Deutsches Rentensystem ist krisenfest
23.06.2009 | 18:23 Uhr 2009-06-23T18:23:00+0200
Berlin. Das deutsche Rentensystem ist offenbar besser als sein Ruf. In der Wirtschaftskrise hat es sich bisher laut einer OECD-Studie als sehr stabil erwiesen. Im Vergleich mit anderen Industriestaaten geht es den deutschen Rentnern gut. Weniger als zehn Prozent leben unter der Armutsgrenze.
Das deutsche Rentensystem hat die beispiellose Wirtschaftskrise bislang fast unbeschadet überstanden. Laut einer neuen OECD-Studie schneidet die umlagefinanzierte Alterssicherung in der Bundesrepublik besser ab als die vieler anderer Industriestaaten, wo kapitalgedeckte Systeme und private Pensionsfonds gigantische Verluste verzeichnet haben.
Weiter zeigt der am Dienstag veröffentlichte Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass es den deutschen Ruheständlern vergleichsweise gut geht. Weniger als zehn Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren lebten 2005 in Deutschland unter der Armutsgrenze. Im OECD-Schnitt waren es hingegen 13,3 Prozent.
Allerdings bekommen viele deutsche Rentenversicherte im Alter auch relativ wenig ausgezahlt. In dem Bericht heißt es: «Wer heute als junger Mensch ins Arbeitsleben eintritt und über die gesamte Erwerbskarriere unterdurchschnittlich verdient, dem wird durch die gesetzliche Rente ein so geringer Anteil seines Einkommens ersetzt wie in keinem anderen OECD-Land.»
Gute Noten für Riester-Rente
Bei einer Erwerbskarriere mit der Hälfte des Durchschnittseinkommens werden demnach nach 45 Beitragsjahren aus der gesetzlichen Rente 43,0 Prozent des Bruttoeinkommens ersetzt, im OECD-Schnitt sind es aber unter vergleichbaren Bedingungen 71,9 Prozent. Auch liege die bedarfsgeprüfte Grundsicherung für Rentner in Deutschland deutlich niedriger als in den meisten anderen OECD-Ländern.
Auch die betriebliche und die staatlich geförderte private Vorsorge, also die Riester-Rente, bekamen gute Noten. Sie seien durch verschiedene Sicherungsnetze sowie eine konservative Anlagestrategie «vergleichsweise gut geschützt», lobte die OECD. Damit sei es Deutschland gelungen, das Vertrauen in die freiwillige private Vorsorge aufrechtzuerhalten. Für die betrieblichen Renten habe sich zudem der Pensionssicherungsverein als stabil erwiesen.
"Eine der höchsten Deckungsraten"
Die freiwillige private Altersvorsorge erreicht in Deutschland zudem eine der höchsten Deckungsraten: Besser als anderen Ländern gelingt es hierzulande mit starker staatlicher Förderung Geringverdiener dafür zu gewinnen. «So ist bei dieser Gruppe die Beteiligung an privater Vorsorge mehr als doppelt so hoch wie in ähnlichen Systemen in den USA oder in Großbritannien», hieß es.
Laut der Studie haben private Pensionsfonds in den OECD-Ländern im vergangenen Jahr 23 Prozent ihres Wertes oder 5,4 Billionen US-Dollar verloren. Die größten Verluste wurden in Irland, Australien und den USA verzeichnet. In allen drei Ländern sei ein besonders großer Teil des Kapitals in Aktien investiert gewesen.
Auch die umlagefinanzierten Systeme seien von der Krise betroffen, vor allem in Ländern, die schon vor der Krise einen großen Teil des Volkseinkommens auf Renten aufgewendet haben, berichtete die OECD. «So wird sich in Italien, Österreich, Frankreich oder Griechenland durch die Rezession der Druck für weitere Rentenreformen oder auch Rentenkürzungen erhöhen», erklärte die Organisation. (ap)

23:13
Ich schreibe diesen Kommentar ca. 10 Tage nach der Bu.Ta.-Wahl, und muss feststellen, das es
sehr viele enttäuschte Kommentare zur Rentenpolitik in diesem Forum gibt. Da ergibt sich für mich automatisch die Frage, warum haben denn die aktuellen Rentnerparteien( welche übrigens ALLE durch die Bank, einen äußerst intensiven Wahlkampf geführt haben, in Zukunft wird es hoffentlich zu den zwingend notwendigen Fusionen kommen) mit einem Bundesdurchschnitt von unter 1% Stimmenanteil abgeschnitten? Offensichtlich ist es wohl leichter und
bequemer, vielleicht auch noch anonymer, hier zu motzen, als zur Wahl zu gehen und das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen. Eigentlich sollte man sich für das Verhalten von ca. 19,99 Mill. Rentnern schämen, aber Sie werden die Quittung zu gegebener Zeit von Ihren Kindern und Enkeln schon erhalten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
16:02
Der Dicke Helmut hat das Rentensystem seinem Geltungsbedürnis geopfert! Anfang 1990 hatten wir noch einen monatlichen Rücklagestatus von 6,6 Renten, 1 Jahr später ist dieser Status auf 2,4 geschrumpft und dann in den nächsten 5 Jahren auf 0,6 abgesenkt worden! Aber der Kanzler der Einheit har darüber seine Wiederwahl finanziert und die Blühenden Landschaften verwirklicht. Danke Helmut du hast unser gesamtes Sozialsystem in den Ruin geführt.
ARMES DEUTSCHLAND
09:38
Wer heute das behauptet ist nichts anderes als dass wir schon hörten. Ich stelle mir nur die Frage, wie lange wir uns noch verarschen lassen müssen, denn nur eins ist sicher Hartz4!!!!!
13:02
Im Vergleich mit anderen Industriestaaten geht es den deutschen Rentnern gut. Weniger als zehn Prozent leben unter der Armutsgrenze. Ist Anatolien jetzt schon ein Industriestaat?
10:46
Deutsches Rentensystem ist krisenfest...-na, das wird sich doch sicher ändern lassen?
09:06
Unsere Regierung kann sich sicher vorstellen,
von einer 67-jährigen Friseurin und
von einer 67-jährigen Serviererin bedient zu werden,
von einer 67-jährigen Masseurin massiert zu werden,sich
von einem 67-jährigen Maurer ein Haus bauen lassen und
von einem 67-jährigen Arzt operiert zu werden...
Wir sind alle so fit, dass wir alle diese Arbeiten noch mit 67 ausrichten können-
und wenn wir uns krank gearbeitet haben in den 40 Jahren, dann geht es halt mit Abzügen mit 60 in die Rente.....
von vielleicht geplanten 1200 Euro Rente 7x3,6% = 25,2% weg= verbleiben 800 Euro
Jeder 30-jähriger Säufer oder Drogenabhängige, der im Leben noch nicht einen Tag gearbeitet hat, hat Anspruch auf Mindestsicherung von 810 Euro (Wohnung und Lebensunterhalt) .......
Danke ...... und dafür haben wir auch noch Kinder grossgezogen....
07:37
Die Rechnung immer mehr Alte und immer weniger Beitragszahler ist grundsätzlich falsch. Natürlich gibt es da eine Welle. Wir hatten ja mal besonders geburtenstarke Jahre. Die kommen natürlich fast alle mal in das Rentenalter. Aber sie sterben auch irgendwann und die Welle ebnet sich wieder. Das Problem mit den Renten liegt woanders. 1. Zu viel Geld wurde dem Rentensystem entzogen (z.B Deutsche Einheit) 2. Zuviele Menschen beziehen Gelder aus dem System, ohne jemals eingezahlt zu haben. 3. Durch die Demontage des Arbeitsmarktes, dank der SPD haben wir immer mehr Teilzeitjobs und Jobs in den Menschen zu Dumpinglöhnen arbeiten. Das bedeutet, dass natürlich wesentlich weniger Beiträge gezahlt werden. Das alles führt dazu, dass unser Rentensystem immer mehr vor die Wand gefahren wird. Und das ist leider seit Schröder und Müntefering auch so gewollt. Und deshalb sollen wir auch bis 67 arbeiten. Das entlastet nämlich die Rentenkasse.
07:03
Das System kann in ca. 20 Jahren nicht mehr funtionieren. Weniger Arbeitnehmer heisst auch gleichzeitig weniger Beitragszahler, gleich weniger Einnahmen. Unsere jetzigen Politiker verlagern das Problem immer auf die nächste Generation.Siehe auch dumme Sprüche vom Blüm, die Rente ist sicher. Seine schon noch, unsere nicht mehr. Wenn in dieses System immer mehr Menschen Geld haben wollen, müssen die Renten einfach kleiner ausallen. Die eingezahlten Beiträge erhält kein Mensch mehr im Leben zurück.
Wenn ich heute den Arbeitgeberbeitrag und den Arbeitnehmerbeitrag addiere, so kommt da eine Summe zusammen, welche mir die Rentenversicherung nie und nimmer auszahlen kann. Desweitern zahlen doch alle Selbstständigen, Beamten keinerlei Beiträge. Egal ob Dönerbudenbesitzer, Frittenbudeninhaber, Reifenhändler und sonstige, die zahlen alle nichts ins System. Deshalb hat sich das System überholt. Zu Zeiten der Vollbeschäftigung war es noch ok. Heute muss man zu neuen Rechenexempeln kommen.
21:57
Mit welchem Land hat sich die OECD nur vertan?
Ach, die Daten waren falsch und auch noch von den falschen Leuten übermittelt. Ein Schelm wer böses denkt...
20:46
Deutsches Rentensystem ist krisenfest !
Diese Überschrift ist einfach zynisch!
Hohe Durchschnittseinzahlungen der Beitragszahler übers Jahr gerechnet ergeben daran gemessen eine niedrige Rente.
Unter der Prämisse kann man fasst alles als krisenfest bezeichnen ( Viel einzahlen, wenig raus bekommen)!