Deutsche Politiker fordern Reformen nach Wahlsieg Erdogans in der Türkei
13.06.2011 | 16:33 Uhr 2011-06-13T16:33:00+0200Berlin. Die Europäische Union hat dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan zum Wahlsieg seiner religiös-konservativen Partei AKP bei der Parlamentswahl gratuliert. Deutsche Politiker mahnten derweil Verbesserungen bei der Pressefreiheit und im Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten an.
Die Europäische Union hat dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyib Erdogan zum Wahlsieg seiner religiös-konservativen Partei bei der Parlamentswahl gratuliert. „Das Ergebnis eröffnet den Weg zur weiteren Stärkung der demokratischen Institutionen der Türkei ebenso wie zur fortgesetzten Modernisierung des Landes im Sinne europäischer Werte und Standards“, schrieben EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman van Rompuy in einem am Montag in Brüssel veröffentlichten Glückwunschschreiben.
Sie seien davon überzeugt, dass es in der kommenden Legislaturperiode „neue Möglichkeiten für weitere Reformen einschließlich der Arbeit an einer neuen Verfassung in der weitest möglichen Konsultation in einem Geist des Dialogs und Kompromisses“ gebe, erklärten Barroso und Van Rompuy. Auch die Chance zur Stärkung des Vertrauens zwischen der Türkei und den EU-Mitgliedstaaten sei vorhanden. Fortschritte in diesen Bereichen sollten den Beitrittsverhandlungen neuen Schwung geben, hieß es weiter. Barroso und Van Rompuy luden Erdogan zu einem baldmöglichen Besuch nach Brüssel ein.
Merkel gratuliert Erdogan zum Wahlsieg
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Erdogan zum Wahlsieg gratuliert. In einem Glückwunschschreiben betonte Merkel am Montag: "Das Ergebnis reflektiert den Erfolg Ihrer in den letzten Jahren konsequent vorangetriebenen Modernisierungspolitik." Erdogan habe politisch und wirtschaftlich immer wieder maßgebliche Anstöße zur Weiterentwicklung des Landes gegeben, schrieb sie. Die Kanzlerin wünschte dem Ministerpräsidenten "eine glückliche Hand bei der Fortsetzung dieser Politik". Sie freue sich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), sagte in Berlin, das Wahlergebnis bedeute große Verantwortung für den Wahlsieger - insbesondere mit Blick auf den Prozess zur Entwicklung einer neuen Verfassung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Türkei den Reformkurs und damit die Annäherung an die Europäische Union fortsetzen werde.
Erdogan hatte mit seiner Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) die Parlamentswahl zwar gewonnen, die für eine Verfassungsreform im Alleingang angestrebte Zweidrittelmehrheit aber klar verfehlt . Die AKP kam dem staatlichen Fernsehsender TRT zufolge auf 50 Prozent, das entspräche 325 der 550 Parlamentssitze. Bisher waren es 331 Sitze.
Roth wirft Erdogan Größenwahn vor
Deutsche Politiker mahnten derweil weitere Reformen an. Der Außenpolitikexperte der SPD-Fraktion, Dietmar Nietan, erklärte, nun müsse Erdogan beweisen, dass er weiterhin willens und in der Lage sei, die Türkei entscheidend in Richtung demokratischer Reformen und damit in Richtung Europa zu leiten. So müsse er nun bei der Verfassungsreform auch den anderen Fraktionen zusammenarbeiten. Verbesserungen bei der Pressefreiheit und im Umgang mit ethnischen und religiösen Minderheiten würden vielen Kritikern innerhalb der EU zudem den Wind aus den Segeln nehmen, fügte er hinzu.
Grünen-Chefin Claudia Roth zeigte sich mit dem Wahlergebnis zufrieden. In Erdogans Sieg liege aber auch eine Niederlage, sagte sie dem Sender MDR Info. „Er wollte das türkische System ändern hin zu einem Präsidialsystem, in dem er dann als Präsident weitreichend mehr Kompetenzen und Rechte bekommen hätte.“ Dieses selbst gesteckte Ziel der Zweidrittelmehrheit habe er aber deutlich verfehlt. Das Wahlergebnis sei darum vor allem für die Gegner des Regierungschefs „eine Beruhigung, die Angst hatten vor einem Größenwahn, den Erdogan doch in der letzten Zeit häufiger gezeigt hat“.
„Wähler wollen keinen Durchmarsch der AKP“
Der FDP-Vorsitzende im Europaparlament, Alexander Graf Lambsdorff, sagte, dass das neue Mandat jetzt „den Beginn weiterer Reformen in der Türkei markieren muss“. Die Regierung habe die Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze im Parlament verpasst, „das ist ein deutliches Zeichen, dass die Wähler keinen Durchmarsch der AKP wollen“, teilte er mit. Stattdessen brauche es einen echten Dialog der Regierung mit der Opposition im Parlament und der Zivilgesellschaft.
Auch müssten die türkisch-europäischen Beziehungen verbessert werden, indem die neue Regierung das Ankara-Protokoll zügig umsetze, betonte Lambsdorff. Die EU besteht darauf, dass die Türkei ihre Häfen und Flughäfen für zypriotische Schiffe und Flugzeuge öffnet. Ankara lehnt das wegen der Handelsbeschränkungen für den - türkischen - Nordteil Zyperns jedoch ab. (dapd)

00:21
ihr deutsche glaubt wohl, ihr seid die besten was demokratie u. menschenrechte betrifft ? und macht euch große sorgen in welche richtung die TR geht, und tut so als wenn die TR unter gehn würde wenn die nicht in die EU beiträten würde. ich glaub eher, das das problem darin liegt das die deutschen den islam so sehr hassen das sie immer schlechte meinung von der türkei haben werden. und wenn mann mal die ganaue politik von erdogan verstehen würde, dann würde mann sehen das die TR in wirklichkeit nicht angewiesen ist auf die EU. Ich sag mal wenn der Hitler seiner zeit seinen politischen weg nicht gegangen währe, dann hätte es hier in Europa erstens keinen EU gegeben u. 2. Die Demokratie währe in Deutschland u. Europa bis heute bestimmt ein Fremdwort. Und innerhalb der Reichen EU haben wir mindestens mehr elend, als es in der TR je gab
20:51
#24: Solche gut ausgebildeten, reformwilligen Türken könnten wir hier gebrauchen. Aber die kommen nicht hierher, in ein Billiglohnland :(
19:52
Die Wirtschaft brummt, weil viele Kosten auf D abgewälzt wurden. Menschen, die die Türkei Geld kosten würden, landen hier.
Heute morgen ein Beitrag auf Phoenix über die reformwilligen Türken (gut ausgebildet) in der Türkei, die Gegner von Erdogan sind. Da ist so manche deutsche Familie miefiger. Solche Leute könnten wir hier eher gebrauchen!
13:50
TR zurückgeblieben? Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Wirtschaft brummt dort und der Fortschritt ist auch sichtbar, wenn man ihn denn nur sehen will. Und man stelle sich nur vor: Trotz Erdogan oder mit ihm.
12:07
Als Duisburger Bürger verstehe ich diese Forderungen nicht. Wenn ich sehe, wie sich die türkischstämmigen Mitbürger verhalten, bis auf reichlich Einzelfälle ausgenommen, habe ich keinerlei Befürchtungen. So etwas von Anpassung und Reformwillen hat man selten.
12:04
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07:20
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01:48
Ein Beitritt der zurückgebliebenen TR zur EU wird aufgrund der desolaten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage in der TR in den nächsten Jahren nicht möglich sein. Und auch der zurückgebliebene unbrauchbare Islam wird ein Beitritt noch lange verhindern. Schlecht für die zurückgebliebene TR, sehr gut für das fortschrittliche Europa und seine Bürger.
@zombie1969
Ich glaube Sie sind im falschen Artikel gelandet.
Zum Artikel mit dem bankrotten Griechenland und EU-Untergang, bitte hier entlang:
http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Kreditwuerdigkeit-von-Griechenland-weiter-herabgestuft-id4758696.html
Und bevor Sie dort als fortschrittlicher EU-Europäer kommentieren, ordentlich für GR spenden.
Denn, umsonst ist nichts!