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Das Vertrauen ist gestört

18.02.2010 | 12:34 Uhr

Nicht nur bei öffentlichen Großbauprojekten wie dem Kölner Stadtarchiv wurde geschlampt. Was es jetzt braucht, ist eine effiziente Bauaufsicht.

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März 2009 hat eine Lawine von Ereignissen und Erkenntnissen ausgelöst. Ein Oberbürgermeister verzichtete aufs Amt. Die Kommunalwahl führte zum Machtwechsel in Nordrhein-Westfalens größter Stadt. Nutzer von U- und Stadtbahnen beschleicht in der Röhre ein mulmiges Gefühl. Schließlich: Das Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Baufirmen und in die Wirksamkeit staatlicher Aufsicht ist nachhaltig gestört.

Jetzt fragen sich auch Häuslebauer: Wie stabil sind eigentlich meine vier Wände? Wie kann ich versteckte Mängel erkennen? Behält mein Eigenheim, das ja Alterssicherung ist, den aktuellen Wert? Pfusch am Bau reicht bis in die letzte Garage – Tendenz steigend.

Der Marler Bau-Sachverständige Joachim Ganschow bringt in einem Brief an die WAZ spannende Thesen zur Sprache. Ruinöser Wettbewerb, fehlende Ausbildung, „billigste Arbeitskräfte, die auf dem Markt des Menschenhandels“ besorgt werden und oft fehlende menschliche Eignung vieler Beteiligter hätten das Gesicht der Branche verändert und so Defizite provoziert, die auch zum Drama in der Domstadt geführt haben.

Wenn das so ist und wenn die Defizite anderswo wieder auftreten können, bleibt nur eines: Die Bauaufsicht, die der Deregulierung zum Opfer fiel, muss wieder her. Um des Vertrauens willen.

Dietmar Seher

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Kommentare
18.02.2010
12:32
Das Vertrauen ist gestört
von tatze1 | #1

Was heißt hier ...das Gesicht der Branche verändert...?
Beim Bau wird seit eh und je gepfuscht, geklaut, betrogen, Sozialbeiträge hinterzogen,bestochen und werden Menschen (die hier Keulen genannt werden) ausgebeutet.
Da hilft nur der doppelte Lenin: Kontrolle ist gut, Kontrolle der Kontrolle ist besser.
gez. UBusch

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