CSU-Parteitag findet wohl ohne Angela Merkel statt

Noch sind nicht alle Gräben zwischen CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer überwunden.
Noch sind nicht alle Gräben zwischen CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer überwunden.
Foto: imago/ZUMA Press
Was wir bereits wissen
Offenbar wird Angela Merkel erstmals in ihrer Zeit als Kanzlerin einen CSU-Parteitag verpassen. Man will Szenen wie 2015 verhindern.

Berlin.. Der Parteitag der CSU Anfang November wird wohl ohne Angela Merkel über die Bühne gehen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf CSU-Kreise berichtet, halte man einen Auftritt der CDU-Chefin in München angesichts des Streits in der Union um die Flüchtlingspolitik für verfrüht. Auch Merkel sei dieser Ansicht, heißt es in dem Bericht. Es wäre das erste Mal in ihrer Zeit als Kanzlerin, dass Merkel einen Parteitag der Christsozialen verpasst.

Offiziell will die CSU die Nicht-Einladung nicht bestätigen. „Es ist noch nichts entschieden“, sagte Parteichef Horst Seehofer am Dienstagabend am Rande einer Landtagssitzung in München. „Wir sind in sehr guten Gesprächen. Wir bereden die Dinge offen und ehrlich. Und wir werden gemeinsam unsere Mitglieder und die Öffentlichkeit informieren.“ Dennoch wäre ein Besuch Merkels derzeit eher eine Überraschung.

Zwar scheint man sich in der Union näher gekommen zu sein in der Debatte über die Flüchtlingskrise. Dennoch gibt es noch reichlich Dissenz – besonders beim Thema Obergrenze. Die CSU will nicht mehr als 200.00 Flüchtlinge jährlich ins Land lassen, Merkel will erst gar keine Obergrenze einführen. Und genau dieser Streit hatte 2015 auf dem CSU-Parteitag zum Eklat geführt.

Eklat beim CSU-Parteitag 2015

Damals hatte Merkel in einem 30-minütgein Grußwort ihre Asylpolitik verteidigt und versucht, die CSU mit ins Boot zu holen. CSU-Chef Horst Seehofer ging danach auf die Bühne – und kanzelte Merkel für ihren Kurs vor versammelter Mannschaft ab. „Wir sind der festen Überzeugung, dass diese große historische Aufgabe“ nicht zu schaffen sei, sagte Seehofer, „wenn wir nicht zu einer Obergrenze für die Zuwanderung der Flüchtlinge kommen“. Später dann fügte er hinzu: „Wir sehen uns zu diesem Thema wieder.“ Der Saal jubelte, Merkel stand allein da – und verließ den Parteitag ohne weiteren Gruß. Gräben, die bis heute nicht vollends zugeschüttet sind.

„Ich will keine Wiederholung des letzten Jahres. Und ich nehme an, sie will es auch nicht“, sagte Seehofer im September zum „Focus“. Es sieht so aus, als würde er seinen Willen bekommen.