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Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China

19.02.2010 | 08:53 Uhr
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China

Berlin/Washington.Der Besuch des Dalai Lama in Washington stürzt die Beziehungen der USA zu China in eine neue diplomatische Krise. US-Präsident Barack Obama hat das geistige Oberhaupt Tibets am Donnerstag im Weißen Haus empfangen.

Barack Obama empfing den Besucher im Kartenraum des Weißen Hauses, nicht im Oval Office, wo der amerikanische Präsident sonst Staatsgästen die Ehre zu geben pflegt. Es war nicht das erste Mal, dass der Dalai Lama das Weiße Haus betrat. Aber diesmal ist die Empörung bei den Machthabern in Peking besonders groß – und keineswegs nur, weil sie das geistige Oberhaupt der Tibeter für einen gefährlichen Unruhestifter halten, der das besetzte Tibet dem Reich der Mitte entreißen und in die Unabhängigkeit führen will.

Der Ärger in Peking über den Empfang des Religionsführers markiert den tiefen Klimasturz in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen. Noch im letzten Jahr hatte Obama diese Demonstration vermieden, obgleich der Dalai Lama in Washington weilte. Damit kam er chinesischen Empfindlichkeiten entgegen; die demonstrative Kontaktsperre lag aber für den neuen US-Präsidenten in der Logik einer Politik der ausgestreckten Hand gegenüber der globalen Leitmacht China. Die strategischen Partner bleiben indes auf lange Sicht eher ebenbürtige Rivalen.

Machtspielchen in Peking

Zwar machte bereits die Schreckensvision eines „Chimerika“ die Runde, die Herrschaft einer Doppel-Supermacht über die Staatenwelt. Aber bei seiner Antrittsvisite in China bekam Obama die Selbstgewissheit der Weltmacht im Wartestand zu spüren: Die Gastgeber verbaten sich nicht nur seine Belehrungen in Sachen Informations- und Meinungsfreiheit. Hinter verschlossenen Türen bekräftigten die Chinesen auch ihre Forderung, den US-Dollar durch ein neues Weltwährungssystem zu ersetzen.

Düpiert musste sich Obama fühlen, als ihn Chinas Staatschef Hu Jintao bei der Klimaschutz- Konferenz in Kopenhagen auflaufen und keinerlei Bereitschaft zu einem Kompromiss erkennen ließ. Für einen Ausdruck überbordender Hybris halten die Amerikaner auch die Weigerung der chinesischen Führung, im zermürbenden Atomstreit mit den bizarren Regimes in Nordkorea und Iran hilfreich zu sein, um die weitere Verbreitung von Massenvernichtungswaffen notfalls mit harten Sanktionen aufzuhalten.

US-Attacken gegen China

Inzwischen hat der enttäuschte Obama den Hebel herum gelegt: Zunächst verhängten die USA Strafzölle über importierte chinesische Billigreifen. Dann stellte sich der Präsident hinter die Google-Proteste gegen chinesische Internet-Zensoren. Schließlich billigte die US-Regierung den noch unter Präsident Bush eingefädelten, aber bewusst nicht vollzogenen Deal mit Taiwan über die Lieferung von Defensivwaffen im Wert von 6,4 Milliarden Dollar. Daraufhin verlangten aufgebrachte chinesische Generäle, die USA, mit 800 Millionen Dollar Schulden größter Gläubiger Chinas, zu bestrafen: Peking möge US-Staatsanleihen veräußern, um die Märkte in Turbulenzen zu stürzen…

Nun, dazu wird es nicht kommen. Doch das gerade begonnene „Jahr des Tigers“ verheißt laut Überlieferung „starke Auftritte“, aber auch „Unruhe und ungewollte Launen der Geschichte“. Chinas Premierminister hat seine Landsleute deshalb aufgerufen, „einen klaren Kopf zu behalten“.

Richard Kiessler

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Kommentare
19.02.2010
08:13
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

19.02.2010
06:12
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von Wellensittich 2 | #7

Ach #5 - schreiben die USA Ihren Freunden nicht vor, was sie zu tun und zu lassen haben ? Greifen die USA nicht unberechtigt souveräne Staaten wie den Irak mit ihrer Armee an ? Betreiben die USA keine Wirrtschaftsspionage unter dem Deckmäntelchen der Terrorbekämpfung ? Gibt es dort keine Todesstrafe ? Ich sehe da keinen grossen moralischen Unterschied.

Was anderes: ich glaube kaum, dass die USA mit nur 800 Millionen bei China verschuldet sind. Über solch einen lächerlichen Betrag würde man nicht reden. Sind es vielleicht 800 Milliarden ? Die aktuelle Staatsverschuldung der Amis beträgt ca 15 Billionen !

18.02.2010
23:00
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von Darth Vader | #6

Der Artikel ist der berühmte Reissack in China.

Ist es doch gerade die chinesische hölzerne Führung, die immer ganz groß herumtönt, von wegen Einmischung in innere Angelegenheiten.
Liebe chinesischen Betonköpfe des längst überholten Systems, lasst euch sagen: euch steht es nicht zu darüber zu befinden, wen die USA einläd und wen nicht, dass ist nämlich Einmischung in innere Angelegenheiten, dass macht man doch nicht.
Aber der Stachel mit dem Dalai Lama scheint in China richtig tief zu sitzen :-), dass wird nun deutlich.
In unserer westlichen modernen Kultur werden solch pikirten Persönlichkeiten Beleidigte Leberwürste genannt.

China, Freiheit und Demokratie sind die einzige Zukunft, die auf China wartet. Wohl zu viel Star Wars geguckt, von wegen Imperium, Imperator usw. ?

Das es solche menschenverachtenden Steinzeitsysteme heutzutage noch gibt, die anderen vorschreiben, wie sie und was sie zu denken haben, unfassbar.

18.02.2010
19:45
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von r.kant | #5

@ #3

Dann versuchen sie doch mal einen Einkauf ohne Produkte aus China durchzuführen. Sie werden sich wundern wie viele Produkte aus China stammen.

Ein Leben ohne Produkte aus China ist eigentlich gar nicht mehr möglich!

18.02.2010
19:29
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.02.2010
19:23
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von zebrafannin | #3

Und warum unterstützen wir deutschen Konsumenten diese Republik China auch noch dadurch, dass wir ständig Made in China-Produkte kaufen???

18.02.2010
19:05
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von dieMachtdesBösen | #2

China hat sich Tibet doch völkerrechtswidrig durch eine Militäraktion einverleibt! Tibet ist kein integraler Bestandteil Chinas!
Diebesgut bleibt Diebesgut!

18.02.2010
19:02
Dalai Lama-Empfang festigt Kluft zwischen USA und China
von blödelbarde | #1

Wir müssen uns wohl von den Chinesen vorschreiben lassen, mit wem wir reden dürfen?
Würden wir das einem chinesischen Politiker abverlangen, würde er sich das als Einmischung in innere Angelegenheiten verbieten.
Ich fordere die Narrenfreiheit auch für die Chinesen!

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