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Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch

03.02.2012 | 12:03 Uhr
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
Unehrlich, aber sympathisch - so sehen die Deutschen Christian Wulff. Foto: Christof Stache/AP/dapd

Köln.   Ein Bundespräsident mit Schlawiner-Image: Die Deutschen halten Christian Wulff einer Umfrage zufolge zwar für unehrlich. Das verhindert aber nicht, dass sie Sympathie für ihn empfinden.

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist für einen Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff. 54 Prozent sprechen sich im aktuellen ARD-“Deutschlandtrend“ für einen Rückzug des Staatsoberhauptes aus, wie der WDR am Donnerstag in Köln mitteilte. Mitte Januar waren lediglich 46 Prozent dieser Ansicht gewesen.

16 Prozent der Deutschen halten Wulff für ehrlich (minus 10 Prozentpunkte), 22 Prozent finden ihn glaubwürdig (minus 9). Nur noch 33 Prozent der Bürger sind mit Wulffs Arbeit zufrieden - vor einem Monat hatten noch 44 Prozent seine Arbeit geschätzt. Zugleich findet aber eine klare Mehrheit (65 Prozent) den Bundespräsidenten sympathisch.

Beliebtester Politiker ist Bundesfinanzminister Schäuble

Deutlich aufgestiegen in der Wählergunst ist Außenminister Guido Westerwelle. Ihm attestieren 34 Prozent der 1.001 Befragten gute Arbeit (plus 9). Damit überholt der FDP-Politiker den Bundespräsidenten knapp.

Beliebtester Politiker ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, gefolgt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU), die mit 64 Prozent Zustimmung ihren besten Wert seit Dezember 2009 erreichte. Auch die Regierung insgesamt gewinnt: Die Deutschen finden sie so gut wie seit Amtsantritt im Herbst 2009 nicht mehr. 42 Prozent der Bürger sind zufrieden, 57 Prozent sind es nicht.

Knapp sieben von zehn Deutschen meinen, Merkel sei eine gute Bundeskanzlerin, 85 Prozent sehen in ihr „eine Politikerin, die unser Land in der Welt gut vertritt“. Dass Merkel in der Euro-Krise richtig und entschlossen gehandelt hat, denken 61 Prozent.

Wie der Bundespräsident über finanzielle Vorwürfe stürzte

Christian Wulff ist gescheitert. Sein Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten markiert das Ende einer quälenden Affäre um geliehenes Geld und andere Gefälligkeiten, die der niedersächsische Politiker von Unternehmern und Freunden angenommen hat - weswegen er am Ende ins Visier der Justiz geriet.  

Soziale Marktwirtschaft „macht Reiche reicher“

Dennoch macht die Krise vielen Bürgern Angst. 79 Prozent glaubten, dass „der schlimmste Teil der Euro- und Schuldenkrise“ noch bevorsteht. Die Idee, in Griechenland einen Spar-Kommissar der EU einzusetzen, stößt auf große Sympathie: 73 Prozent finden, eine solche EU-Kontrolle des griechischen Staatshaushalts gehe in die richtige Richtung.

51 Prozent der Deutschen machen sich Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft. Zwei Drittel sagen aber, sie seien persönlich von der Krise nicht betroffen.

Zugleich stehen viele Deutsche der sozialen Marktwirtschaft skeptisch gegenüber. Sie mache „die Reichen reicher und die Armen ärmer“, finden 77 Prozent. Während 49 Prozent der Bürger insgesamt mit dem Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft zufrieden sind, vertreten fast genau so viele (50 Prozent) die gegenteilige Ansicht. 73 Prozent meinen, die soziale Marktwirtschaft funktioniere nicht mehr „so wie früher“.

Dass sie persönlich vom aktuellen Wirtschaftswachstum im Land profitieren, glauben lediglich 25 Prozent der Befragten. 73 Prozent denken, dass sie persönlich nicht vom Wachstum profitieren.

Schwarz-Gelb gewinnt in der Sonntagsfrage

In der Sonntagsfrage legen die Regierungsparteien leicht zu. Die Union gewinnt einen Punkt und kommt jetzt 36 Prozent, die FDP legt ebenfalls einen Punkt zu und kommt auf drei Prozent. Die SPD liegt bei 29 Prozent (minus eins), die Grünen kommen auf 15 Prozent (minus 1). Sieben Prozent erhält die Linke (plus eins), die Piraten liegen unverändert bei sechs Prozent. (dapd)

Chronik der Kredit-Affäre
Reden, die Wulff heute nicht mehr halten könnte

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Kommentare
04.02.2012
11:53
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von rkw1970 | #41

Lustig, dass gerade diejenigen, die Wulff noch den Rücken stärken, den moralischen Zeigefinger am höchsten halten, wenn es um Moral und Redlichkeit in Griechenland geht.

04.02.2012
11:12
Blockierter Kommentar.
von schick.und.frei | #40

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.02.2012
10:35
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von kuba4711 | #39

Müsste man diese Umfrage -Ergebnisse ernst nehmen ,dann hätte dies natürlich Folgen bezüglich der Bewertung hinsichtlich des politischen Geistes -Zustandes von großen Teilen der deutschen Bevölkerung!
Meine eigene These in dieser Hinsicht wird da unter Berücksichtigung der Mendel `schen Vererbungs -Gesetze eigentlich nur bestätigt!
Auf deutscher Gemarkung findet schon seit Jahrhunderten eine negative ,politische Erb - Auslese statt!
Beginnend mit den deutschen Bauern - Aufständen -zeitgleich zur Reformation - wurden die politisch wachen , wehrhaften und aufgeklärten Menschen von der jeweils herrschenden Macht nieder gemetzelt.
Die politischen Duckmäuser und Fellachen ,die blieben zu Hause und konnten sich demnach häufiger vermehren!
Das Fellachen - Denken in politischer Hinsicht -speziell in Deutschland - ist demgemäß im Laufe der Jahrhunderte in der Bevölkerung sehr häufig anzutreffen.
Zu welchen politischen Verwerfungen dies in unseren Landen geführt hat ,dies ist ja allgemein bekannt.
Und da nehme ich die besondere Ausprägung des real existierenden sog. Sozialismus - der keiner war - ausdrücklich nicht aus!
Ein Phänomen ist aber durchaus -flächendeckend in Deutschland - zu registrieren:
Die Ober -Fellachen und Duckmäuser im Geiste ,die neigen dazu in unseren Tagen entweder total in das un - politische Lager oder aber in die konservativ - neoliberalen Parteigruppierungen abzudriften!
Man kann nur Schlimmes befürchten zu was diese politische Degeneration bei den Menschen in Deutschland noch führen mag!
.

04.02.2012
09:45
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von wohlzufrieden | #38

...sei schlau, stell dich dumm!

04.02.2012
02:37
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von Rubicone | #37

Vermutlich ist mit sympathisch eher "niedlich dumm" gemeint, dann hätte sein Auftritt im Fernsehen schon eine gewisse schauspielerische Leistung gehabt.

03.02.2012
20:17
Ich finde ihn (mittlerweile) ehrlich unsympathisch ...
von frankmal | #36

...

03.02.2012
19:50
#22 ja SPD Politiker haben wenigstens noch den Anstand ihre Ämter aufzugeben
von meigustu | #35

wenn sie erwischt werden.

Wulff & Sauerland und einige andere bringen dagegen mit ihrer dickfälligen Gier die ganze CDU in Verruf.

03.02.2012
19:42
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von DerMerker2 | #34

Er ist ein Lauschepper, der von Muttis Gnaden in das Amt gehievt wurde, nach dem Motto, "Der Tut Nichts"! Stimmt ja auch, nur das er die "Geiz ist Geil" Mentalität voll auslebt, damit hat selbst Mutti nicht gerechnet! Eigentlich passt er Gut in dieser Korrupto Regierung und CDU, der hat das gleiche Sitzfleisch wie Helmut! Den Februar wird er nicht mehr im Amt überleben, aber das ist vom Anstand (hat er ja nie gehabt) her, 2 Monate zu Spät!

03.02.2012
19:24
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von Rally8 | #33

Also mal ääährlich, so sympathisch ist Wulff nun auch wieder nicht, hätte -besser die Wahrheit - sagen müssen, aber immer nur in fremden Urlaubsbetten ist auch anstrengend!

03.02.2012
19:08
Deutsche finden Christian Wulff unehrlich, aber sympathisch
von schick.und.frei | #32

Er ist nicht sympatisch...alles andere stimmt ....ein Ebenbild von Merkel ?!

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