China will bei Organspende nicht mehr auf Häftlinge angewiesen sein

China will in Zukunft für Transplantationen nicht mehr hauptsächlich die Organe von exekutierten Häftlingen verwenden. Anfang kommenden Jahres werde das bisherige System auslaufen, sagte Wang Haibo vom chinesischen Gesundheitsministerium der Zeitschrift der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Peking (dapd). China will in Zukunft für Transplantationen nicht mehr hauptsächlich die Organe von exekutierten Häftlingen verwenden. Anfang kommenden Jahres werde das bisherige System auslaufen, sagte Wang Haibo vom chinesischen Gesundheitsministerium der Zeitschrift der Weltgesundheitsorganisation WHO. Den chinesischen Behörden sei klar, dass ein System, das vor allem auf den Organen von Häftlingen im Todestrakt basiere, weder ethisch noch auf Dauer aufrechtzuerhalten sei. Wang leitet die Bemühungen Chinas zur Einführung eines neuen landesweiten Organspendesystems.

Die Praxis in China war seit Jahren als undurchsichtig und profitgesteuert kritisiert worden. Außerdem glauben Gegner, dass sich Todeskandidaten durch das jetzige System verpflichtet fühlen könnten, Organspender zu werden, auch wenn es ihren persönlichen oder religiösen Ansichten widerspricht.

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