Deutschland kommt an neuer Rentenformel nicht vorbei
30.01.2011 | 15:18 Uhr 2011-01-30T15:18:00+0100
Essen. Wer die Rente ab 67 Jahren schon als Zumutung empfindet, wird sich bald vielleicht noch länger gedulden müssen. In Deutschland und Europa wird nun über die Rente ab 70 diskutiert. Zu Recht, wie WAZ-Chefredakteur Reitz in seinem Blog schreibt.
Die Vorgabe aus Brüssel ist klar. Bis zum Jahr 2060 muss dem Willen der Europäischen Kommission das durchschnittliche Pensionsalter bei den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auf 70 Jahre steigen. Momentan liegt es bei 61,4 Jahren – in Deutschland bei 61,7 Jahren.
Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, hält deshalb die Rente mit 67 Jahren nur für einen ersten Schritt. „Ich glaube, die Geburtsjahrgänge ab 1975 werden sich auf die Rente mit 70 einstellen müssen“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete der „Rheinischen Post“.
Die Junge Union vertrete diese Position bereits seit Jahren. „Das Problem hat sich verschärft“, fügte Mißfelder hinzu. Gewerkschaften und Sozialverbände sowie Teile der SPD und Grünen halten die aktuelle Regel hingegen für unsozial.
Vertreter der Bundesbank sind jedoch ebenfalls der Meinung, dass die Rente mit 67 nicht ausreicht, um das Wirtschaftssystem zu stabilisieren und fordern das Eintrittsalter auf mindestens 69 Jahre zu erhöhen. Mittlerweile haben auch mehrere Regierungen in Europa an der Rentenschraube gedreht.
Das jüngste Beispiel stammt aus der vergangenen Woche. In Spanien hat die Regierung in Anlehnung an die Entscheidung des deutschen Bundestages von 2007 beschlossen, das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Die Reform sieht vor, dass von 2013 an das Rentenalter jedes Jahr um einen Monat und später um jeweils zwei Monate erhöht wird. Von 2027 an müssen dann alle Spanier bis 67 arbeiten - außer wenn sie 38,5 Jahre eingezahlt haben. Dann dürfen sie bereits wie gehabt mit 65 in Rente.
Griechenland: Aufgrund der drohenden Pleite des Landes hat die griechische Regierung unter dem Druck der Finanzkrise und der hohen Staatsverschuldung das Renteneintrittsalter von 61 auf 65 Jahre erhöht.
Dänemark: Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen will erreichen, dass alle heute 30 Jahre alten Dänen bis Mitte 70 arbeiten. „Es geht um das Überleben der dänischen Wirtschaft“, sagte er und begründete seinen Reformvorschlag mit dem Mangel an Fachkräften und den steigenden Ausgaben für die Rentenversicherung, die die dänische Wirtschaft kollabieren lassen könnten.
Frankreich: Trotz zum Teil gewaltätiger Massenproteste in der Bevölkerung hat die französische Regierung im vergangenen Jahr das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre erhöht. 2008 gingen Franzosen im Durchschnitt noch mit 59,3 Jahren in den Ruhestand.
Das bisher niedrigste Renteneintrittsalter hat übrigens Schweden. Es liegt bei 61 Jahren. Wer jedoch bis 70 arbeiten möchte, kann dies tun und erhält dafür auch noch kontinuierlich steigende Zuschläge.
________________________________________________________________________________
In seinem Blog „Reitzthema“ kommentiert WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz dazu:
Rente mit 70?
Demnächst mit 67 Jahren in Rente, demnächst mit 70, danach noch später.
Spinnen die Dänen?
Nicht irgendwer, sondern der Ministerpräsident des Landes, Lars Rasmussen, begründete seinen Vorschlag für eine derartig radikale Rentenreform. Das gehe nicht anders, gehe es doch um nicht weniger als das Überleben der Wirtschaft und des Rentensystems.
Sicher: Das klingt wie Angela Merkels „alternativlose“ Schlapp-Staaten-Rettung oder Gerhard Schröders Basta-Politik. Andererseits: Vielleicht muss, wer unpopuläre Dinge durchsetzen will, zu derart kraftmeierischer Rhetorik greifen.
Rasmussen wurde selbstredend mächtig verprügelt von der Opposition. Dabei ist sein Vorschlag doch nur vernünftig, vor allem dies: Den Beginn der Rente an die Entwicklung des durchschnittlichen Lebensalters eines Volkes zu binden. Damit wäre klar: Rente bekommt man als Durchschnitts-Deutscher oder –Däne maximal 15 Jahre, ganz gleich, wie alt man wird.
Das ist natürlich nicht nur in Dänemark ein Tabu. Über die Rente mit 67 hat es die SPD mehr oder weniger zerlegt. Und auch die CDU will über das Thema am liebsten gar nicht reden. Das ist natürlich Politikverweigerung, zynischer: Vielleicht besteht Politik gerade in diesem empfindlichen Fall in Politikverweigerung.
Denn Rente hat an sich viel mehr mit Mathematik als mit Politik zu tun. Es ist völlig klar, dass die Renten sinken müssen, wenn immer weniger Menschen immer mehr Menschen im Alter versorgen müssen. Es gibt aber nur zwei Wege, wie Renten sinken können: Entweder wird absolut weniger Rente gezahlt, oder für die unverändert hohe Rente muss länger gearbeitet werden.
Ganz gleich, wie der Dänenstreit ausgeht: Auch die Deutschen kommen an einer neuen Rentenformel nicht vorbei. Leider wird viel zu wenig über die Chancen geredet, die darin liegen. Wie will und kann man arbeiten, wenn man älter als 65 Jahre alt ist? Wie viele Tage, wie viele Stunden welche Belastung? Wie viel Urlaub, wie viel Freizeit? Und so weiter. Es gibt schließlich eine ganze Menge Menschen, die sich davor fürchten, eines Tages gar nicht mehr arbeiten zu dürfen.

18:36
Wie weise sind doch die Weisen die sich das ausdenken. Entweder sie denken an sich selbst weil sie einen schönen gutbezahlten Job haben und den recht lange behalten wollen oder aber sie wissen nicht was weise bedeutet.
Es ist jetzt schon unverschämt wenn man mit 59 Jahren warten muss bis es Rente gibt und derweil mit Hartz IV abgespeist wird nachdem man 42 Jahre hier gearbeitet hat.
Ganz zu schweigen von denjenigen Herr-, Frau- und Stiefelschaften die sich immer wieder erdreisten die Hartz VI-Empfänger mal arbeiten schicken zu wollen.
Es wäre wirklich weise den Politikern ihre fetten Diäten und was sie sonst noch erhalten drastisch zu kürzen oder sie nach Leistung zu bezahlen.
Anstatt die Masse des Volkes menschenunwürdig dahin vegetieren zu lassen.
Leben Sie doch von 300 Euro im Monat wenn sie 110 Euro Strom und Gaskosten haben und 70 Euro Internet und Telefon. Dann kann man richtig geil leben mit 120 Euro für essen, trinken, sauberkeit, kultur, kleidung, und was man als notwendigstes zum LEBEN braucht.
Hauptsache solche Menschen wie die Wirtschaftsweisen und Poltiker haben genug.
Pfui deibel.
06:34
Ulrich Reitz, der Chefredakteur ,
Viele habe Jung angefangen mit der Arbeit
heute wird man mit einer Billigen Frauenrente Bezahlen mit 620 Euro die hinten und vorne nicht reichen für Lebensmittel,Miete,Strom usw.usw.,um so etwas müssen Sie sich ja Gott sei Dank keine Sorgen machen.
So nun stimmt mein Bericht
05:57
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
05:55
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
05:46
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
09:25
Herr Reitz sie stellen Forderungen auf, vor dem Hintergrund dass Sie mit dafür gesorgt haben dass Redakteure zwischen 55 und 60 entlassen bzw. in Vorruhestand geschick wurden, kommen Sie jetzt her und fordern populistisch die Rente mit 70, mein Gott wie weit haben Sie sich von ihren Lesern entfernt? Sie können noch mit 70 am Schreibtisch sitzen, aber frage Sie sich einmal was mit einem Arbeiter, der Knochenarbeit gemacht hat, ist?
@Bodo H.Ich habe mein ABO gekündigt weil Sie meine Urlaubsaussetzer mit Bearbeitungsgebühren belasten trotz der Tatsche dass ich 6 Mon. im Voraus bezahlt habe, für etwas wo von Ihnen noch keine Diestleistung erbracht wurde..., gehört das auch zu Ihrer neuen Geschäftspolitik?
Über den H. Mißfelder, der noch nie gearbeitet hat und sein Geld von den Steuerzahlern bekommt möchte ich mich gar nicht erst äußern, für mich ist das ein dummer Schwätzer;
aber Sie H. Reitz sind doch ein gestandener Mann?!
freundlichsrt klaus h aus Duisburg
00:40
Die Politik hat sich doch schon lange auf die
zukünftige Finanzierung der Renten verständigt.
Altrentner finanzieren Neurentner!
Die Grundrente (Einheitsrente) beträgt z.B.
1100 Euro, (Steuerfrei)!
Alle Renten von über 1100 Euro werder in
Zukunft so besteuert,bis wieder das Netto-Niveau
von 1100 Euro erreicht wird.
Alle,die jetzt noch auf eine gute Rente hoffen,
weil sie viel und lange eingezahlt haben,
wird der Kitt aus der Brille fallen wenn sie ihren
Rentenbescheid und als Anlage dazu ein Brief
vom Finanzamt erhalten.
Anmerkung: Rentenbeiträge der Arbeitnehmer
wurden aus schon versteuerten Einkommen
einbezahlt.
Es handelt sich also um eine verfassungswiedriege
Doppelbesteuerung.
Dieser Rentenbetrug wird dann auch noch
frecherweise als soziale Errungenschaft verkauft werden.
16:07
ich habe mit 15 jahren angefangen zu arbeiten. ( und so manche andere auch) mit 60 habe ich dann 45 jahre eingezahlt. das muß genug sein.
werde ich mit 60 jahren rentner, werden 18% von der rente abgezogen, obwohl 45 jahre eingezahlt worden sind.
man wird nur bestraft, und die regierung lacht sich krank.
14:48
Mit 65 kellner ich in einem schönen Hotel an einem schönen Sandstrand am anderen Ende der Welt und lass es mir gut gehen :-)
14:47
Na ja, #75 auch D hat Mrden aus der EU Kasse bekommen,. manche 3/4 Million und mehr, zum Aufbau Ost, ist nicht nur im Bremer Vulkan verraucht, auch hier sind EU Fördergelder veruntreut und oder versickert, zweckentfremdet, mit Figerzeig auf IRL und GR wie auch E oder P passt nicht, Wackelkanditen waren EU Länder 10-12 von Anfang an und dennoch waren und sind sie willkommen.
Das auch deutsche Banken die Lage in GR und IRL verschärft haben ist nicht von der Hand zu weisen..
Um nicht zu weit abzuschweifen, China ist bestrebt Staatsanleihen GRs zu kaufen...
Über die Folgen für die EU mag ich lieber nicht nachdenken, nicht nur die Sturheit Ds wird für die EU Bürger sehr teuer werden...
Gelder die für anderes verwendet und wieder zweckentfremdet werden müssen, statt das Alter der EU Büger zu sichern.