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Behindertenrechte

Deutschland ignoriert Rechte Behinderter

19.09.2010 | 16:07 Uhr
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
An der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen funktioniert es: Behinderte und nicht behinderte Kinder lernen seit drei Jahren gemeinsam. Foto: Martin Möller

Düsseldorf.Behindertenbeauftragte und der UN-Beobachter werfen Bund und Ländern schwere Versäumnisse bei der Integration von Behinderten in den normalen Schulunterricht vor.

Im März 2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben. Geschehen ist seitdem praktisch nichts. „Wo ist die Wende in der Lehrerausbildung? Wo ist der rechtliche Rahmen für eine Umsetzung der Konvention? Behörden und Gerichte wissen zu wenig darüber“, sagt Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, dieser Zeitung.

Aichele wird 2011 der UNO Bericht erstatten, welche Fortschritte es in Deutschland gibt. Heute sagt er: „Eineinhalb Jahre nach dem Inkrafttreten der Konvention kann man erwarten, dass in den Ländern Pläne vorliegen, die den Weg zur Umsetzung beschreiben. Die sind aber die Ausnahme.“

Recht auf gemeinsames Lernen

„Es ist nicht genug geschehen“, sagt auch Norbert Killewald (SPD), der Behindertenbeauftragte der Landesregierung. Killewald sieht NRW dennoch auf gutem Weg. „Im Koalitionsvertrag steht, dass wir Inklusion schaffen.“ Inklusion heißt: Behinderte und Nicht-Behinderte haben das Recht auf gemeinsames Lernen. Killewald kritisiert Lehrerverbände: „Man kann den Eindruck haben, dass einige Mitglieder kein echtes Interesse daran haben, dass die UN-Konvention praktisch umgesetzt wird. Es gibt das Recht Behinderter auf einen regulären Schulbesuch.“

Interessenvertreter von Behinderten ärgern sich besonders über ein Positionspapier der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Umsetzung der Konvention. „Der KMK geht es offenbar darum, möglichst billig aus der Sache rauszukommen“, sagt Ulrike Hüppe vom Elternverband „Gemeinsam Leben Gemeinsam Lernen NRW“. In dem Papier ist unter anderem vom „Vorhalten unterschiedlicher Förderschulformen in den Ländern“ die Rede. Behinderte Kinder sollen „so weit wie möglich“ mit anderen unterrichtet werden. Hüppe: „Es geht um einen völkerrechtlich verbindlichen Vertrag. Er erfordert das Umstellen des Systems und nicht das Fortbestehen zweier Systeme, eines für Behinderte und eines für Nicht-Behinderte.“

Matthias Korfmann

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22.09.2010
11:13
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von Konstruktivist | #18

Was Ruhrpottbewohnerin beschreibt, habe ich als Mitschüler und Zivi selbst ähnlich erlebt, wobei gut ausgebildete Lehrer vonnöten sind, um Menschen mit Behinderungen nicht einfach nur so mit durchzuziehen, sondern wirklich zu integrieren. Wenn Kinder und Jugendliche nicht bereits in jungen Jahren ganz konkret und praktisch gemeinsam lernen, Verantwortung zu übernehmen, dann darf es auch niemanden verwundern, dass sie später damit überfordert sind und sich die hier viel beschriebene Ellbogen-Mentalität durchsetzt.

20.09.2010
16:03
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von immermandeck | #17

Deutschland labert nur von Bildung. Getan wird wenig.

20.09.2010
15:02
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von Ruhrpottbewohnerin | #16

Auf dem Gymnasium meines Ältesten wurde einmal ein Experiment gemacht. Ein schwer kranker- und behinderter Junge wurde in den normalen Schulalltag integriert. Er litt an einer degenerativen Erkrankung, was bedeutete, dass sich sein Zustand langsam aber kontinuierlich verschlechterte.
Die Klassenkameraden mussten dem Jungen bei allen Dingen zur Hand gehen, wie die Schulbücher in seien Tasche stecken, die Tasche tragen, wenn der Klassenraum gewechselt wurde. Musste die Etage gewechselt werden, so mussten sich die Kidds darum kümmern, dass sie starke Jungs aus der Oberstufe auftrieben, die den Jungen samt Rollstuhl ein Stockwerk höher oder tiefer beförderten.
Wer jetzt meint, das wäre doch nicht die Aufgabe der Klassenkameraden, der sollte folgendes Phänomen zur Kenntnis nehmen. Während Prügeleien und verschärftes Mobbing in den Parallelklassen. sowie in den Klassen darüber und darunter zur Tagesordnung gehörten, ist dieses asoziale Verhalten in der Klasse mit dem behinderten und todkranken Jungen so gut wie nicht vorgekommen.
Diese Klasse mit dem kranken Jungen war ein echtes Lehrbeispiel, wie Menschen, besonders Kinder im Umgang mit anderen, für die sie ein Stückchen Verantwortung übernehmen müssen, selber wachsen.
Anderes Beispiel: Eine Bekannte von mir hat ein Kind, das an dem Morgen-Down-Syndrom leidet. Sie ist mit ihrem Kind nach Italien gezogen, weil es dort keine Sonderschulen gibt. Der Junge geht in eine ganz normale Schule und hat dort ganz normale Freunde und entwickelt sich prächtig. In Deutschland wäre das undenkbar.
Seitdem ich das erlebt habe, bin ein ein Gegner der Sonderschulen.

20.09.2010
14:53
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von Langnese | #15

Karre, Kohle, Kippen und Köter zählen in Deutschland. Kapiert´s endlich.

20.09.2010
14:33
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von parteiloser | #14

Es ist eine schäbige mentalität, wie Menschen mit Handicap nicht nur schlecht behandelt bzw. nicht beachtet, sondern über sie wird im großen Stil ausgebeutet. Die Kassen für Schwerbehinderte sind pralle voll und werden über die scheinheilige Behindertenmaßnahmen von Integrationsfachdiensten und Unternehmen gemeinsam beraubt. Das ist so eine riesige Sauerei, dass sollte mal zum Thema Integration endlich mal vors Gericht gezerrt werden. Viele Menschen mit Handicap merken, das etwas nicht stimmt, wissen sich aber nicht zu helfen, weil von deren Betreuer(innen) gezielt eingekreist ... ach soviel kann ich gar nicht essen, wie ich mittlerweile kotzen könnte. Die Nazi-Zeit hat schon Ihre Fans, wenn auch anders.

20.09.2010
13:42
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von ninong | #13

§39 Schulgesetzt NRW besagt das Kinder in Förderschulen, ehemals Sonderschulen, 11 Jahre zur Schule gehen müssen um den Hauptschulabschluss oder einen Förderabschluss zu erreichen. Kinder die die aus dem integrativen Umterricht der Grundschule kommen und mangels Alternative dann auf eine Föderschule wechseln müssen werden dann gezwungen die vierte Klasse zu wiederholen. Denn wären sie sofort an eine Fördeschule gekommen wären sie ja auch erst in der vierten Klasse und dem fünften Schulbesuchsjahr. Somit ist der integrative Unterricht der Klassen 1-4 vollkommen sinnlos, wenn das Kind dann doch in eine Fördeschule wechseln muß. Der Gesetzgeber und alle Parteien im NRW Landtag gehen davon aus das Kinder die Fördeschulen besuchen so dumm sind das sie den Hauptschulabschluß nicht in zehn Schuljahren schaffen können. Mehr als Hauptschule geht an Förderschulen sowieso nicht. Das ist nicht nur Dekriminierung das ist Menschenverachtung.

20.09.2010
13:14
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von Birgit K. | #12

...und leider setzt sich die Diskriminierung trotz bestehender Gesetze im Berufsleben fort.
Für viele Menschen scheint die Tatsache unerträglich zu sein, dass behinderte Kollegen genauso gut oder vielleicht sogar besser qualifiziert sind. Schnell werden sogar selbstbewusste Behinderte durch Anfeindungen in die Defensive oder in Verteidigungszwang
gedrängt. Das Bild passt einfach nicht - Behinderte, das sind doch diejenigen, die auf der grünen Wiese in eigenen Dörfern leben und morgens in eigene Werkstätten gekarrt werden, um für eine tägliche Arbeit von 6 Stunden eine monatliche Belohnung von 200 Euro zu erhalten.
Nein, Behinderte sind individuelle Persönlichkeiten, haben einen Namen, sind vielfach gut ausgebildet oder haben studiert und wollen ein normales, eigenständiges Leben führen.

20.09.2010
12:58
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von kettenraucher | #11

.....wow....ich bin beeindruckt......Kommentare mit Niveau.....

20.09.2010
12:49
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von strubbel | #10

tatsache ist wie folgt in deutschland und ich will nicht verschweigen das es ausnahmen gibt,aber der grossteil der bevölkerung ist,egoistisch,rücksichtslos und haben die einstellung;wir haben nichts gegen behinderte wenn sie nur hinter mauern leben.ich zeige einmal kurz einen alltag in duisburg-grossenbaum auf.ein stadtteil mit vielen älteren herrschaften,alleine schon durch die seniorenheime.rollstuhlfahrern,rollatoren usw.die angermunderstr. wird wunderbar hergerichtet.aber vor den geschäften plus und rossmann wird sich auf die bürgersteige gestellt.insbesonder vor rossmann.die autos dürfen ja keinen schaden erleiden.da ist es besser ,wenn die auffahrten auch noch zugestellt werden.kommt man aus dem haus,muss man als rollstuhlfahrer aufpassen das man nicht von einem fahrradfahrer(in) angefahren wird.sagt man etwas,wird man angemeckert.rollt man(n),frau,durch den park der fliedner seniorenanlage was trifft man dort an;fahrradfahrer die nicht einmal ausweichen,man muss mit dem rollstuhl,oder rollator,zur seite auf die wiese.es gibt ein hinweisschild das fahrradfahren verboten ist.jugendliche sitzen auf den bänken,füsse weit vorgestreckt und trinken ihr bier,rauchen,verschmutzen alles,aber sagen darf man nichts,man möchte ja nicht zusammen geschlagen werden.rollt man durch den tunnel des grossenbaumer bahnhofes,so muss man aufpassen das man nicht von den fahrradfahrern,selbst motorrollerfahrern umgefahren wird.sagt man etwas wird mit einem ha,ha geantwortet und das ist noch harmlos.erwachsene welche vorbild sein sollen und den jungen leuten vormachen wie es NICHT sein soll,dann aber auf die jugendlichen schimpfen,dass diese kein benehmen haben.bürgersteige werden auf der grossenbaumer allee als parkplatz benutzt.
als ich erbost war,wurde mir gesagt;opa gehe ins altersheim.in deutschland muss man ein schäuble sein um gut als behinderter leben zu können.

20.09.2010
12:26
Deutschland ignoriert Rechte Behinderter
von xMNNx | #9

Es fängt doch schon im kleinen an, wenn Kinder mit Diabetes ausgerenzt werden bzw. sich keiner der Lehrer deren ernsthaft annimmt !

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