Die Eltern bleiben in der Pflicht

Früher war vieles leichter. Da gab es 50 Pfennig Taschengeld pro Woche. Davon kauften sich die Kinder im Lädchen Schokoriegel, Fußballbilder - bis das Portemonnaie leer war. Werbung und Marketing versuchten zwar damals schon, die Kleinen unlauter zu locken. Doch deren Budget war begrenzt. Wer ein Mal auf die Botschaften hereingefallen war, der überlegte von da an zwei Mal, welchen Quatsch er sich leisten konnte.

Heute sind Cent und Euros mit einem Wisch auf dem Smartphone verpulvert. Und Erwachsene wundern sich, warum Kinder den richtigen Umgang mit Geld nicht mehr lernen. Dabei ist es schon für die Großen schwierig, mit virtuellem Geld umzugehen - für die Kleinen unmöglich. Insofern ist die Initiative der Verbraucherzentralen sehr zu begrüßen, die Anbietern von Kinder-Apps, die mit vermeintlichen Gratis-Spielen zum Kauf verführen, strengere Regeln auferlegen möchten.

Doch auch das wird nichts helfen, wenn Eltern sich nicht die Zeit nehmen und die Mühe machen, Kinder ihrem Alter entsprechend an den richtigen Umgang mit Geld und Medien heranzuführen. Denn schwarze Schafe wird es unter Anbietern immer geben. Deshalb können alle technischen Hilfsmittel und alle noch so strengen Regeln die Medienerziehung die Eltern niemals ersetzen.

Dass jedoch ein Viertel der 6- bis 13-Jährigen bereits über ein internetfähiges Smartphone verfügt, lässt daran zweifeln, ob sich alle Eltern dieser Aufgabe tatsächlich bewusst sind. Dass Eltern kleinere Schulkinder mit Spielen am Handy allein lassen, ohne diese einmal gemeinsam ausprobiert zu haben, ebenso. Und erst recht die Erfahrung, dass manche Väter und Mütter die Rechnung ihrer Kinder im Nachhinein begleichen, statt ihnen per Prepaid-Karte Grenzen zu setzen.