Christen beteten Ostern für die Opfer der Flugkatastrophe

Düsseldorf..  Viel Platz für die Opfer der Flugzeugkatastrophe in den ­Osterpredigten der Kirchen: Die ­frohe Botschaft von der Aufer­stehung Jesu könne die Traurigkeit über den Tod nicht wegwischen, ­sagte etwa Manfred Rekowski, Präses der evangelischen Kirche im Rheinland am Sonntag in Düsseldorf. „Trotz allem bleiben uns nur hilflos wirkende Worte, Taten, ­Gesten – und fragend klagende ­Gebete“, sagte Rekowski weiter.

Auch Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck sprach in der Osternacht in Essen angesichts der Absturz­tragödie von Trauer und Fassungs­losigkeit, aber auch von Strukturen des Bösen und der Schuld, die ­Unzählige in tiefste Verzweiflung und Not gestürzt habe.

Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff bezog besonders die Opfer von Krieg und Vertreibung in sein Gebet mit ein. Es gelte jener zu ­gedenken, die um ihres Glaubens willen hingerichtet oder verbannt worden seien, etwa die Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat in ­Syrien oder dem Irak, sagte er.

Mit dem Entzünden der Oster­kerze hatte Erzbischof Hans-Josef Becker die Osternacht im Pader­borner Dom eröffnet. Die Auferstehungsbotschaft erreiche Menschen heute in einer Gesellschaft, in der Freude nicht selbstverständlich sei, sagte Becker. Stattdessen sehe er Misstrauen zwischen den Völkern sowie eine „Mode des Pessimismus“.

In seiner Predigt machte Becker den Gläubigen Mut: Das Osterfest könne neue Begeisterung für die Botschaft Jesu wecken. „Dann heißt es: Gnade walten lassen statt Strafe, Gewaltlosigkeit statt Waffen, ­Freigiebigkeit statt Unmäßigkeit in allen Formen“, sagte er.

Ostern wird die Auferstehung des am Kreuz hingerichteten Jesus ge­feiert. Nach christlichem Glauben überwand der Sohn Gottes den Tod und erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden.