Das Thema ernster nehmen

Ist es schlimm, wenn Banker Kindern etwas von Aktien und vom Sparen erzählen? Ein Problem, wenn Stromkonzerne in Schulen ihre Einschätzungen zu erneuerbaren Energien und Braunkohle verbreiten? Eigentlich nicht. Aber Vorsicht ist angebracht. Denn Schul-Sponsoring geschieht nie uneigennützig. Es wäre ja denkbar, dass die Sponsoren namentlich überhaupt nicht in Erscheinung träten, sagt der Chef der Gewerkschaft VBE, Udo Beckmann. Aber er weiß, dass Firmen davon nichts halten.

Profi-Agenturen für Schulwerbung verstecken sich gar nicht erst hinter Moral und Gemeinnützigkeit. Zitat: „Je früher ein Konsument an eine Marke herangeführt wird, umso geringer ist später die Wechselbereitschaft auf andere Marken.“ Der Landesregierung ist zu raten, dass sie das Thema wieder ernster nimmt. Und eine Prüfstelle einrichtet, die Schulen dabei hilft, zu entscheiden, ob ein Werbe-Angebot seriös ist oder nicht.