DFB reagiert auf Bremer Vorstoß mit rüdem Foul

Was wir bereits wissen
De Deutsche Fußball-Liga (DFL) und der Deutschen Fußball-Bund (DFB) ziehen in der Debatte um eine Beteiligung der Profiklubs eine rüde Grätsche dem fairen Tackling vor. Dabei können sich DFL und DFB den brennenden Fragen nicht länger entziehen. Ein Kommentar.

Essen.. Der mutige Vorstoß des Bremer Senats, den Profifußball an den Kosten der Polizeieinsätze zu beteiligen, wirkte erwartungsgemäß wie ein rotes Tuch auf die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Dass diese wie ein gereizter Stier reagieren würden, war vorhersehbar. Den prompten Entzug des in Bremen geplanten DFB-Länderspiels gegen Gibraltar rechtfertigt es deshalb aber nicht. Mit einem rüden Foul einen Angriff abzuwehren, zieht im Fußball mindestens die gelbe Karte nach sich.

Um die Problematik im aktuellen Fall nicht zu sehen, bedarf es schon einer Portion Ignoranz und Dreistigkeit. Niemand bestreitet, dass es grundsätzlich Aufgabe des Staates ist, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Worum es geht, ist die Verhältnismäßigkeit, genauer: um die bei brisanten Anlässen (Stichwort: Risikospiele) unverhältnismäßig hohen Kosten, denen exorbitante Einnahmen der Veranstalter gegenüberstehen.

Auch unter Berücksichtigung der Vereinsausgaben für Präventivmaßnahmen gilt: Wer mit einem Gesamtumsatz der 36 deutschen Profiklubs in Höhe von 2,59 Milliarden Euro (Saison 2012/2013) protzt, darf sich der Frage nach einem angemessenen Anteil an den steigenden staatlichen Sicherheitsaufwendungen nicht länger entziehen. Wo doch bereits ein Prozent der Klub-Einnahmen mehr als ein Viertel der auf 90 Millionen Euro geschätzten Saisonkosten für die Polizeieinsätze abdecken würde.