Der gute Job der Schlichter

Bahnkunden dürfen aufatmen. Die Streikgefahr ist gebannt. Endlich! Beifall von allen Seiten. Im Nachhinein ist zu fragen, warum es so lange gedauert hat, bis Vernunft am Verhandlungstisch einkehrte.

Die Welle der Lokführerstreiks, mit der Deutschland für rund ein Jahr überzogen wurde, hat nicht nur erheblichen finanziellen Schaden angerichtet, sondern auch dem System Schiene – Stichworte: Zuverlässigkeit, Imageverlust – erheblich zugesetzt. Dass der Tarifkonflikt kompliziert ist und seine Lösung bis zuletzt auf der Kippe stand, zeigt sich daran, dass selbst die Schlichtung vor dem Abbruch stand. Bodo Ramelow und Matthias Platzeck haben ein gutes Ergebnis abgeliefert. Aus Arbeitnehmersicht: Es gibt mehr Geld fürs Bahnpersonal. Die hohe Belastung durch Überstunden soll angegangen werden. Das Personal im Führerstand wird aufgestockt. Und vor allem: Es gibt gleichen Lohn für gleiche Arbeit, egal welcher Gewerkschaft jemand angehört. Selbst dieses Kernproblem des Konflikts wurde mit dem Trick gelöst, die GDL trotz des Tarifeinheitsgesetzes als gleichwertigen Tarifpartner neben der EVG zu etablieren – indem ein verbindliches Schlichtungsverfahren bei künftigen Tarifauseinandersetzungen ausgehandelt wurde.

Und das ist der Gewinn, den die Bahn erzielt hat: Sie darf auf Betriebsfrieden hoffen und kann sich wieder darauf konzentrieren, im aktuellen Kampf um Marktanteile nicht noch mehr Boden zu verlieren.