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Politik

Desaster in Asse

02.09.2008 | 20:55 Uhr

Untersuchung listet zahlreiche Mängel und Fehler in Atomlager auf.Bundesumweltminister Sigmar Gabriel prüft strafrechtliche Schritte

Berlin. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat nach der Vorlage eines Gutachtens zum Atomlager Asse harte Konsequenzen gefordert. Die Sanierung des Versuchsendlagers für schwach- und mittelradioaktiven Müll könne Milliarden kosten. Am Donnerstag will Gabriel mit Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) über Konsequenzen beraten.

Dem "Statusbericht" zufolge, den Sander erstellt hat, wurde das Endlager Asse ohne die nötigen Genehmigungen errichtet und ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen betrieben. Der Betreiber sei seit langem ohne Genehmigung und unsachgemäß mit radioaktiven Stoffen umgegangen. Über die bisher dokumentierten Abfälle hinaus könnten weitere auftauchen. Bei der Einlagerung seien Langzeitfolgen wie ein Wassereinbruch in dem ehemaligen Salzbergwerk nicht ausreichend untersucht worden. Der Umgang mit bereits radioaktiven Salzlösungen sei mangelhaft.

Es sei "unglaublich", so Gabriel, dass dem Betreiber schon vor 1967 bekannt war, wie undicht das Bergwerk ist. Mitarbeiter hätten zugegeben, Atommüll-Fässer in feuchten Kammern abgekippt zu haben. Anders als behauptet, lagerten auch Kernbrennstoffe in der Asse. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Renate Künast, stellte gestern Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Die Technologie-Expertin der FDP, Ulrike Flach, forderte Bundesumweltminister Gabriel auf, den Betrieb von Asse zu übernehmen. Asse sei ein typischer Fall dafür, dass man davon ausgehe, dass ein Problem in "guten Händen ist, wenn man es Forschern überlässt", sagte sie der WAZ.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan, in deren Zuständigkeit das als Forschungsbergwerk deklarierte Atommülllager bisher fiel, habe ihren Widerstand gegen eine Verlagerung aufgegeben, war aus Berlin zu vernehmen. Ein Wechsel des Betreibers sei nicht ausgeschlossen.

Von Andreas Abs

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Kommentare
05.09.2008
12:58
Desaster in Asse
von trapper | #3

@#2
Wenn Sie meinen, dass die Sünden in Asse Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gemacht wurden, stimmt das nur teilweise, denn auch nach Einrichtung des Lagers hätte eine strenge Kontrolle die heutigen Missstände wenn nicht verhindern, dann aber reduzieren können. Und eine Landesregierung, die sich nicht um eine derart brisante Lagerstätte kümmert, nur weil dies Bundesangelegenheit ist, ist ihr Geld nicht wert.

04.09.2008
19:44
Desaster in Asse
von dcarleitermann | #2

Ganz einfach weil es Bundesangelegenheit war. Verantwortlich zuerst die große Koalation anschließend Brand/Schmidt/Kohl/Schröder und Merkel. Seit 1974 wurden die Abfallbehälter mit Atommüll unkontrolliert in die Tiefe gekippt. Dies mit Genehmigung der Bundesregierung . Verantwortlich hierfür waren Bis dahin hatte die err Matthöfer und Herr Ehmke. Die Fässer sollten mit Salz eingepöckelt werden. Heute rosten diese Fässer durch. Die Sünden von Asse sind in den 70er Jahren zu suchen. Aber das was Herr Gabriel und Herr Trtin sagen steht schon alles seit Jahren (fast antik) als Fakt einfach fest. Ach ja noch eines Herr Albrecht (CDU) war erst ab 1976 Ministerpräsident in Niedersachsen. Bis dahin war die atomare Brühe schon längst ausgekippt!

03.09.2008
11:47
Desaster in Asse
von trapper | #1

In dem zu dem Artikel gehörenden Kommentar von C. Onkelbach fragt dieser nach der Verantwortung von Gabriel und Schröder, beide SPD, da diese ja Ministerpräsidenten in Niedersachsen waren. Nun bin ich es ja gewohnt, in der WAZ bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten Seitenhiebe oder Vorwürfe gegenüber G. Schröder zu lesen, aber das hier ist mir dann doch zu einseitig. Schröder und Gabriel kommen zusammen auf eine Amtszeit von 12 Jahren in Niedersachsen. Warum wird hier nicht Herr Albrecht, Schröders Vorgänger, erwähnt, denn dieser war immerhin 14 Jahre Ministerpräsident in Niedersachsen? Weil er in der CDU ist? Oder weil er der Vater der von der WAZ gefeierten Gesundheitsministerin ist?

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