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CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht

21.12.2012 | 09:58 Uhr
CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat Ärger mit der CSU, aber das Gott ist auf ihrer Seite.Foto: Axel Schmidt, dapd

Berlin.   Familienministerin Kristina Schröder hat in einem Interview vorgeschlagen, statt „der liebe Gott“ auch „das liebe Gott“ zu sagen. Vom Koalitionspartner CSU hagelt es Protest – während ein Vertreter von Schröders Landesverband einen wirklich klugen Kompromiss vorschlägt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist mit einer Äußerung über „den lieben Gott“ bei Unions-Politikern auf Kritik und Unverständnis gestoßen. In einem Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte Schröder erklärt, der bestimmte Artikel bei der Redewendung „der liebe Gott“ sei eigentlich egal, man könne genauso gut auch „das Gott“ sagen.

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer reagierte empört. „Dieser verkopfte Quatsch macht mich sprachlos“, sagte die CSU-Politikerin der „Bild“-Zeitung. „Ich finde es traurig, wenn unseren Kindern aus lauter Unsicherheit und political correctness die starken Bilder genommen werden, die für ihre Phantasie so wichtig sind.“

„Der liebe Gott bleibt der liebe Gott!“

Die aus Brandenburg stammende CDU-Politikerin Katherina Reiche, die im Bundesumweltministerium Staatssekretärin ist, wies in der Zeitung Schröders Äußerungen ebenfalls zurück: „Der liebe Gott bleibt der liebe Gott!“ Der parlamentarischer Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, zeigte sich irritiert: „Ich finde es unabhängig von der Weihnachtszeit unpassend und bin etwas verwundert.“ Ebenfalls kritisch äußerte sich der konservative Rechtspolitiker Norbert Geis (CSU): „Gott ist uns von Christus als Vater offenbart. Dabei sollte es bleiben.“

Zurückhaltung in der Debatte übte der hessische CDU-Landesverband, wo Schröder demnächst als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl aufgestellt werden soll. Der hessische CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch sagte dem Blatt: „Wem nur ein geschlechtsneutraler Zugang zum Herrgott möglich erscheint, dem empfehle ich gerade in der Weihnachtszeit DAS Christkind.“ (rtr)


Kommentare
14.07.2013
16:35
CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht
von Westwind | #69

...bleibt die berechtigte Hoffnung, dass wir "das Kristina" nach dem 22.9. los sind. Samt ihren Kommentaren...

25.12.2012
18:52
Liebe Frau Schröder, sie haben natürlich Ihrer Partei geschadet, dass muss man ja mal deutlich feststellen.
von PressefreiheitistVerantwortung | #68

Wie können Sie nur etwas derart Kompliziertes sagen? Konservative Wähler wollen klare Antworten, die statisch gegen jede Dynamik wie ein Fels in der Brandung stehen. Sie müssen die Zweifler überzeugen, nicht noch mehr verunsichern. Klare Antworten auf naive Fragen. Basta. Die bodenständigen Menschen halten Sie jetzt für bekl. .. . .Und Ihre CDU gleich mit.
Und überdies sind Sie auch noch schuld daran, wenn die anderen, die, die Ihren Satz für klug halten, auch noch einen Bogen um CDU und CSU machen - wegen der wenig intellektuellen und unprofessionellen Reaktionen Ihrer Parteigenossen. Aber denen können Sie das nicht anlasten. Die mussten so reagieren, das gehört zur Bodenständigkeit der Traditionspartei wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Es hilft nichts - Sie sind das ganz alleine schuld, wie der Westfale sagt. Was fangen Sie sowas auch an?

25.12.2012
12:45
@ 65 spontan gesammelte "Eindrücke"
von PressefreiheitistVerantwortung | #67

http://www.kas.de/upload/ACDP/CDU/Artikel/1975-03-Artikel-Sonde.pdf
http://books.google.de/books?id=SltEHzA3j_QC&pg=PA311&lpg=PA311&dq=Intellektuelle+CDU&source=bl&ots=kBUNzmqw2V&sig=J7HE8PDhLB6F0UJbFYFlAxVEFME&hl=de&sa=X&ei=WJHZUPyKNMbOswaIv4HQBA&ved=0CGEQ6AEwCA#v=onepage&q=Intellektuelle%20CDU&f=false

25.12.2012
12:36
@65 Schön, dass Sie mir zustimmen - bezüglich Schröders satz - schrieb ich unten ja schon.
von PressefreiheitistVerantwortung | #66

Was das "Wahlverhalten Intellektueller" angeht: Von Wahlverhalten habe ich nichts geschrieben, darüber gibt es sicher keine Statistiken. Intellektuelle meiden aber grundsätzlich Gruppierungen, die Konservatismus betonen. Eine gewisse, auf den ersten Blick paradox erscheinende Tatsache ist, dass Intellektuelle in Zeiten des auf Grund falsch interpretierten Pluralismus folgenden Werteverfalls, wie er momentan beklagt wird, mit "Wertkonservatismus" reagieren. Insgesamt verhalten sich Intellektuelle aber sowohl wegen ihres Intellekts als auch wegen ihrer Bildung eher innovationsorientiert. Die Erklärung finden Sie in der Kurve des Psychologen Berlyne zum sogenannten "Hedonic Value".

25.12.2012
10:12
@63-zunächstmal beeindruckt mich...
von mspoetnik | #65

...Ihr Wissen zum Wahlverhalten der "meisten Intellektuellen".
Zum Sachverhalt ist zu sagen,daß Frau Schröder(ausnahmsweise)
mal richtig liegen dürfte.

23.12.2012
21:33
Nachtrag zu #63
von PressefreiheitistVerantwortung | #64

Ich vergaß noch zu erwähnen, dass die ganze Debatte über Frau Schröders nur vordergründig "dummen" Satz zu Aussagen sich für maßgeblich haltender CDU und CSU Politikern geführt haben, die deren ganze Halbgebildetheit perfekt demonstrieren. Ein weiterer Beweis, warum die meisten Intellektuellen diese Parteien meiden.

23.12.2012
21:27
Interessant, dass sich die CSU über Päpste stellt.
von PressefreiheitistVerantwortung | #63

Lesen Sie den Parallelbeitrag, in dem die WAZ Schröders Äußerung im ZEIT-Interview zum Anlass genommen hat, die Sache wenigstens im ansatz theologisch zu betrachten und MA?GEBLICHE Personen zu Wort kommen lässt.

Dem Rechtsexperten der CSU sei gesagt, dass im Original sogar von "Väterchen", Papa die Rede ist. Eine Geschlechtlichkeit Gottes vorausgesetzt (aber da gibt es eben auch andere Bibelstellen mit anderen Ergebnissen) wird diese Stelle in der tat gerne als Beweis angeführt. Man sollte aber zwei ebenen nicht unbedacht lassen: 1. Das "Vater unser", insvbesondere in der aramäischen "Papa"-Diktion markiert die Abkehr vom alttestamentarischen Gott, den die Menschen fürchten sollten, zu barmherzigen, neutestamentarischen. 2. Gott wäre nicht weise gewesen, in einer patriarchalischen Gesellschaft in weiblicher Gesalt verehrt werden zu wollen oder gar auf Erden in weiblicher Gestalt aufzutreten. Sie hätte es nicht einmal bis ans Kreuz geschafft.

22.12.2012
02:21
CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht
von Riffralf | #62

Was will man von einer ahnungslosen Quotenfrau mit Betreuungsgeld auch anderes erwarten, die Frau ist einfach peinlich, die Kollegen sind allerdings auch nicht besser.

21.12.2012
17:17
Bei einem türkischen Sender...
von Cebulon | #61

... musste der Staat schon mit der Strafe der GOTTESLÄSTERUNG intervernieren, weil in einer im dortigen Fernsehen gezeigte Folge der Simsons, Gott dem Teufel eine Tasse Kaffee anbot.

Ich dachte, naja, da haben wir dank der saftigen Strafe von 22.000 Euro noch mal die Kurve gekriegt. Und nun das!!!

Ich bin heute mit regem Optimismus aufgestanden, irgendwie mit der Gewissheit den nächsten Tag doch noch erleben zu können, wie viele andere Milliarden Menschen. auch. Alles dahin!

Frau Schröder, eine Ministerin, die wie alle Minister auch den Eid geschworen hat, jeglichen Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden, machte es zunichte! Und das weinige Tage vor dem heutigen Weiltuntergang. Welche Verantwortung lastet jetzt auf ihren Schultern!

Jetzt wird es in den nächsten sieben Stunden ernst!

PS: Hat noch jemand Mitfahrgelegenheit nach Bugarach?

Ach nein, zu knapp Aber die Schröder wird schon da sein, wenn sie schnallt was sie losgetreten hat.

Bleibt nur eins:

HERR ERBARME DICH

1 Antwort
CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht
von 1980yann | #61-1

Was heißt da "musste ... intervenieren"? Da haben lediglich ein paar Zensurbeamte ihren religiösen Wahn ausgelebt!
Ich hoffe mal, Ihr ganzer Beitrag ist eher sarkastisch zu verstehen.

21.12.2012
16:20
CSU streitet mit Kristina Schröder über Gottes Geschlecht
von Fynraziel | #60

...und soweit ich mich noch an Bibelstellen erinnern kann, wird Gott auch mit "Der Herr" betitelt. Problem gelöst. Dings Schröder... Sie können wieder anfangen, sich um wichtige Dinge zu kümmern...

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