Der Erste Weltkrieg geht diesen Sonntag zu Ende
28.09.2010 | 17:59 Uhr 2010-09-28T17:59:00+0200
Essen. Reparationszahlungen belasten den Bundeshaushalt bis heute. Dieses Jahr überweist Berlin die letzten 70 Millionen. Beinahe hätte das auch John Babcock noch mitbekommen.
Der Kanadier John Babcock war der letzte Veteran des Ersten Weltkriegs. Er starb im Februar dieses Jahres. Man hätte damals feststellen können, dass dieser Krieg nun endgültig zu Ende ist, aber das wäre vorschnell geschehen und in Unkenntnis des Bundeshaushaltes 2010.
Denn dort gibt es im Kreditfinanzierungsplan Unterpunkt 2.1.1.6. „Bereinigte Auslandsschulden: 69 950 000 Euro.“ Es ist: Deutschlands letzte Reparation für den Ersten Weltkrieg. Sie wird fällig: am 3. Oktober 2010. Daher könnte man nun wirklich und endgültig feststellen: Am Sonntag endet der Erste Weltkrieg.
17 Millionen Menschenleben und Unmengen an Geld
Der Krieg kostete 17 Millionen Menschenleben und Unmengen an Geld. Allein den Schaden an Frankreichs zerstörten Landschaften schätzte man später auf 100 Milliarden Francs. Der Versailler Vertrag erlegte dem Reich und seinen Verbündeten die alleinige Kriegsschuld auf – und Reparationszahlungen.
Was Berlin betraf, so wurde der Betrag mal auf 269 Milliarden Goldmark festgelegt, dann aber im Laufe der Jahre erheblich gesenkt und schließlich größtenteils erlassen. Das Reich sollte nur Zinsen für Anleihen zahlen, die es im Ausland aufgenommen hatte, um überhaupt Reparationen zahlen zu können. Doch Hitler stellte diese Zahlungen ein. Und dann kam der nächste Krieg.
Grundlage: das Londoner Abkommen von 1953
1953 regelten das abermals besiegte Deutschland und die West-Alliierten in London ihre Finanzen neu. Damals wurde die Begleichung eines Teils der ausstehenden Zinsen auf die Zeit nach einer Wiedervereinigung verschoben. So begann die Bundesrepublik 1991 wieder für den Ersten Weltkrieg zu zahlen – bis zum Sonntag.
Vier Jahre dauerte der Erste Weltkrieg, 92 Jahre seine Bewältigung – das ist länger als die meisten Menschen leben. Selbst John Babcock hat das nicht mehr mitbekommen, obwohl er doch 109 Jahre alt wurde.

09:30
@51 hippenknecht:
nee, nix Geschichtsbücher der Sieger gelesen, sondern sich unter Lesen vieler Originaldokumente vorurteilsfrei - im Gegensatz zu Ihnen - mit der Thematik wissenschaftlich auseinandergesetzt!
Und am Tenor Ihres Kommentars merkt man leider aus welcher tumb desinformierten Ecke Sie kommen und wiederkäuen, was bestimmte Kreise Ihnen vorsetzen, unter Außerachtlassung der Fakten. Setzen, sechs!
23:56
Die Reparationen wurden 1932 mit einer symbolischen Endzahlung ausgesetzt. Siehe Hoover-Moratorium: http://de.wikipedia.org/wiki/Hoover-Moratorium
Warum sollte Deutschland also nach WW2 für WW1 zahlen?
12:01
Ist es nicht lächerlich 92 Jahre nach Kriegsende noch zu zahlen ??? Die dummheit der Menschen kann man jeden morgen in der Zeitung lesen. Und haben sie was daraus gelernt ??? Natürlich nicht, der 3. Weltkrieg steht vor der Tür. Ich freue mich drauf, mein golderner Sarg ist schon bestellt !!!
01:28
Ork und Ralf Potten, die haben Geschichtskenntnisse sagenhaft. Alles brav die Geschichtsbücher der Sieger gelesen. Über sdoviel Unkenntnisse, insbesondere die anzettelung des WK I und zur Polenfrage WK II kann ich nur stauene. Was diese da noch weglassen. so kann man auch lügen.
00:10
@kuba4711:
Falsches Land!
Mag sein daß Ihr hirnzustand auf einem Niveau ist in dem sie andauernd halluzinieren - aber sie leben weder in Kuba noch Venezuela noch in Nordkorea.
Ihre unerträgliche, eigene Erbärmlichkeit und ihre Nutzlosigkeit ist alleine Ihre eigene Schuld - und nicht die einer Regierung die nach Ihnen auf der Jagd ist (wie es in den o.A. Ländern normalen Menschen täglich geschieht).
Und machen Sie auch nicht Ihre Eltern für Ihre merkwürdigen Wahnvorstellungen verantwortlich!
Und zum nächsten Hitler, Stalin, Mao oder PolPot taugen sie auch nicht mehr. Den Bodycount, den jedes von diesen verbrecherischen Schweinen erreicht haben, den erreichen Sie in der heutigen Welt nie mehr - also geben sie es besser vorher auf.
Good Riddance
Anti-Idiot
22:42
@#47 von DietmarKalaschnikow, sind mit die Gemetzel der USA südliches des aktuellen Territoriums gemeint. Der kleine Schweinekonflikt mit Kanada bleibt mal außen vor, selbst die USA können ja auch nicht alle synchron überfallen.
22:37
Dafür das die Deutschen die Welt zwei Mal in einen fürchterlichen größenwahnsinnigen Krieg geführt haben sind sie dabei viel zu Gut weggekommen. Speziell beim ersten Weltkrieg wurden überwiegend die von den Deutschen überfallenen Länder verwüstet.
Mich gruselt es, wenn ich mir vorstelle, wie zum Beispiel Frankreich oder England heute bei einem damaligen Sieg der Deutschen aussehen würden.
Diese Mär, das ja irgendwie alle Nationen am Ausbruch der beiden Weltkriege beteiligt waren scheint bei manchen deutschen Revanchisten immer noch herum zu geistern. Rußland und England haben noch bis zuletzt versucht den Krieg zu verhindern. Selbst Kaiser Wilhelm 2. mußte kurz vor dem Ausbruch feststellen das er die Geister, die er bei den Deutschen rief, nicht mehr los wurde.
22:00
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
21:35
also einige, die hier schreiben, sind wohl in der Schule bei den alten Römern hängen geblieben. Hier werden Sachen durcheinander geschmissen... hier wird Wikipedia als Nachweis angegeben (ihr wisst schon, dass da jeder alles reinschreiben könnte).
... es geht in dem Artikel um den 1. Weltkrieg, der Versailler Vertrag wurde von Deutschland ratifiziert, also ist der bindend und damit Feierabend.
Die geschichtliche Wertung ist eine ganz andere.
Übrigens will die USA bis zum heutigen Tage von den damaligen Entente cordiale und deren Verbündeten auch noch Geld sehen. England, Frankreich usw. haben damals sich in den USA extrem verschuldet und die Schulden sind auch noch nicht abbezahlt.
20:36
@43 Zuspätgeborener Ewiggestriger:
Der II. Weltkrieg richtete sich nicht gegen Deutschland, sondern wurde vom Deutschen Reich angezettelt unter einem erlogenen Vorwand mit der Kriegserklärung gegen Polen (dem Großbritannien und Frankreich vertraglich zu Beistand verplichtet waren, wie auch gegenüber der damaligen Tschechoslowakei, was aber im Münchener Abkommen 1938 schmählich unterlassen wurde).
Leider gibt es immer wieder genügend Blinde (nichts gegen Blinde!), Unwissende, aber auch genügend bewußt die Geschichte verleugnende Menschen auch hier in diesen Blogs, diese armen kleinen Würstchen können sich halt nur durch ein wie auch immer geartetes Teutonentum (und auch denen mangelte es im Vergleich zu den Nachbarn ein wenig an Kultur) als irgendwie wertvoll empfinden, auch wenn dabei historische Zusammenhänge so lange geleugnet und verdreht werdenmüssen, bis sie ins kleinkarierte Weltbild zu passen scheinen.
Nachdem ein körperbehinderter, ohne Liebe erzogener Kaiser mit seinen tumben Reden und Taten sich also als genügend wichtig und heroisch empfand, seine Verwandten mit Krieg zu überziehen (der gesamte europäische Hochadel war ja seit Generationen inzestuös miteinander versippt und entsprechend degeneriert), und man schon im Jahr der Kriegserklärung Weihnachten wieder zuhause sein wollte (mal eben zwischendurch ein bißchen Krieg geführt und natürlich, glaubte man, gewonnen habend), mussten die Deutschen feststellen, dass eine grosse Klappe alleine nicht reicht, um verbrecherische Ziele zu erreichen, - auch die ersten Giftgaseinsätze im WK I wurden von Deutschen geführt. Tja, da war man halt etwas mehr als drei Jahre später als dedacht wieder in seinem zerstörten Zuhause und hatte mal eben einen selbst angezettelten Krieg verloren. Dumm gelaufen, irgendwie ... Klar war der Versailler Vertrag weder gerecht noch fair oder sonstwas, das waren die deutschen Knebelverträge nach dem gewonnen Krieg gegen Frankreich 1870/71 aber auch nicht gewesen (erneute Abtretung von Elsass, Lothringen und Saarland), da bestanden auf der französischen Seite sicher noch unter den Älteren Rachegefühle. Politisch und wirtschaftlich waren die Versailler Verträge eher ziemlich unklug, eben wegen der immensen und ungerechtfertigten Höhe der verlangten Reparationen. Diese wurden dann ja auch bald fallengelassen, bis auf die Einforderung der Zinsen; was ein im WK I schwer traumatisierter und zweimal vergeblich deswegen behandelter Einwanderer, der erstmal eingebürgert werden musste (1932 in Braunschweig), damit er im Deutschen Reich (-jaja, auch die sog. Weimarer Republik nannte sich noch so) überhaupt irgendwelche Wahlämter bekleiden konnte, ja alsbald auch völkerrechtswidrig einstellte. Diese Zinsschulden wurden also einfach nicht gezahlt, aber wenn ich meine Kontozinsen nicht zahle, sind die auch nicht weg, sondern wachsen. Diese reinen Zinsschulden, also nicht irgendwelche Reparationszahlungen sollten wie in den 50ern, wo man das zu Recht für noch sehr lange weg hielt, nach einer eventuellen Wiedervereinigung dann doch noch nach 60 Jahren mal beglichen werden; da zahlt natürlich eine Generation, die mit den Ursachen für die Zahlung nichts mehr zu tun hat eben die Schulden der Väter (man war ja damals noch recht patriarchalisch) und Grossväter. Gut, damit sind wir also jetzt endlich mal fertig; da können wir ja munter gleich mal wieder neue Schulden machen, die dann unsere Enkel zahlen sollen, falls sie können.
Bitte liebe aufrechte Teutonen, es ist manchmal ein bisschen unangenehm an Wahrheiten erinnert zu werden wie sinnlos vom Zaun gebrochene Kriege, die man dann noch -Schande, Schande- obendrein peinlicherweise verloren hat, aber nur wenn man der Wahrheit ins Auge sieht, kann man weiter zurechtkommen; Lügen und Wegducken hilft auch im Alltag eher selten ...