Christian Wulffs Auftritt im Fernsehen war peinlich

Wulffs Auftritt war nicht gelungen. Ein Kommentar.
Wulffs Auftritt war nicht gelungen. Ein Kommentar.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Mit diesem Auftritt im Fernsehen konnte Bundespräsident Christian Wulff seine Freiheit nicht zurückgewinnen. Mit seinen eigenen Fehlern hat er die Möglichkeiten seines Amtes schwer beschnitten. Er ist nicht einmal ein halber Spitzenstaatsbeamter. Ein Kommentar.

Essen.. Hat der Bundespräsident im Fernsehen seine Freiheit wieder gewonnen? Hat er sich die Macht zurück erobert über die einzige Waffe, die er hat: Sein Wort? Kann er morgen wieder ein ganz normales Staatsoberhaupt sein, eines, das die Gier der Finanzmärkte geißelt, die Bürger auffordert, sich nicht zu bereichern, für Offenheit und Ehrlichkeit als politische Tugenden eintritt, in Unterdrückerstaaten die Pressefreiheit einfordert. Und so weiter. Wohl kaum.

Durch seine Fehler hat Christian Wulff seine Möglichkeiten und die seines Amtes schwer beschnitten. Er ist, aus eigenem Verschulden, nicht einmal ein halber Spitzenstaatsbeamter. Das hat sich auch durch seinen TV-Auftritt nicht geändert.

Merkel erwartete Unfallfreiheit von Wulff - ein Irrtum

Die Kanzlerin hat nach dem gescheiterten Seiteneinsteiger Köhler einen Politprofi gesucht, einen, auf den Verlass sein würde in puncto Seriosität und Stilempfinden. Gerade von Wulff glaubte sie, Unfallfreiheit erwarten zu können. Ein Irrtum.

Ein Präsident, der um Verständnis bittet und um Entschuldigung. Ein Präsident, der seine Familie nach vorne schiebt. Und auch einer, der die seltsamsten Spekulationen um seine Frau noch selbst befeuert, indem er diese als „Fantasie“ bezeichnet. Einer, der sich am Ende selbst freisprechen muss, weil es kein anderer tut.

Zum Fremdschämen.