Daniel Bahr, der Zufallsmann der FDP
08.11.2010 | 16:49 Uhr 2010-11-08T16:49:00+0100
Düsseldorf.Daniel Bahr will Chef der NRW-FDP werden. Es wäre eine rasante Verjüngung an der Parteispitze: Bahr ist 34. Für den Staatssekretär im Gesundheitsministerium ist es eine Bewerbung mit Risiken und Nebenwirkungen.
Der Mann, der die Liberalen als Nachfolger von Andreas Pinkwart in NRW führen will, kam nur durch Zufall ins bundespolitische Scheinwerferlicht. Daniel Bahr (34), rutschte 2002 auf dem letzten Listenplatz der FDP-Landesliste in den Bundestag. Ein paar Stimmen weniger, und der talentierte Stimmenimitator wäre wohl heute noch Banker mit Volkswirtschaftsstudium im Hintergrund. Seinen offiziellen Job hat er behalten, er ist nur beurlaubt. Bahr ist das wichtig. Von Politik abhängig zu sein, ist ihm eine keine schöne Vorstellung.
Dabei ist er schon ewig dabei. Mit 14 kam der Sohn eines Polizisten zu den Jungliberalen (Julis), wurde 1999 ihr Bundesvorsitzender und blieb es bis 2004. Jürgen Möllemann, der ehemalige NRW-FDP-Vorsitzende, war sein Mentor. Seit Herbst vergangenen Jahres steht der mit seiner Frau im Münsteraner Kreuzviertel lebende Bahr dem liberalen Gesundheitsminister Philipp Rösler zur Seite.
Sein Chef heißt Rösler, sein Koalitionspartner heißt Wildsau
Als Parlamentarischer Staatssekretär räumt er für seinen Chef ab, was anliegt. Manchmal auch ein schnelles Fernsehinterview, für das Bahr sich in Windeseile in Jackett und Krawatte wirft. Das Spiel mit den Medien hat Bahr früh verinnerlicht. Als einer von wenigen Bundestagsneulingen beschäftigte er 2002 eine Pressesprecherin. Die Routine im Umgang mit der Öffentlichkeit bewahrt ihn nicht vor Fehltritten: Nachhaltig in Erinnerung ist, dass er die CSU einmal mit einer „Wildsau“ verglich.
Schon länger wurde dem einstigen Westerwelle-Zögling ein hohes Parteiamt zugetraut, wenn auch das des Generalsekretärs der Bundes-FDP. Die Pinkwart-Nachfolge wird ihm nun noch größeres Gewicht verleihen. Allerdings birgt das NRW-Engagement für den Gesundheitsexperten Risiken und Nebenwirkungen: Bahr könnte gezwungen sein, bei vorgezogenen Neuwahlen als Spitzenkandidat der Liberalen anzutreten – und somit unversehens zum Landespolitiker zu schrumpfen.

03:05
Das Risiko zum Landespolitiker zu schrumpfen ist bei den aktuellen Umfragewerten um die 3% kalkulierbar gering
12:12
@ sokratiker
@ Friendly-Ursupator
Ich kann Eure Ansichten über die FDP nachvollziehen. An den Problemen der Partei mit ihrem Spitzenpersonal ist auch nichts zu übersehen. Aber wenn man nicht vor blindem Hass gegenüber der FDP keimt, dann sollte man doch aufgeschlossen sein, wenn aus deren Reihen neue Personen kommen. Die FDP ist in Gänze auch nicht so, wie sie Westerwelle und Co darstellen. In ihr gibt es viele Strömungen und grade bei Teilen der Jungen Liberalen und der Basis gibt es einige interessante und authentische Menschen. Die Frage bleibt, ob diese sich gegen die spießigen und irgendwie oft auch eher konservativen Funktionsträger der FDP durchsetzen können.
Liberalismus ist kein Schimpfwort. Viel mehr Menschen als man meint sind von ihrer Grundhaltung Liberale. Leider kommen sie wegen dem ungelenken Verhalten der FDP Promis nie im Leben auf die Idee, dass sie liberal sind.
Eigentlich sind die Kritiker wertvoll für die FDP. Zumindest wenn diese bereit währen die Freidemokraten zu entwickeln. Die Möglichkeit ist jetzt für Euch und die FDP da.
11:50
@ El Casa Nova
Nun gut, an dem Lebenslauf lässt sich nichts abstreiten. Im Artikel, direkt über den Kommentaren, steht doch aber, dass Bahr einen regulären Job hat. Von diesem ist er lediglich beurlaubt. Ich weiß explizit nicht wie lange Bahr in dem erwähnten Job gearbeitet hat, aber die Aussage nie produktiv gearbeitet trifft vil nicht ganz zu.
Andererseits ist es doch auch ein generelles Dillemma, wenn man junge Menschen in die Politik bringen will. Ich denke an einen Mix aus Alt und Jung ist Inder Politik wie am Arbeitsplatz nichts auszusetzen. Nur kann man von den Jungen dann nicht verlangen, dass sie höchste Ausbildung durchlaufen haben und gleichzeitig eine breite Berufserfahrung vorweisen sollen.
Davon ab ist es immer so eine Sache, ob die Erfahrung im Beruf in jedem Fall auch großes Gewicht in der parlamentarischen Arbeit mit sich bringen.
Generell bin ich im Grundgedanken aber bei ihnen, dass Politiker gerne aus der privatwirtschaftlichen Arbeitswelt kommen sollen. Beim Daniel Bahr scheint dies zum Teil sogar der Fall. Eine solide Berufsausbildung in einem soliden Beruf sehe ich allerdings auch schon als gewisse Arbeitserfahrung.
10:01
@artie:
Ich stimme Ihnen zu. Wir werden es nicht erleben, daß diese Kaste sich nicht automatisch bereichert, während Sie ihre eigenen Gesetze bastelt.
Aber warum soll etwas über Herrn Remmel gesagt werden? Hier geht es um Daniel Bahr. Mit dem allein haben wir eigentlich genug zu tun, oder?
08:15
Ja der Remmel, so einen Lebenslauf haben nicht einmal alle Grünen ...
07:25
@17: Was sagen Sie dann zu der Ausbildung und der Vita des NRW-Umweltministers Remmel ?
Dieser Mann ist in Regierungsverantwortung.
Zum Artikel: So etwas würde ich mir mal über die jetzige NRW-Lehrerregierung wünschen. Mittlerweile werden wir zum großen Teil nämlich nur noch von Lehrern, Beamten und Verwaltungsangestellten regiert und vertreten. Ein Querschnitt der Bevölkerung ist weder das NRW-Parlament noch der Bundestag. Wie soll man da noch etwas Vernünftiges erwarten ?
Ich hätte zum Beispiel gerne mal von einem Beamten gewusst, mit welchem Recht ein Beamter zusätzlich zu seiner Pension eine 13. Pension (Weihnachtsgeld) bekommt und ein Rentner nur 12 x Rente. Das hat meines Erachtens nichts mehr mit der Fürsorgepflicht des Staates zu tun. Aber wenn eben die Mehrheit dieser Gruppe im Parlament sitzt, wird sie dieses Privileg kaum abschaffen.
01:20
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23:00
LOL
20:13
An der Person eventuell nichts,an seiner Partei alles.
19:56
#17:
Dann sollte er zur Müllabfuhr gehen. Da ist Basis!