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De Jager bleibt CDU-Landeschef in Schleswig-Holstein

16.08.2012 | 21:21 Uhr

Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Jost de Jager bleibt im Amt. "Es gab keinen Moment, an dem ich die Brocken hinwerfen wollte", sagte der 47-Jährige am Donnerstagabend am Rande einer Sitzung des Landesvorstandes in Kiel.

Kiel (dapd). Schleswig-Holsteins CDU-Landesvorsitzender Jost de Jager bleibt im Amt. "Es gab keinen Moment, an dem ich die Brocken hinwerfen wollte", sagte der 47-Jährige am Donnerstagabend am Rande einer Sitzung des Landesvorstandes in Kiel. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, de Jager erwäge wegen einer drohenden Kampfabstimmung zwischen ihm und Sabine Sütterlin-Waack um die Direktkandidatur für den Bundestagswahlkreis Flensburg-Schleswig einen Rücktritt.

De Jager hatte als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl kein Mandat erhalten. Als Landeschef brauche er aber die "Aussicht auf ein Mandat", um die Partei weiter führen zu können, sagte er. Die Partei schaffe es nur stabil zu bleiben, wenn der Vorsitzende auch ein Mandat ausüben könne.

Der Landesvorstand unterstützt die Kandidatur de Jagers mit einem einstimmig gefassten Beschluss. "Jost de Jager ist die Nummer Eins der CDU in Schleswig-Holstein", sagte der stellvertretende Landesvorsitzende Ingbert Liebing. Der Kreisvorsitzende von Schleswig-Flensburg und CDU-Landtagsfraktionschef Johannes Callsen appellierte an seinen Kreisverband, sich für de Jager auszusprechen. Dessen Kandidatur habe auch seine volle Unterstützung.

"Ich bleibe an Bord", sagte de Jager. Er werde auf dem Landesparteitag am 24. November erneut für den Landesvorsitz kandidieren. Zuvor muss er sich allerdings am 1. Oktober voraussichtlich der Kampfabstimmung im nördlichen Landesteil stellen. Sütterlin-Waack wolle ihre Kandidatur aufrechterhalten, sagte de Jager. Dies sei das demokratische Recht der 54 Jahre alten Juristin. Er selbst werde alles dafür tun, dass die Mitglieder hinter ihm stünden. Der bisherige Direktkandidat Wolfgang Börnsen will zur Bundestagswahl 2013 aus Altersgründen nicht mehr antreten.

"Ich glaube, es ist kein politischer Schaden eingetreten", sagte de Jager mit Blick auf die Gerüchte. Eine wochenlange Hängepartie vor einer Kampfabstimmung wolle de Jager nicht hinnehmen, hatte zuvor "Die Welt" (Freitagausgabe) unter Berufung auf ein führendes Mitglied der Christdemokraten berichtet.

Bereits vor der Sitzung in Kiel hatte der Landeschef Unterstützung von führenden Politikern der Nord-CDU erhalten. "Jost de Jager ist unverzichtbar für Schleswig-Holstein", sagte Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium und Mitglied des CDU-Landesvorstandes. In der Sitzung sollte es ursprünglich nur um eine Aufarbeitung der Wahlniederlage vom 6. Mai gehen.

Mit Spitzenkandidat de Jager musste die CDU bei der Landtagswahl am eine Niederlage einstecken. Die Union war aus dieser zwar knapp als stärkste Kraft vor der SPD hervorgegangen. In der Folge lösten aber SPD, Grüne und Südschleswigscher Wählerverband (SSW) die CDU-geführte Landesregierung ab.

De Jager war bis zur Wahl Wirtschaftsminister und seit dem Rückzug des einstigen Landeschefs und Spitzenkandidaten Christian von Boetticher Mitte August 2011 auch Hoffnungsträger der CDU. Bei der Landtagswahl hatte die CDU so viele Direkt-Wahlkreise gewonnen, dass die Liste mit de Jager an der Spitze nicht zog. Einen eigenen Wahlkreis hatte er nicht.

dapd

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