Das aktuelle Wetter NRW 19°C
IT-Gipfel

Deutschland möchte bei Digitalisierung Weltspitze werden

13.11.2012 | 17:17 Uhr
Deutschland möchte bei Digitalisierung Weltspitze werden
Deutschland will bei der fortschreitenden Digitalisierung in den nächsten Jahren zur wirtschaftlichen Weltspitze aufsteigen.Foto: dapd

Essen.  Der sechste nationale IT-Gipfel ist am Dienstag in Essen gestartet. Deutschland soll in Zukunft zur weltwirtschaftlichen Weltspitze im IT - Sektor aufsteigen. Deshalb sollen Wachstumsimpulse für den Ausbau digitaler Netze geschaffen werden. Dabei seien Investitionen von 130 Milliarden nötig.

Deutschland will bei der fortschreitenden Digitalisierung in den nächsten Jahren zur wirtschaftlichen Weltspitze aufsteigen. Bis 2020 könne es die Bundesrepublik als Industrienation sowie als Standort für Informationstechnologie (IT) gleichermaßen unter die ersten drei schaffen, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf dem diesjährigen Nationalen IT-Gipfel am Dienstag in Essen. "Wir wollen in beiden Bereichen auf das Siegertreppchen kommen."

Als Industrienation steht Deutschland, einstmals die Nummer drei nach den USA und Japan, durch das enorme Wachstum Chinas und Indiens inzwischen auf dem fünften Rang. Im Wettbewerb der IT-Branche bringt es die Bundesrepublik auf Platz sechs. In den nächsten Jahren müsse daher die traditionelle Stärke der deutschen Industrie mit den Chancen der IT vernetzt werden, sagte Rösler: "Die digitale Wirtschaft ist Wachstumstreiber für alle Branchen."

In Deutschland sollen die Wachstumsimpulse digitaler Netze in verschiedene Bereiche kommen

Schon jetzt geht nach einer auf dem Gipfel vorgestellten Studie rund ein Fünftel des Produktivitätswachstums in allen Wirtschaftszweigen auf den wachsenden Einsatz von IT zurück. Der Anteil werde mit der fortschreitenden Digitalisierung auch der klassischen Industrie weiter steigen. Die von Fachleuten ausgerufene "vierte industrielle Revolution", kurz "Industrie 4.0", sei eine "große Chance" für Deutschland, befand auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Umfrage
Professor Dieter Kempf, Präsident des Verbands Bitkom der IT- und Telekommunikationsbranche, fordert Informatik als Pflichtfach in der Oberstufen. Was halten Sie von der Idee?
 

In Deutschland sollen die Wachstumsimpulse aus dem Aufbau intelligenter digitaler Netze in den zentralen Infrastrukturen Energie, Verkehr und Gesundheit kommen. Damit lassen sich dann beispielsweise Verkehrsströme besser lenken und die Stromerzeugung passgenau auf den Verbrauch abstimmen.

Die nationale IT-Gründerszene soll künftig mehr Unterstützung bekommen

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) schätzt die nötigen Investitionen auf 130 Milliarden Euro. "Das ist eine Mammutaufgabe, die Staat und Wirtschaft nur gemeinsam bewältigen können", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf . Dem folge aber eine jährliche Wertschöpfung von bis zu 55 Milliarden Euro. "Wir sollten uns zum Ziel setzen, in den kommenden zehn Jahren die modernste Infrastruktur weltweit aufzubauen", so Kempf.

Aber auch die nationale IT-Gründerszene soll künftig mehr Unterstützung bekommen. Das Bundeswirtschaftsministerium will dazu laut Rösler sowohl einen Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" als auch einen Marktplatz für junge IT-Betriebe - sogenannte Start-ups - schaffen. Diese sollen so unter anderem leichter potenzielle Investoren finden und Kontakte zur etablierten Wirtschaft aufbauen.

Bitkom findet erstmal in NRW statt

Dass es hierzulande bislang weder ein deutsches Google noch ein deutsches Amazon gibt, führen IT-Experten vor allem auf unzureichende Gründerhilfe zurück. Bankkredite, Beteiligungskapital oder öffentliche Zuschüsse spielten bei der Finanzierung von Start-ups kaum eine Rolle, kritisierte Kempf: "Mit dem Sparbuch der Gründer kann man kein Google und kein Facebook aufbauen."

Bereits zum siebten Mal veranstaltete die Bundesregierung den Nationalen IT-Gipfel, auf dem rund 800 Teilnehmer aus Wirtschaft, Forschung und Politik die künftigen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Informations- und Kommunikationstechnologie ausloteten. Erstmals fand die Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen statt. (dapd)


Kommentare
13.11.2012
18:22
Deutschland möchte bei Digitalisierung Weltspitze werden
von xxyz | #1

Auf Reisen bekommt man den Eindruck, dass dies wieder nur viel Lärm um nichts ist.

Auch in den Wüsten von vielen Ländern der dritten Welt findet man häufig bessere Mobilfunk-Netzwerke als in Deutschland.

Aus dem Ressort
Die Regierung von Bulgarien ist zurückgetreten
Regierungswechsel
Nach gut einem Jahr im Amt ist die Regierung des osteuropäischen Landes Bulgarien zurück getreten. Nach der Wahlniederlage der bulgarischen Sozialisten bei der Europawahl im Mai, war die Koalition aus Sozialisten und der Türkenpartei DPS zerbrochen.
Ukraine behauptet: Kampfjet-Abschuss erfolgte aus Russland
Ukraine-Krise
Knapp eine Woche nach dem Abschuss von Flug MH17 über der Ost-Ukraine sind am Mittwoch erneut zwei Flugzeuge abgestürzt. Die Regierung in Kiew behauptet, die beiden Kampfjets seien von russischem Gebiet aus abgeschossen worden.
Niederlande empfangen Opfer des Flugzeugabsturzes
Ukraine
Die Niederlande holen die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine zur Identifizierung heim. Der Mittwoch ist zum Tag der nationalen Trauer erklärt worden. Die Hintergründe der Katastrophe sind noch immer unklar - auch die Zahl der bislang geborgenen Opfer.
China startet Zensur-Kampagne "Sauberes Internet 2014"
Pressefreiheit
Chinas Behörden wollen das Internet von Pornografie und Gerüchten reinigen. Dafür riefen sie die Kampagne "Sauberes Internet 2014" ins Leben. Kritiker sehen darin ein Ablenkungsmanöver, um Dissidenten zum Schweigen zu bringen. 40 Blogger wurden bereits festgenommen.
Soll man gegen Israels Politik auf die Straße gehen?
Pro und Contra
Die Eskalation des Nahost-Konflikts bewegt die Menschen weltweit - und führt an manchen Orten zu antisemitischen Ausfällen. Ist es richtig gegen Israels Politik auf die Straße zu gehen? Ein Pro und Contra.
Umfrage
Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?

Das Beispiel ist krass: Ein 23-Jähriger wird auf Facebook einer Vergewaltigung bezichtigt — aber er ist unschuldig. Wurden Sie schon Opfer von Facebook-Hetze oder Mobbing?

 
Fotos und Videos
Trauer nach Flugzeugabsturz
Bildgalerie
Flugzeugabsturz
Flugzeugunglück in der Ukraine
Bildgalerie
MH17-Unglück