Der schlechte Ruf wird bleiben

Dauerkrise bei der Deutschen Bank.
Dauerkrise bei der Deutschen Bank.
Foto: dpa

Seit Monaten brütet die Deutsche Bank über einer Strategie, die sie aus ihrer Dauerkrise führt. Dabei herausgekommen ist ein Flickenteppich, der Deutschlands größtem Geldinstitut allenfalls ein wenig Luft verschaffen wird. Ihr Grundproblem verschärft die Deutsche Bank mit den angekündigten Maßnahmen sogar noch: ihren schlechten Ruf.

Die Pleite mit der Bank 24, das zweifelhafte Benehmen Josef Ackermanns im Mannesmann-Prozess, milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten und nun auch noch Jürgen Fitschen auf der Anklagebank lassen tiefe Schatten auf den Konzern fallen, die ihm das Überleben in der hart umkämpften Branche erschweren. Jetzt setzen die Frankfurter erneut die Axt an und wollen jede vierte Filiale schließen. Die Rosskur wird abermals das Ruhrgebiet treffen. Mit 205 Geschäftsstellen, 7200 Mitarbeitern und 2,1 Millionen Kunden gilt NRW als das Kraftzentrum. Das hat die Deutsche Bank bislang aber auch nicht davon abgehalten, an Rhein und Ruhr die Wege für ihre Kunden länger zu machen.

Immerhin hat das Unternehmen die mögliche Variante verworfen, sich ganz aus dem Privatkundengeschäft zu verabschieden. Damit hätte die Deutsche Bank noch mehr Kunden in die Arme der Direktbanken getrieben. Und dennoch hat das Bekenntnis einen faden Beigeschmack, wenn im gleichen Atemzug betont wird, dass man sich auf eine zahlungskräftige Klientel konzentrieren will. Das wirkt für Normalkunden nicht gerade einladend.