Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Pressefreiheit

Deutsche Welle fordert Freilassung ihres Korrespondenten im Tschad

13.05.2013 | 14:41 Uhr
Deutsche Welle fordert Freilassung ihres Korrespondenten im Tschad
Redakteure der Deutschen Welle in Bonn moderieren eine Radiosendung in arabischer Sprache.Foto: dpa

Bonn.  Eric Topona soll im Internet subversive Schriften verbreitet haben. Deshalb wurde der Korrespondent der Deutschen Welle im Tschad verhaftet. Topona bestreitet die Vorwürfe. Ihm droht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Deutsche Welle fordert seine Freilassung.

Der Korrespondent der Deutschen Welle im Tschad, Eric Topona, ist verhaftet worden. Dem 29-Jährigen werde vorgeworfen, im Internet subversive Schriften veröffentlicht zu haben, in denen von Volksaufstand die Rede sei, teilte die Deutsche Welle am Montag in Bonn mit.

Topona bestreite die Vorwürfe. Intendant Eric Bettermann protestierte gegen die Verhaftung und forderte seine sofortige Freilassung. Die Deutsche Welle sei äußerst besorgt um Topona, hieß es in einer Erklärung Bettermanns. Er appellierte an die Behörden des Tschad , Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu achten. Es sei inakzeptabel, dass der Mitarbeiter ohne Vernehmung tagelang festgehalten werde.

Lebenslange Gefängnisstrafe droht

Topona war laut Deutscher Welle am 6. Mai von einem Untersuchungsrichter in der Hauptstadt N'Djamena als Zeuge in einer Diffamierungsangelegenheit einbestellt worden. Tatsächlich sei er dann wegen Gefährdung der Verfassungsordnung verhaftet worden. Topona, der auch Generalsekretär des Journalisten-Verbandes des Tschad ist, drohe nach tschadischem Recht eine lebenslange Gefängnisstrafe.

Nach Angaben Toponas stammt keine der angeprangerten Schriften von ihm. Die Behörden hätten nicht einmal die Authentizität der Texte geprüft. Er soll der Deutschen Welle zufolge erst am 25. Mai vernommen werden. (dpa)


Kommentare
Aus dem Ressort
Kriegsleid statt Freude - Bitteres Zuckerfest in Gaza
Nahost-Konflikt
Eid al-Fitr, das dreitägige Fest des Fastenbrechens, gehört zu den wichtigsten Feierlichkeiten im Islam. Doch mitten im Krieg können die Muslime in Gaza das Ende des Fastenmonats Ramadan nicht so feiern, wie sie es sonst tun. Trauer liegt wie ein bleierner Mantel über dem Gaza-Streifen.
Kleine Parteien in NRW legen zu - nur die Piraten schrumpfen
Parteien
Seit der Bundestagswahl geht es bei den beiden Volksparteien in Nordrhein-Westfalen wieder abwärts mit den Mitgliederzahlen. Dafür verbuchen viele "kleine" Parteien seit einem Jahr Zuwachs. Nur eine von ihnen bricht zwei Jahre nach ihrem Boom regelrecht ein: die Piraten.
Tote bei Explosionen in Gaza - Israel bestreitet Beteiligung
Gaza-Konflikt
Nachdem eine zwischenzeitliche Waffenruhe für leichte Entspannung im Gaza-Konflikt gesorgt hat, kamen am Montag im Gaza-Streifen zehn Menschen bei Explosionen ums Leben. Das israelische Militär wies jede Verantwortung für die Zwischenfälle zurück. Es macht militante Palästinenser verantwortlich.
"Den Krieg im Osten der Ukraine gäbe es nicht ohne Russland"
Schriftstellerin
Traumatische Kriegserlebnisse von Kindern hält Swetlana Alexijewitsch in ihrem Buch "Die letzten Zeugen" fest. im Interview spricht die weißrussische Schriftstellerin über Krieg und Frieden - und die Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt.
Libyen stürzt ins Chaos - Deutschland zieht Diplomaten ab
Lybien
Die Situation in Libyen gerät außer Kontrolle. Die Flughäfen der Hauptstadt Tripolis können nicht mehr genutzt werden. Trotzdem reisen wegen heftiger Kämpfe immer mehr Ausländer ab. Der Einschlag einer Rakete in ein Benzindepot in Tripolis löste einen Großbrand auf. Es droht eine Katastrophe.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?