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Bundestagswahl

Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften

16.09.2009 | 23:58 Uhr
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften

Berlin. Kurz vor der Wahl schimpfen die Gewerkschaften auf die SPD. Anlass ist ein missverständlicher Wahlaufruf dreier Arbeitnehmervertreter in der SPD-Zeitung "Vorwärts". Die Gewerkschaftler wurden laut Medienberichten ohne deren Einverständnis als Wahlhelfer angeführt. DGB-Chef Sommer ist empört.

Vor der Bundestagswahl hat die SPD mit einem missverständlichen Wahlaufruf die Gewerkschaften verärgert und muss sich nun für einen Wahlaufruf in der Parteizeitung «Vorwärts» entschuldigen. Die Oktoberausgabe der Parteizeitung bildet offenbar auf einem beigelegten Prospekt die drei Gewerkschaftsführer Michael Sommer (DGB), Berthold Huber (IG-Metall) und Hubertus Schmoldt (IG BCE) als Unterstützer des Deutschland-Plans von SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit zustimmenden Zitaten zu den SPD-Plänen ab. In der Mitte der oberen Hälfte stehe der Slogan: «Den Richtigen wählen.» Das Problem sei laut einem Bericht von Spiegel Online, dass die Zitate der Unterstützer zwar authentisch aber nicht exklusiv seien. Die drei angeblichen Unterstützer wussten von der ganzen Aktion und der Verwendung der Zitate nichts.

"Nicht hinzunehmende Grenzüberschreitung"

Eine DGB-Sprecherin sprach laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung von einer «nicht hinzunehmende Grenzüberschreitung». Die Gewerkschaften seien schließlich parteipolitisch neutral. Zwar sind alle drei Mitglied der SPD, aber derlei persönliche Präferenzen, so haben sie es für diesen Wahlkampf festgelegt, sollen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht auf ihre Organisationen übertragen werden.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer weist die Darstellung in der SPD-Zeitung als "eine völlig unzulässige Vereinnahmung meiner Person und meiner öffentlichen Warnung vor schwarz-gelb" zurück. In einer Erklärung auf der DGB-Homepage betont der Vorsitzende, dass der Gewerkschaftsbund und sein Vorsitzender parteipolitisch unabhängig bleiben. "Wir rufen weder indirekt noch direkt zur Wahl einer Partei auf oder geben Koalitionsempfehlungen. Meine Meinung und die Position des DGB zur Bundestagswahl ist im Wahlaufruf des GBV umfassend wiedergegeben", heißt es dort weiter.

Bedauern des "Vorwärts"-Chefredakteurs

«Vorwärts«-Chefredakteur Uwe-Karsten Heye widerrief die Aussage des Werbeprospekts mit seinem Erscheinen auf der Internetseite der Parteizeitung. »Der ,Vorwärts' muss sich entschuldigen«, habe er am Dienstag auf der Homepage des Parteiblattes geschrieben. Durch ein Missverständnis in der Redaktion sei es versäumt worden, »das ausdrückliche Einverständnis für die Zitierung im gewählten redaktionellen Rahmen des Vorwärts einzuholen». Im Gespräch mit Spiegel Online erklärte Heye, dass sich jeder Mitarbeiter auf den anderen verlassen habe und am Ende keiner das Einverständnis der Betroffenen eingeholt habe. (mit Material von ddp)

DerWesten

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Kommentare
05.10.2009
00:24
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von jopi | #19

Lassen wir das Gewerkschaftliche doch lieber gleich die FDP-/CDU-Koalition machen... Dafür spricht auch, dass die schärfsten Gewerkschaftskritiker augenscheinlich sowohl Marktradikale sind (vergleiche #3, #5 usw.) als auch Arbeitnehmer (vgl. #10, #9, #7 usw.).

Eine unheimliche Koalition gegensätzlicher Interessen? Gewählt bzw. verweigert wurde übrigens ähnlich. Why not?

18.09.2009
19:54
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von Gerz | #18

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18.09.2009
13:03
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von rote zora | #17

Es gab Zeiten, da haben sich die Gewerkschaftsvorsitzenden gerne mit den jeweiligen SPD Wahlslogan,s abbilden lassen.... dass das jetzt anders geworden ist kann die SPD nur dem Schröder mit seiner katastrophalen Agenda 2010 und den Unrechtsgesetzen des Puff-Direktors Peter Hartz verdanken ?????

17.09.2009
19:29
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von montcenisschacht2 | #16

Dennoch, alle drei genannten Gewerkschaftsvorsitzende haben das SPD Partei Buch und wählen diese auch , trotz des Sozialabbaus dieser Hartz Buben.

17.09.2009
13:02
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von kannst weiter machen Angie | #15

muss die SPD verzweifelt sein ...

ist aber auch hart, wenn der stellvertretende Parteivorsitzende 10 Tage vor der Wahl erklärt, dass sein Kanzlerkandidat ja gar keiner ist, weil er ja gar nicht Kanzler werden kann.

ne, Leute, da ist mir die Frau Merkel lieber. Es gibt sicherlich tollere Rhetoriker und Staatsschauspieler, aber bei iihr st das alles wenigstens nicht immer so hysterisch sondern eher rational und abgewogen

17.09.2009
09:31
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von Fragensteller Paule | #14

Warum spricht sich der DGB nicht eindeutig und unmissverständlich für ein Ende der Grossen Koalition aus ?? Diese Koalition hat für die AN in Deutschland nur Nachteile gerbacht.

16.09.2009
23:06
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von Thomas.Lau | #13

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16.09.2009
23:02
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von Thomas.Lau | #12

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16.09.2009
22:57
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von Thomas.Lau | #11

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16.09.2009
22:39
Dicke Luft zwischen SPD und Gewerkschaften
von ele.ant | #10

Wenn in den oberen SPD-Etagen nicht so viel g.kokst würde, könnten viele dieser Überheblichkeiten vermieden werden.

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