Die Bedrohung bleibt groß

Wir haben Glück gehabt. Aus Respekt vor der Polizei sollte man besser annehmen: Das Glück des Tüchtigen. Es spricht viel dafür, dass die Sicherheitsbehörden einen Anschlag auf ein Radrennen in Hessen vereitelt haben. Es ist die Rede von einem islamistischen Hintergrund. Und da denkt man unweigerlich an das Attentat beim Marathonlauf in Boston.

Dass in Eschborn ein Drama verhindert wurde, kann man als Verkettung glücklicher Umstände darstellen. Nur wird es der Polizei und Politik nicht gerecht. Sie haben die Gefahr salafistischer Umtriebe erkannt, Vereine verboten, den Druck hoch gehalten. In Braunschweig wurde ein Karnevalsumzug abgeblasen und in Bremen eine ganze Stadt tagelang lahm gelegt. Daran gab es (Manöver)Kritik.

Umso mehr zeigt Eschborn nun, dass die Warnungen einen realen Hintergrund haben. In Hessen bestätigte sich nicht zuletzt, wie wichtig es ist, wenn Bürger aufmerksam sind und mit Hinweisen helfen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir es – von der gefassten Sauerland-Gruppe über den gescheiterten Anschlag am Bonner Hauptbahnhof bis zum Vorfall in Hessen – mit Tätern zu tun hatten, die nicht gerade professionell waren. Das muss nicht immer so bleiben.

Die Bedrohung bleibt groß und erklärt, warum der Radsport-Klassiker – trotz des Polizeierfolgs – abgesagt wurde. Das ist nachvollziehbar. Wir sollten uns nur nicht einschüchtern lassen. Die Freiheit darf nicht auf der Strecke bleiben.