Der Doktortitel soll aus dem Personalausweis verschwinden
19.01.2012 | 19:23 Uhr 2012-01-19T19:23:00+0100
Berlin. Knapp 800.000 Deutsche sind promoviert - geht es nach dem Willen der Opposition im Bundestag, dann dürfen sie aber ihren Doktortitel bald nicht mehr im Personalausweis tragen. Die bisherige Praxis sei ein „Fehlanreiz für Titelhuberei“, finden zum Beispiel die Grünen.
Akademische Titel haben nach Ansicht der Grünen in Ausweisen nichts zu suchen. Sie haben im Bundestag beantragt, den Doktorgrad im Passgesetz zu streichen. Die bisherige Praxis sei ein „Fehlanreiz für Titelhuberei“, sagte der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring der WAZ am Donnerstag in Berlin. Nach Einschätzung des Innenministeriums sind die Doktorgrade „zur Identifizierung einer Person nicht notwendig“.
Im Zuge der Einführung von biometrischen Daten in den Reisedokumenten hatte das Ministerium schon 2006/07 versucht, den „Dr.“ aus den Papieren zu tilgen. Doch legte sich der Bundesrat quer, vor allem Thüringen und Bayern. Der Bundestag folgte letztlich den Ländern aus „Rücksicht auf die deutschsprachige Kulturtradition“, wie es hieß.
792.000 Deutsche sind promoviert
Nun dreht sich die Stimmung: Die Opposition ist geschlossen für eine Änderung, auch Konsequenz aus vielen Plagiatsaffären. Bislang wird der Titel – auf Wunsch – in den Ausweispapieren vermerkt. Laut Statistischem Bundesamt sind 792 000 Bundesbürger promoviert (Stand: 2010).
„Der Doktor ist rechtlich weder Titel noch Namensbestandteil“, sagte Gehring. Er sei vielmehr ein akademischer Grad und Qualifikationsnachweis in der Wissenschaft, vergleichbar dem Diplom-Ingenieur (Dipl.Ing.), Master (M.A.) oder Magister (Mag.). Er habe im Reisepass „nichts verloren“, dürfe nicht für „persönliche Eitelkeiten“ genutzt werden. Die bisherige Praxis sei international unüblich.
Innenministerium sieht keine Bedenken gegen die Streichung
Ein Verzicht würde überdies den Verwaltungsaufwand reduzieren und sei „im Sinne eines weiteren Bürokratieabbaus“, bestätigt das Innenministerium. Aus fachlicher Sicht bestünden „keine Bedenken gegen eine Streichung“, so ein Sprecher.
Die CDU hingegen ist gegen eine Streichung des Titels. Die überwältigende Mehrheit der Doktoranden promoviere „nicht aus Statusgründen“, betonte der CDU-Abgeordnete Tankred Schipanski im Bundestag.

20:14
Typisch deutsch / österreichischer Unfug! Ausserdem erkennen bzw. wissen die meisten der hier Postenden nicht, welche Unterschiede zwischen den Dr.-Graden verschiedenen Fakultäten bestehen. Warum gibt es so wenige Bau-Ing bzw. Machinenbau-Ing mit Dr.? Weil da nämlich etwas dafür GEARBEITET werden muss.
Jeder Mediziner macht seinen Doktor so nebenbei. Medizinische Doktorarbeiten sind in aller Regel Lachplatten, die bei Naturwissenschaften oder Technikern nicht mal als Referat durchgehen würden.
Die Juristen schwafeln über 200 Seiten dummes Zeug und kriegen dafür auch einen Doktor nachgeschmissen - bis ein paar Clevere auf die Idee kommen, mal nach Zitaten zu suchen! Schönes Beispiel für eine "tolle" Jura-Arbeit ist das Gewäsch des Herrn Stoiber über den "Hausfriedensbruch". Fantastisch, wie man über so viele Seiten NICHTS sagen, aber VIEL schreiben kann.
Ausleihbar ist dieses Elaborat überall über die Fernleihe. War schon ganz interessant für mich, diesen Sums zu lesen. Ich dachte bi
17:59
Mein Name ist "Doktor Müller-Schultze" - wenn der "Doktor" ein Bestandteil des Namens sein soll, warum steht er dann nicht schon in der Geburtsurkunde?
Kann ich mich in Zukunft mit Herr Rentner ..." ansprechen lassen? Schließlich habe ich mir diesen Status hart erarbeitet...
20:59
Seit Guttenberg sollte man auf jeden Fall den Quatsch aus den Ausweisen entfernen. Und die Grünen?: die sollen sich weiter ums Ponyreiten kümmern. Politik machen die anderen.
19:27
Wenn jemand promoviert hat und das gerne in seinem Pass stehen haben möchte, dann zahlt er eben eine Extragebühr und schon ist das Problem der Kosten vom Tisch.
Ich habe kein Problem damit, wenn jemand das "Dr." vor seinem Namen führt. Ein Problem habe ich jedoch mittlerweile mit den (NRW-) Grünen, die sich gerne einmal auch mit wirklich wichtigen Themen beschäftigen dürfen statt mit Doktortiteln und E-Zigaretten. Meine Stimme jedenfalls bekommen sie in Zukunft nicht mehr.
01:07
Was schwätzt ihr da?
Dass der Doktor-Titel ganz allgemein an Wert und Gewicht verloren hat, geht ganz klar darauf zurück, dass uns gewisse Herrschaften jüngst gezeigt haben, dass dieser Titel nicht unbedingt etwas mit eigener Leistung und eigener Arbeit zu tun hat.
Und von daher muss bei den Damen und Herren Doktoren nun leider die Kirche zurück ins Dorf. Da haben mal wieder ein paar schwarze Schafe die ganze Herde beschmutzt...
16:02
...wir haben doch gelernt,dass der "Dr."kein Titel ist,
sondern ein Grad.Ähnlich, einem Industrie-oder Handwerksmeister.
Wenn die ihre Berufsbezeichnung im Ausweis führen dürfen,sollens die Doktoren
auch dürfen.Wenn nicht,dann nicht.
Es ist halt auch Sozialistengeschwätz, wenn mit Traditionen gebrochen werden soll, und eine Gleichstellung eingefordert wird, die man eigentlich aus Systemen her kennt, die alles andere als rümlich waren und endeten, vor allen jenseits des Eisernen Vorhangs, der ja aus dem selben geistigen untriebigen Umfeld stammte.
Gruß
15:52
So ist das Sozialistengeschwätz, wie eigentlich schon seit längerem vermutet auch bei den Grünen angekommen.
Sonst gibt es keinen Grund, die öffentliche Darstellung und Führung des Doktorentitels zu verweigern.
Aber wahrscheinlich kann man dann unterstellen, haben sie ja eh alle durch Plagiatenschwindel erworben, - aber genau das ist dann einmal mehr Sozialistengeschwätz!
Gruß
15:47
Hat die CDU da nicht faktisch ein Eigentor geschossen? Wenn da steht
"Die CDU hingegen ist gegen eine Streichung des Titels. Die überwältigende Mehrheit der Doktoranden promoviere „nicht aus Statusgründen“, betonte der CDU-Abgeordnete Tankred Schipanski im Bundestag."
dann ist das doch erst Recht ein guter Grund zum streichen.
15:01
Der Doktortitel ist der niedrigste, nicht vererbbare Adelstitel und daher Bestandteil des Names.
Jeder Mensch hat das Recht, dass sein Name vollständig im Personalausweis aufgenommen wird. Sollte eine solche Gesetzgebung kommen, wird sicherlich jemand, zu recht, dagegen Verfassungsbeschwerde einlegen.
P.S. ich habe keinen Doktortitel und meine Frau auch nicht
14:58
Zu "Gaul #26" , ich lach mich schräg . Wer so schreibt , hat den Doktortitel a la Grüne . Erfolgreicher Absolvent der Einheitsschule , gell ??