Der Atomausstieg produziert Gewinner und Verlierer
06.06.2011 | 15:03 Uhr 2011-06-06T15:03:00+0200Düsseldorf. Der Atomausstieg ist beschlossene Sache – und während die Kraftwerksbetreiber die dadurch entstehenden Belastungen fürchten, könnten unter anderem Stadtwerke profitieren. Die Gewinner und Verlierer der Energiewende im Überblick.
Der schnelle Atomausstieg in Deutschland sorgt für Turbulenzen nicht nur in der Energiewirtschaft. Die Energiewende spaltet Unternehmen und Gesellschaft in Gewinner und Verlierer. Ein Überblick:
Die Verlierer
Die Kernkraftwerksbetreiber
Die vier deutschen Kernkraftwerksbetreibern E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall dürften nach einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) durch den schnellen Atomausstieg Ergebniseinbußen in einem Barwert von bis zu 22 Milliarden Euro erleiden. Das ist selbst für die ertragsstarken Energieriesen eine gigantische Summe. Kleiner Trost: Zumindest einen Teil der Einbußen dürften die Konzerne nach Ansicht von Branchenexperten durch die höheren Strompreise wieder wettmachen können, die sie für den Strom aus den anderen Kraftwerken kassieren.
Die energieintensiven Industrien
Die energieintensiven Industrien wie die Aluminiumproduzenten oder die Chemieindustrie stöhnen schon heute über die hohen Stromkosten in Deutschland. Deshalb warnen Branchenvertreter, ein weiterer Preisanstieg könne zu einem schleichenden Rückzug der besonders betroffenen Sparten aus Deutschland führen. Allerdings will die Bundesregierung mit Erleichterungen für die betroffenen Branchen gegensteuern.
Die Stromkunden
Normale Stromkunden werden aber wohl auf jeden Fall für Strom künftig tiefer in die Tasche greifen müssen . Darin sind sich die Experten einig. Strittig ist eigentlich nur, wie tief. Nach Berechnungen des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt, Energie wird ein Durchschnittshaushalt jährlich voraussichtlich maximal 25 Euro im Jahr mehr zahlen müssen. Andere Berechnungen kommen allerdings zu deutlich höheren Beträgen.
Der Bundesfinanzminister
Bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble droht der Atomausstieg Löcher in die Haushaltskasse zu reißen. Zum einen fällt die Brennelementesteuer - wegen der sofortigen Stilllegung der Altreaktoren - deutlich niedriger aus als geplant. Oder sie fällt sogar ganz weg, wenn die Atomindustrie mit Klagen gegen die Steuer Erfolg haben sollte. Außerdem dürften der geplante beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien und die stärkere Förderung des Energiesparens zusätzliche Subventionen erfordern.
Die Gewinner
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau
Nicht nur die Hersteller von Solar- und Windkraftanlagen könnten zu den Gewinnern der Energiewende gehören, sondern auch viele andere Maschinen- und Anlagenbauer. Der Umbau der Energieversorgung sei für die Branche „eine Art Konjunkturprogramm“, sagte der für Energie zuständige Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thorsten Herdan. Zu den Gewinnern dürften dabei nicht nur Spezialisten, sondern auch Großkonzerne wie Siemens oder Bosch gehören.
Die Stadtwerke
Große Chancen bietet die Energiewende auch den Stadtwerken. Sie litten bislang unter der Marktmacht der großen Energiekonzerne, die die Stromerzeugung in Deutschland dominierten. Der Ausstieg aus der Kernenergie und der damit entstehende Bedarf an neuen Kraftwerken bieten ihnen nun die Möglichkeit, den Energieriesen durch den Neubau moderner Kohle- und Gaskraftwerke und von Windkraftanlagen Marktanteile abzujagen.
Das Handwerk
Auch das Handwerk kann auf eine Auftragsflut hoffen. Denn der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien und die Bemühungen um mehr Energieeffizienz lassen sich ohne Heizungsbauer, Installateure und Dachdecker nicht verwirklichen. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, sprach bereits von einer „großen Chance“ für das Handwerk.
Die Gasproduzenten
Zu den Gewinnern des deutschen Atomausstiegs dürften auch die Gasförderländer gehören - allen voran Russland. Dank neuer Fördertechniken waren die Gaspreise in Europa zuletzt drastisch eingebrochen. Doch mit Fukushima haben sich neue Perspektiven für die Förderländer eröffnet. Moderne Gaskraftwerke gelten als die klimaschonendste und am besten mit erneuerbaren Energien harmonierende konventionelle Kraftwerkstechnik. Die Nachfrage nach Gas dürfte deshalb deutlich steigen. Der Chef des weltgrößten Gasproduzenten Gazprom, Alexey Miller, rechnet bereits wieder mit wieder deutlich steigenden Preisen. (dapd)

10:06
Der Sozialismus ala Merkel, wonach dem Kapital alles gehört, und nur die Verluste fürs Volk sind müssen aufhören. Das ist aber nur mit Verstaatlichung möglich. Und dafür steht nur die Linke.
08:53
Verstaatlichen und Schluss ist mit dem Gejammere.
08:33
@6 Das ist falsch. Die Kosten für Stillstand und Rückbau blechen die Eigentümer, sprich, die Betreiber der Anlage. Dafür mussten sie schon während des regulären Betriebes Geld zurücklegen - Geld, was sie bisher gut anlegen und für sich arbeiten lassen konnten und nun wieder verflüssigt werden muss.
Auch die Kosten für die Endlagerung werden aus dem Portmonaie der Betreiber beglichen - wenn der Bund ein geeignetes Endlager gefunden hat...
Die Häfen werden gar nicht so furchtbar viel vom Winradboom profitieren. Zum einen werden die dafür nötigen Schiffe garnicht in Deutschland gebaut, und bei den Windanlagen selber ist es nicht so viel anders. Wenn, dann wird das eher ein konjunkturelles Strohfeuer.
06:45
Sämtliche Häfen und Transporteure um die Häfen sind die gewinner, weil die Windräder auf See ja erst mal dort hinkommen müssen. Dazu muss nach dem Produzieren gelagert, umgepackt und so weiter werden. Eine Windkraftgondel ist so groß wie ein kleines Haus. Die Häfen dürften über Jahre ausgelastet sein.
22:44
#16
Monopole gibt es auf Kuba. Dort bestimmt einer wie man ganz monopolistisch in die Pleite fährt.
In Deutschland muß niemand den Strom bei einem der großen Vier kaufen. EnBW ist übrigens dank eines Kapitalisten (Mappus) in staatlicher Hand.
22:25
Den Stadtwerken nutzt es überhaupt nichts, wenn sie eigene Kraftwerke bauen. Der Kunde ist nicht gezwungen seinen Strom bei den Stadtwerken seiner Stadt zu kaufen. Wenn die Stadtwerke Pech haben bleiben sie auf ihrem Strom sitzen und sie sind pleite.
20:04
Der Umstieg von fossiler und atomarer Stromgewinnung wäre die Chance auf einen tatsächlichen , demokratischen Umbau in unserer Gesellschaft.
Dies würde aber voraussetzen ,dass die Menschen erkennen würden wie die bisher das Produktionsmonopol haltenden vier großen Stromkonzerne die politischen Entscheidungsgremien nach ihrer Interessenspfeife tanzen lassen.
Die Gewinnung von alternativem Strom ist das Eine ;das Andere -und Entscheidendere - ist das WIe.
Mit ihrem zuverlässigen Lobby-Vertreter in der Regierung Merkel -nämlich dem Minister Röttgen - haben die vier großen Stromkonzerne ein optimal funktionierendes ,trojanisches Pferd an den Schalthebeln der Macht.
Es ist offensichtlich und eindeutig was gerade läuft:
Die vier großen Strombesatzungsmächte unserer banana republika stecken Abermillionen in Offshore -Windanlagen zur Sicherung ihres bisherigen Strom -Produktionsmonopols.
Zur Absicherung dieser gigantischen Investitionssummen brauchen die Stromkonzerne natürlich eine funktionierende Regierung ,die ihnen die großen Überlandleitungen von Nord nach Süd zu den industriellen Endverbrauchern absichert.
Natürlich entseht somit wieder ein neues Monopol .
Und bei Monopolen sind die Endverbraucher ,natürlich die Kleinen zu aller erst , die Dummen.
Der notwendige Kern einer gelungenen ,gesellschaftlichen Metamorphose zurück zu den Idealen unserer Verfassungs-Väter dieser deutschen Republik ; diese Wandlung geht nur über die Beantwortung der Fragestellung des energetischen Imperativs!.
Und der beinhaltet auch die Frage nach dem Eigentum -nicht nur an den Produktionsmitteln für Energiegewinnung - nein ,vor allem die Frage nach dem Eigentum über die Stromverteilungsnetze .
Und wie diese Strukturen -also sowohl was die Produktionsanlagen und was die anzustrebende dezentrale Art und Weise der Stromnetze betrifft - letztendlich ausgestaltet werden.
Gelingt die Gestaltung nicht im Sinne der Ideale unserer Verfassung ,dann wird dieses Land weiter zu einem kleinen US -Amerika degenerieren .
Mit all den damit zusammenhängenden Negativ-Folgen für die bürgerlichen Verlierer dieser Entartung.
19:40
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Bin mal gespannt, wohin sich der Strompreis entwickeln wird, wenn jede kWh weiterhin hoch subventioiert wird (Wind, Sonne, Biogas etc.).
Ob dann noch die Bevölkerung pro Ökostrom sein wird?
Jeder hat das 3-Literauto gefordert, gekauft hat es keiner...
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19:18
Verlierer sind ganz klar die Verbraucher: Nicht nur das der Strom teurer wird, so mancher wird auch um seinen Arbeitsplatz bangen, wenn der Betrieb lieber in ein Land zieht, in dem die Energieversorgung bezahlbar ist.
Alle Prognosen auf tolle neue Gewinne und Arbeitsplätze sind nur unsichere Prognosen. Die energieintensiven Arbeitsplätze sind Realität!
Schon jetzt machen uns die uneffektiven Photovoltaik-Anlagen zu schaffen. Sie werden mit Milliarden subventioniert und jeder Verbraucher muss es bezahlen. Aus der Sonne Strom zu gewinnnen, lohnt sich nur in südlichen Breiten.
18:53
#dumper
genau, dann zahlen Sie nicht mehr dafür, aber unsere Kinder...