Deutschland im Funkloch

Düsseldorf/Berlin..  Deutschland hinkt der Entwicklung beim Gratis-Internet hinterher. Besucher aus USA, England und Asien staunen, wie schwer es in Deutschland ist, ein öffentliches WLAN zu finden.

Laut einer Studie des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, Eco, gab es in Deutschland Ende 2014 nur zwei Hotspots je 10 000 Einwohner. In Südkorea sind es hingegen 37, in Großbritannien 29 und in Schweden 10. Frankreich kommt immerhin auf fünf Hotspots je 10 000 Einwohner. Deutschland hatte zum Jahresende 2014 insgesamt rund 15 000 öffentliche Zugänge zum Internet, im Vereinigten Königreich waren es 182 000.

Während sich in Deutschland Bund, Länder und IT-Experten über Sinn und Unsinn der „Störerhaftung“ streiten, gibt es in Schweden gar keine „Störerhaftung“. Die Bürger in Estland können fast überall und jederzeit kostenlos ins Internet, egal ob im Supermarkt, am Strand oder im Wald. Estland garantiert seinen Bürgern sogar per Gesetz kostenlosen Zugang zum Internet.

In Deutschland spotten Internet-Aktivisten und Freifunker inzwischen laut über die „Störerhaftungs“-Debatte und die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, WLAN-Anbieter zu Sicherungsmaßnamen wie der Verschlüsselung des Routers zu verpflichten. Wer öffentliches WLAN wolle, der sollte nicht Verschlüsselung anstreben.