Der erste grüne Polizeipräsident geht jetzt in den Ruhestand

Münster..  Deutschlands erster Polizeipräsident mit grünem Parteibuch geht in den Ruhestand. Hubert Wimber, seit 1997 an der Spitze des Polizeipräsidiums in Münster, hat am heutigen Freitag seinen letzten Arbeitstag im Präsidium. Am kommenden Sonntag will er sich um 20.15 Uhr den ARD-„Tatort“ aus Münster im Fernsehen ansehen, wie er erzählte. Anschließend muss er bis 24 Uhr noch damit rechnen, als Behördenleiter im Alarmfall wichtige Entscheidungen zur Gefahrenabwehr am Telefon zu treffen. Dann ist für den 66-Jährigen um Mitternacht Schluss.

Wimber war während seiner Dienstzeit immer wieder mit provokanten Thesen aufgefallen. Er setzte sich für den straffreien Konsum von Cannabis ein und forderte, dass seine Beamten bei Bagatell-Unfällen nicht mehr ausrücken müssen. Politische Gegner brachte das regelmäßig in Rage.

Als die größte Herausforderung seiner Amtszeit bezeichnet er den Castor-Transport 1998 zum Zwischenlager Ahaus im westlichen Münsterland. Als Polizeipräsident musste er mit mehreren tausend Polizisten die Atomkraftgegner in Schach halten – zum Ärger mancher seiner Parteifreunde.

Wimber hatte nach Abitur und Wehrdienst Volkswirtschaften und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum und Universität Göttingen studiert. Er beendete das Studium mit dem Titel Diplomsozialwirt. Er ist seit etwa 1987 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Wimber war ab 1995 Abteilungsleiter im Polizeipräsidium Recklinghausen.