Der Intrigen-Sumpf der Dortmunder SPD-Spitze
12.09.2009 | 11:21 Uhr 2009-09-12T11:21:00+0200
Dortmund. Wer das Hauen und Stechen in Dortmund nach der Kommunalwahl verstehen will, muss tief in die Vergangenheit eintauchen, sehr tief. Dabei wird er auf ein Jahre währendes Duell zwischen Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer und SPD-Chef Franz-Josef Drabig stoßen.
Passenderweise nimmt die Geschichte am 11. August 1999, dem Tag der totalen Sonnenfinsternis, ihren Lauf. Damals verdunkelte sich nicht nur das Firmament, sondern auch die politische Welt des Franz-Josef Drabig. Der damalige OB-Kandidat Gerhard Langemeyer zwang Drabig, auf den SPD-Fraktionsvorsitz im Dortmunder Rat zu verzichten. Begründung: Drabigs Skandale. Besonders dessen Fehltritt, eine Dame von zweifelhaftem Ruf in sein Auto einsteigen zu lassen, würde Langemeyers Wahl gefährden. Drabig, der zuvor selbst als Thronfolger galt und Langemeyer bei dessen Aufstieg vom Museumschef zum Kämmerer förderte, fügte sich. In der Folgezeit setzte er sich in die letzte Reihe des Rates und lauschte mehr oder weniger gelangweilt den Debatten, ohne selbst einzugreifen – Hinterbänkler wider Willen. Das Verhältnis zu Langemeyer könnte man seitdem mit „gegenseitige Duldung auf niedrigstem diplomatischen Niveau” charakterisieren.
Im Februar 2006 trat Drabig zurück ins Rampenlicht. Die Partei wählte ihn zum Vorsitzenden. Plötzlich hatte er wieder die gleiche Augenhöhe wie Langemeyer und damit die nötige Statur für einen Machtkampf. Die erste ernste – und im Nachhinein betrachtet entscheidende – Konfrontation ließ nicht lange auf sich warten. Als Langemeyer seinen Traum verwirklichen wollte, den U-Turm in ein Museum zu verwandeln, stellte sich Drabig mit seiner Partei im Rücken quer. Er wollte aus dem Klotz mehr als nur ein reines Museum machen. Drabig &. Co. blieben hart, und beschlossen, dass der U-Turm nur entwickelt wird, wenn es Gelder vom Land gibt. Selbstverständlich fand der OB einen Dreh, um Düsseldorfs Finanzen anzusaugen.
Der Lügenvorwurf ließ den Konflikt eskalieren
Der Turm wurde ganz fix zum Teil eines größeren Stadtumbauprojekts – für das tatsächlich Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sein Herz entdeckte. Doch weil Langemeyer sich von Drabig und der SPD hintergangen fühlte, nannte er ihn in einer bierseligen Runde am Rande der Münchner Immobilienmesse Exporeal einen Lügner! Diese Kränkung hat Drabig nie vergessen, im Verborgenen wurden nun die Messer gewetzt. Gezückt wurden sie, als Langemeyer in der Kokain-Affäre, bei der über eine Million Euro aus dem OB-Amt verschwanden, den taktischen Fehler beging, zwei unwichtige Mitarbeiterinnen aus der Stadtkasse zu entlassen, statt jemanden aus seinem direkten Umfeld. Nun hatte der OB die SPD und die Gewerkschaften gegen sich.
Drabig nutzte gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Ernst Prüsse die Gelegenheit und brachte Kulturdezernent Jörg Stüdemann als Kontrahenten für eine OB-Kandidatur in Stellung. Erst nachdem Stüdemann seinen Hut in den Ring geworfen hatte, kam auch Stadtdirektor Ullrich Sierau aus der Deckung und kündigte quasi im Windschatten seine Kandidatur an. Damit durchkreuzte Sierau womöglich eine Strategie, mit der Langemeyer doch noch auf die Wiederwahl hätte hoffen können. Stüdemann, der erst seit rund vier Jahren Parteimitglied ist und deshalb in der SPD keine Hausmacht besitzt, hätte Langemeyer noch ausmanövrieren können. Nicht jedoch den fest verwurzelten Sierau.
So liegt die Vermutung nicht fern, dass Langemeyers Verkündung der Haushaltssperre nur 17 Stunden nach der Kommunalwahl ein Racheakt an Sierau war, weil er Drabig direkt nicht mehr treffen konnte.

11:13
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22:17
Zur Ergänzung: Ulrich Sierau sollte natürlich freiwillig abdanken. Damit hält er sich größeren Schaden für sichund seine Person vom Leib. Aber ein Dr. Langemeyer sollte (wie sonst bei Vorstände der Industrie ja auch gefordert) für seine Inkompetenz mit seinem Privatvermögen haften. Cent für Cent!!!!!!!!
22:13
Wie korrupt, wie machtgeil und insbesondere wie dumm kann ein OB eigentlich sein? Dabei scheint es völlig egal zu sein, ob der Name Dr. Langemeyer oder Ulrich Sierau ist. Tja, meine Herren: Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall!!!!! Dumm gelaufen?! ;-)))
12:29
ich glaube weder sierau noch der spd kein wort mehr. nichts als täuschungen. nie wieder spd.
wenn die grünen klug sind und sie haben entsprechend gehandelt, beenden sie sofort die bestehende koalition und machen zumindest die naächten 5 jahre keine neue mit der spd
10:54
dann wird es ja endlich mal zeit, dass die CDU an die macht kommt in Dortmund. Damit mal alle Intriegen, die sich innerhalb der SPD abspielen, ein ende haben.
14:35
Jede Stadt hat die Politiker, die sie verdient.
13:40
Wenn es im Ergebnis auch darauf hinausläuft, dass keine Neuwahlen stattfinden würden, sollte der neue OB in jedem Fall zurücktreten und sein Amt nicht antreten.
Würde dieser Fall ohne Neuwahlen auftreten, wäre der Schaden für die Dortmunder SPD um ein Vielfaches größer, da das Vertrauen in die Politik dann endgültig dahin wäre. Das Ergebnis wäre, dass a)entweder noch mehr Nichtwähler hinzukommen oder b) grundlegend anders gewählt wird.
Die Partei tut sich keinen Gefallen damit, unter dieser Stimmungslage ihre Arbeit anzutreten, unabhängig davon, wie manche SPDler über die CDU oder auch die FDP denken würden.
Der Dortmunder Skandal ist im Landtag gelandet, was an sich schon von einer gewissen Tragweite zeugt und wird mit dem Ergebnis keine Neuwahlen die Gemüter der Wähler nrweit noch mehr anheizen. Das ist es nicht wert. Ein Rücktritt wäre hier die geeigneteste Lösung, um dem ein Ende zubereiten.
13:08
Wird in der Wirtschaft Geld verbrannt wie zuvor in der Finanzkriese rufen alle Politiker nach der Verantwortung der sich bereicherten Manager!
Wie sieht es denn mit der eigenen Verantwortung aus?
Auch Politiker gehören nicht gerade zu den Kleinverdienern!
Die sind nur dazu da, die von solchen Großkotzen wie Langemeyer verursachten Finanzlöcher wieder zu stopfen!
Politikerpack ist überall gleich!
Zum Teufel damit!!!
11:36
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10:20
Ich wähle auch einen CDU-OB ,wenn dann dadurch
alle Millionenlöcher
gestopft werden.