | 14:13 Uhr 2013-01-09T14:13:03+0100
Berlin. Stattliche Vortragshonorare, Gratis-Bahnfahrten mit dem Dienst-Ticket und Lästereien über Billigwein "für nur fünf Euro": Peer Steinbrücks Kanzlerkandidatur ist überschattet von Skandälchen und Fettnäpfchen. Stellt Steinbrück sich nur ungeschickt an oder steckt eine ausgefeilte Taktik dahinter?
Dass der Auftakt seiner Kandidatur verunglückte, war nicht Peer Steinbrücks Schuld. In einer überhastet vorbereiteten Pressekonferenz machte SPD-Chef Sigmar Gabriel den knurrigen Hanseaten Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten des SPD-Präsidiums . Zuvor hatte der dritte im Troika-Bunde, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, die Parteiführung mit einem Interview in Zugzwang gebracht. Steinmeier erklärte, er wolle nicht Kanzlerkandidat werden , darauf musste Gabriel als SPD-Chef reagieren.
Es war der Auftakt zu einer Kandidatur, die bislang von Skandälchen und Fettnäpfchen überschattet wird. Doch im Gegensatz zum verpatzten Start trägt für alles, was seitdem passierte, nur ein Mensch die Verantwortung: Peer Steinbrück selbst. Und die Liste seiner Fettnäpfchen ist lang, obwohl er erst seit wenigen Wochen als Kanzlerkandidat feststeht.
Debatte um Steinbrücks Vortragshonorare
Peer Steinbrück gehört zu den Top-Nebenverdienern des Bundestags: Als ehemaliger Bundesfinanzminister schmückt sein Name viele Rednerlisten. Unternehmen, Verbände und teilweise auch klamme Kommunen ließen es sich ordentlich was kosten, Steinbrück zu ihren Veranstaltungen einzuladen. Wie viel er im Einzelfall für die seine Reden bekam, wollte Steinbrück zunächst für sich behalten. Erst als der Druck zunahm, veröffentlichte er eine Liste seiner Honorare. Wie viel er mit seinen Büchern verdiente, ging daraus aber nicht hervor.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bestreitet die Vorwürfe, sich als einstiger Aufsichtsrat von ThyssenKrupp für ermäßigte Stromkosten des Konzerns stark gemacht zu haben. "Ich habe mich an keiner Stelle eingesetzt für einen Rabatt", sagte der frühere Finanzminister.
Besonderen Nachhall fand die Debatte um die Steinbrückschen Honorare in Bochum: Für eine Rede beim "Atriumtalk" hatten die Stadtwerke Steinbrück 25.000 Euro überwiesen . Das Honorar sollte, so behaupteten die Stadtwerke zunächst, nicht Steinbrück persönlich zugute kommen, sondern für einen wohltätigen Zweck gespendet werden. Steinbrück widersprach und konnte beweisen, dass die von den Stadtwerken beauftragte Agentur ihm dieses Detail verschwiegen hatte. In der Konsequenz schafften die Stadtwerke nicht nur den Atriumtalk als Veranstaltung ab , sie kündigten auch die Zusammenarbeit mit der Eventagentur von Sascha Hellen .
Mit der Bundestags-Bahncard zu Vortragsreisen
Kurze Zeit später musste Steinbrücks Sprecher einräumen, dass der Bundestagsabgeordnete Steinbrück seine Bahncard für Reisen zu Vorträgen genutzt hatte . Dabei war die Bahncard 100 der Bundestagsabgeordneten explizit nur für dienstliche Reisen zugelassen. Die politische Konkurrenz hielt sich mit Kritik zurück - wohl in dem Wissen, dass auch eigene Abgeordnete die Bahncard nicht nur streng dienstlich nutzten.
Die Bundestagsverwaltung reagierte pragmatisch: Die Regel, wonach nur dienstliche Reisen erlaubt sind , wurde aufgeweicht. Fortan darf die Bundestags-Bahncard auch privat genutzt werden.
Billigwein für weniger als fünf Euro? Nichts für Peer Steinbrück
Bei einer Diskussionsveranstaltung des "Cicero"-Magazins schärfte Steinbrück sein Image als Weinkenner. Er erklärte, eine Kindergelderhöhung um zehn Euro würde den Staat Millionen kosten, den Familien aber kaum etwas bringen. Das erläuterte Steinbrück an einem Beispiel: Zehn Euro, das seien zwei Flaschen Wein, "beziehungsweise zwei Gläser", denn eine Flasche Pinot Grigio "für nur fünf Euro" würde er nicht kaufen .
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19:07
Kann man denn da eine Taktik erkennen?
17:24
Ich glaube ,Herr Steinbrück folgt im Augenblick des Gesprächs seiner Logig.Ohne zu überlegen ob er dabei von allen auch verstanden wird.z.B. Kanzlergehalt,das ist ein Witz.
Was will er damit sagen?Jeder andere hätte dazu nichts gesagt.Warum auch, es gibt diesen Titel nur einmal und die jetzige Inhaberin ist zufrieden.So läßt er sich aber von allen Fragenden vorführen.Er war ein sehr guter Finanzminister unter Frau Merkel.Dabei sollte er es belassen.Ob er auch ein guter Kanzler wäre,da habe ich meine Zweifel.
15:37
Das wäre dann aber eine richtig große Sauerei von Seiten der SPD!
14:38
Mann, mann. Was ist nur aus der deutschen Politik geworden!!! Nur darauf bedacht sich ordentlich die Taschen zu füllen.Satte Nebeneinkünfte inklusive.Ab der politischen Laufbahn weiterhin Gehalt der zuletzt verrichteten Arbeit beziehen, auch wenn die jetzt ruht, kostenlose Reisekosten egal ob geschäftlich oder privat, um nur einige soziale Ungerechtigkeiten zu nennen. Alle Politiker sind für mich ichbezogene, geldgeile, realitätsentfernte Menschen. Adenauer würde sich im Grab umdrehen.
Wobei der "kleine Mann des Volkes" zusehen muss, dass er Monat für Monat mit seinem kleinem Gehalt über die Runden kommt, im schimmsten Fall noch eine Familie ernähren muss. Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit????
Da gebe ich #70 recht. Die Befürchtung dass irgendwann mal wieder ein Wahnsinniger empor steigt nimmt mit zunehmender Unzufriedenheit der Bevölkerung zu.
00:06
Wenn Sie ehrlich wären, würden Sie als Hauptverantwortlichen der Wahlniederlage 2005 Gerhard Schröder benennen. Die SPD war durch die Agenda-Politik bundesweit im Sturzflug. Da hätte man schon Messias sein müssen, um diese Wahll zu gewinnen.
Ähnlich erging es ja 5 Jahre später seinem Nachfolger Rüttgers, der vom bundesweiten schwarzgelben Sturzflug weggeweht wurde.
23:59
Ich bin davon überzeugt, dass die Mitgliedschaft des Herrn Steinbrück in der SPD nicht aus einer politischen Überzeugung heraus, sondern aus Kalkül sozusagen aus reiner Berechnung heraus erfolgte. Sein faktisches Handeln als Politiker, seine unplanmäßig publik gewordenen Äußerungen, seine Affinität zum Kapital, seine lukrativen Nebentätigkeiten etc. sprechen Bände. Herr Steinbrück ist ohne Zweifel intelligent. In Parteien wie der CDU/CSU oder FDP wäre er allerdings auf viele innerparteiliche Konkurrenten gestoßen, die intellektuell mindestens in der gleichen Liga spielen. Dort wäre ein innerparteilicher Aufstieg wesentlich fraglicher, mühsamer gewesen. Der Satz: „Immer Links zu blinken, aber stets rechts abzubiegen“ könnte für Herrn Steinbrück erfunden worden sein und ich glaube, dass das inzwischen auch viele traditionelle sPD-Wähler begriffen haben.
Seine Affinität zum Kapital und der radikale Sozialabbau durch die SPD, machen es dem kleinen Mann unmöglich die Sozialdemokraten zu wählen.
Man kann auch wählen gehen und sich der Stimme enthalten.
22:32
Wer von hier Diskutierenden hat sich die Mühe gemacht die Rede Steinbrücks beim Parteitag zu lesen?
Die Berichterstattung über sich hat Steinbrück im Übrigen selbst zu verantworten - nicht die Medien - Steinbrück war bei den Interviews dabei, er hat auch die Aussagen im Thyssen-Aufsichtsart zum Schienenkartell gemacht, er hat die Wahlkampthemen in den Interviews und Auftritten seit seiner "Sturzgeburt" nicht thematisiert.
www.fr-online.de/politik/kanzlerkandidat-steinbrueck-spd-beklagt-sich-ueber-berichterstattung,1472596,21429314.html
Die SPD beklagt eine Medienkampagne. Wobei eine Kampagne pro Steinbrück würde sie sicher nicht beklagen.
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/peer-steinbrueck-ein-teurer-kandidat-12019865.html
Due FAZ hinterfragt die Finanzierung der langsam auch seitens der SPD verkündeten Wahlkampfthemen.
"Steinbrück sieht sich gerne als Kandidat, der Wähler weit in der Mitte anspricht. Wenn die Mitte nur ein bisschen rechnen kann, wird daraus nichts werden."
21:34
"Nachdem die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Steinbrück bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2005 mit 37,1 % ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in NRW seit 1954 erreichte" aus Wikipedia
Dieses Wahlergebnis in NRW hatte Gründe. Einer hieß Clement und der andere Steinbrück.
Dieser Vortragsreisende soll/will jetzt Bundeskanzler werden? Ich fasse es nicht. Weil aber die CDU auch nur Merkel anbietet, werde ich die nächste Wahl verweigern. Das erste Mal sein 1972. Damit bekommt wenigstens keine der Parteien die Wahlkampfkostenerstattung für meine Stimme.
Ich sehe nur ein Problem. Wenn die sogenannten Volksvertreter ihr Volk weiter so ignorieren wie in den letzten 20 Jahren, wird irgendwann wieder ein wirklich Wahnsinniger an die Macht kommen, wie 1933.
..das wäre schön, wenn es bei Wahlverweigerung weniger Geld gäbe. Dem haben die Politiker allerdings vorgebeugt. Vielleicht auch ein Grund, weshalb die Parteien garnicht wollen, dass viele wählen. Es sollen gefälligst nur die "Richtigen" wählen ..... Da hilft dann wirklich nur die Protestwahl!!
20:29
Fettnäpfchen hin oder her.
Schaut euch das Gesicht an und danach könnt ihr urteilen!
Sieht so ein Sozi aus??
Dagen war Wehner eine Schönheit!!!!!!!!!!!!!!!!!
18:40
...wenn von "der Presse"-hier der WAZ-verlangt wird,irgendwas irgendwie darzustellen.
Möglichst "INVESTIGATIV".Mir ist völlig egal,was die wie schreiben.Man sollte irgend
wann in seinem Leben selbst in der Lage sein,Sachverhalte und/oder Personen ein-
schätzen zu können.Wenn man das Gefühl hat,dass man das nicht drauf hat,sollte man
nicht wählen gehen.Dann würden uns vielleicht irgendwann Wahlergebnisse wie die der letzten 50 Jahre erspart bleiben.