Das sind die einflussreichen Politikmacher 2010
14.10.2010 | 11:56 Uhr 2010-10-14T11:56:00+0200
Essen.Ihre Namen kennen nur Insider. Trotzdem haben Matthias von Hermann, Walter Scheuerl und Sebastian Frankenberger in diesem Jahr die Politik in Deutschland kräftig mitbestimmt - etwa bei „Stuttgart 21“, Rauchverboten und Schulreformen.
Matthias von Hermann. Walter Scheuerl. Sebastian Frankenberger. Es sind die drei einflussreichen Politikmacher im Jahr 2010. Matthias wer? Scheuerl statt Merkel? Frankenberger statt Gabriel? Ihre Erfolgsbilanz jedenfalls fällt eindrucksvoll aus. Professorensohn von Hermann ist das Gesicht der Revolte gegen „Stuttgart21“. Der renommierte Anwalt Scheuerl hat in Hamburg die schwarz-grüne Schulreform gestoppt. Der junge Passauer Stadtrat Frankenberger setzte in Bayern das Rauchverbot im Bierzelt durch. Manche hassen ihn dafür: „Wichser, schleich dich“.
Daraus wird so schnell nichts. TV-Bilder aus der Schwabenmetropole zeigen jeden Tag: Irgendwas verschiebt sich in Deutschlands politischen Entscheidungsprozessen. Baden-Württembergs Landesregierung bringt das derzeit in die höchsten Nöte. Vermittler Geißler soll die Auseinandersetzung zwischen Staatskanzlei und Straße schlichten. Die Gegner meinen es ernst: „Ich bin kein Öko-Spinner“, sagt der 37-jährige Ober-Rebell von Hermann.
Der Parkschützer von „Stuttgart 21“
Matthias von Hermann, der „Parkschützer“, tritt gerne im Anzug und mit Krawatte auf. Er hat Politik und Chemie studiert. Und auch wenn er schon wegen Nötigung gegen einen Castor-Transport verurteilt ist: Bürgerlicher geht nicht. „Es macht Spaß, wenn jetzt die Politik reagiert“, sagt er. Er will sich reiben, will die Debatte. Von dem Mann wird man noch hören.
Seine Wortwahl könnte die von Walter Scheuerl sein. Der Kopf der Kampagne gegen die Hamburger Schulreform fühlte am Abend des gewonnenen Bürgervotums „Stolz. Wir haben gezeigt, dass die Menschen in dieser Stadt etwas durchsetzen können“. 276 304 Hanseaten waren gegen das Schulgesetz des Senats. Nur 218 065 dafür. Der vornehme Jurist aus Othmarschen bekam beim Feldzug gegen die sechsjährige Grundschule Zuspruch auch aus einfacheren Hamburger Stadtteilen.
Ein Sieg, den so auch Sebastian Frankenberger tief unten im Süden erlebte. 61 Prozent derjenigen, die sich an der Abstimmung über das totale Rauchverbot beteiligten, folgten seiner Linie. „Das Volk hat sich nicht von der Tabaklobby kaufen lassen“, freute sich der Passauer.
„Die meisten Politiker wissen nicht, was im wirklichen Leben los ist“
Hier „das Volk“ und „die Menschen“, dort die Politiker?. Hier „die Sache“, dort „die Ideologie“, gleich, ob rechts oder links? Die Rebellen, die Schlagzeilen machen, ziehen mit ihren Kampfparolen gerne solche neuen Trennlinien – und Umfragen geben ihnen Rückendeckung. Im ARD-Deutschlandtrend sagen 80 Prozent der Befragten: „Wichtige Entscheidungen werden bei uns getroffen, ohne dass die Interessen der Menschen berücksichtigt werden“. 85 Prozent glauben: „Die meisten Politiker wissen nicht, was im wirklichen Leben los ist“.
Die neue Bürger-Bewegung stellt Grundprinzipien dieser Republik in Frage. Denn die Entscheidungen, die sie anficht, sind glasklar nach den Regeln repräsentativer Demokratie zustande gekommen: In der Bürgerschaft Hamburgs hatten alle Fraktionen der Schulreform zugestimmt. Der geplante Stuttgarter Bahnhof hat den Segen von 15 Gremien – vom Regionalrat bis zum Bundestag. Nach Recht und Gesetz wurden in einem Jahrzehnt 10 000 Einsprüche abgearbeitet. Und die Rauchverbote? Es war eine gerade erst ins Amt gewählte bayrische Staatsregierung gewesen, die die Regeln lockerte.
Die rebellischen Köpfe koppeln ihren Widerstand an drei Prinzipien. Er ist lokal oder regional geerdet. Er richtet sich gegen eine konkrete Sache. Und er stützt sich auf Volksabstimmungen. Flächendeckend macht den Parlamenten dieser Trend Konkurrenz. Auf Ortsebene haben sich Bürgerbegehren seit Mitte der 90er Jahre verdreifacht. Allein 2009, meldet der Förderverein „Mehr Demokratie“, habe es 46 Volksbegehren und Volksentscheide gegeben. Schwerpunkte: Bildung, Kultur, kommunale Zuständigkeiten. Soziales war nur zu 18 Prozent der Gegenstand – möglicherweise ein Hinweis, dass die Bundespolitik mit ihren „großen Themen“ an der Wirklichkeit vorbeiarbeitet.
Dilemma zwischen aktueller Bürgermeinung und der Notwendigkeit
Sind demokratische Beschlüsse denn einfach so zu kippen? Gerne verteidigen sich die Parlamentarier mit dieser Fragestellung. Aber aus den Reihen der Stuttgarter Aufständischen kommt ein listiges Gegenargument: Kippen die Parteien nicht selbst oft Entscheidungen der Vorgänger? Was ist – im Bund - mit dem Ausstieg aus dem Atomausstieg? Was ist – in NRW- mit der Abschaffung der gerade erst beschlossenen Studiengebühren? Und wie oft korrigiert das Bundesverfassungsgericht Berliner Entscheidungen?
Verzweifelt wehrt sich die herkömmliche Politik gegen die Argumente, steckt oft im Dilemma zwischen aktueller Bürgermeinung und der Notwendigkeit, im Interesse zukünftiger Generationen zu handeln. Zunehmend legt sie auch von sich aus wichtige Entscheidungen direkt in Bürger-Hände. 140 Gemeinden in Deutschland praktizieren bereits den „Bürger-Haushalt“. Punkt für Punkt wird dabei in Einwohnerversammlungen der kommunale Etat fürs nächste Jahr durchgekaut – eine Sache, die sonst nur Räte hinter verschlossenen Türen des Hauptausschusses erledigen.
Ganz spannend wird es im nächsten Jahr in Hessen. Die Landesregierung wird ihren Plan einer Schuldenbremse im Etat dem Volk vorlegen müssen. Die Verfassung verlangt das. Bürger müssen erstmals abstimmen darüber, ob sie heute zu Gunsten der Zukunft ihrer Kinder sparen wollen.

10:45
Schön, das mit der Bürgerbeteiligung. Nur wenn man bedenkt, wer sich in Hamburg beteiligt hat, um seine Pfründe zu sichern - in diesem Fall die Bildungshoheit der Oberschicht - bin ich mir nicht sicher, wohin das führen soll. Im Hamburger Fall war es nicht ein Robin Hood, der Witwen und Waisen verteidigt hat, sondern ein skrupelloser Anwalt ohne Moral, der im Schulterschluss mit der Bildzeitung Stimmung gemacht hat. Mit allem, was die Zunft so hergibt. Was geschieht, wenn ein Psychopath es gut versteht, mit Massen umzugehen, haben wir ja nicht zum ersten Mal sehen können.
21:13
Betr.: Mediale Oberflächlichkeit
Akte ÖDP-Volksbegehren
Sehr geehrter Herr Seher,
bitte gestatten Sie den Hinweis auf die Oberflächlichkeit des von Herrn Frankenberger init. Volksbesch. Echter Nichtraucherschutz.
Mit dem Missbrauch des ungeschützten Begriffs: sog. Nichtraucherschutz hat die ÖDP dargestellt, wie man geschickt gutmeinende BürgerInnen zu Finanzspenden und zur Zeichnung von im Kleingedruckten versteckten und den Zeichnenden nicht erläuterten Ausnahmen verleitet.
Jene Ausnahmen sehen vor, daß die Schutzbefohlenen und MitarbeiterInnen in den geschlossenen Abteilungen durch unzureichend gesicherte Rauch(er)räume 24/24h der Berauchung exponiert werden. (Dto. JVA´s, u.a.).
Respekt, daß das Volksbegehren in seiner verfassungsgemäßen Aussagetiefe, daß Schutzbedürfnis der BürgerInnen vor Tabakrauch darstellt.
Herrn Frankenberger konterkariert mit seinem teils provozierenden öffentlichen Auftritten gegenüber Tabakkonsumenten das jahr(zehnt)elange Engagement friedlicher BürgerInnen und orientiert sich mit seinem Engagement und seinen Medienstatements lediglich auf dem von der Öffentlichkeitsarbeit der Tabakindutrie lancierten Stammtischniveaus des Gaststättenrechts.
Herr Frankenberger mag in seiner Zielführung selber Opfer der PR um die sog.Bund-Länderkompetenz-Lösung sein, welche von Anbeginn der politisch-medialen Erörterung all jene in der Privatwirtschaft tätigen BürgerInnen (ArbStättV§5) von einem konkreten Rechtsanspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz ausshloss.
Wann fällt den Medien endlich auf, daß sich die PolitikerInnen einen konsequenten Rechtsanspruch auf rauchfreie Atemluft an Ihren Arbeitsplätzen zugestanden.
Ein Drama, daß die, die ÖDP unterstützenden Organisationen des sog. Nichtraucherschutz
sich erneut als Multiplikatoren der Regierungsstrategie darstellen.
Die ÖDP schlachtet den sog. Nichtraucherschutz aus, um Finanzen zu generieren und sich parteistrategisch zu positionieren, ohne einen Anspruch an politischer- und Sachtiefe zu erreichen.
Liebe Journalisten, stellen Sie doch einmal dar, daß die PR des Deutschen-Krebsforschungs-Zentrum DKFZ seit Jahren, hohe Reputation vortragend, die Funktion inne hat, der Regierungsstrategie beim sog. Nichtraucherschutz medizinische Unbedenklichkeit zu attestieren.
Die Umsetzung von Schutz vor Tabakrauch bezieht sich auf alle Orte des gesellschaftlichen Miteinanders.
Tabakabgase sind auch
an der frischen ein Luftschadstoff!
Mit freundlichen Grüßen,
die bescheidenen Engagisten am Odem Gottes.
Clas Hillebrand
Beirat. Commitée.Gone,
Int. Gedenktag für die Opfer
des Nikotin-Lobbyismus
18:07
Zweimal benennt der Artikel zukünftige Generationen als Deckmäntelchen dafür, Schulden zu bezahlen die ohne Äquivalent in der Realwirtschaft entstanden sind.
Das ist sehr kurzsichtig und hilft zukünftigen Generationen überhaupt nicht.
Wenn Kapitalkonzentration in den Händen weniger keinen Breitenwohlstand bringt, wird man wohl immer weniger eine Mehrheit dafür finden die das Dogma Besitzstandswahrung der Besitzenden unterstützen.
16:42
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15:40
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15:37
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14:35
Mensch #13, Sie labern wie die politische Elite. Klar gibt es auch Vorteile; Aber wo ist der Nachweis, dass es wirtschaftlich Sinn macht! Mit der Handlungsweise unserer politischen Elite gehen wir fühlbar den Bach runter.
Was sind 10 Jahre alte Beschlüsse wert in einer dramatisch veränderten Welt?
Die Wirtschaftlichkeit gehört jährlich fortgeschrieben und veröffentlicht!
14:28
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14:15
Volksabstimmungen sind eine gute Sache - doch der Bau des neuen Bahnhofes auch, er bringt erhebliche wirtschaftliche Vorteile für den Standort und schafft tausende neuer Arbeitsplätze
14:05
Stuttgart:
der einzige Hoffnungsschimmer in Deutschland !!!
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