Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Politik

China verschärft Internet-Zensur mit Namenszwang

28.12.2012 | 19:27 Uhr

China hat auf die online kursierenden Korruptionsvorwürfe gegen die kommunistische Staatspartei reagiert und die ohnehin schon strikte Kontrolle des Internets weiter verschärft. Seit Freitag müssen sich Internetnutzer mit ihrem Namen registrieren, wodurch anonyme Beschwerden über Amtsmissbrauch von Funktionären erschwert werden.

Peking (dapd). China hat auf die online kursierenden Korruptionsvorwürfe gegen die kommunistische Staatspartei reagiert und die ohnehin schon strikte Kontrolle des Internets weiter verschärft. Seit Freitag müssen sich Internetnutzer mit ihrem Namen registrieren, wodurch anonyme Beschwerden über Amtsmissbrauch von Funktionären erschwert werden. Internet-Serviceanbieter sollen fortan Klarnamen und andere Identifikationsmerkmale abfragen, bevor jemand online Beiträge veröffentlichen oder einen Internet-, Telefon- oder Handyvertrag abschließen darf, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Bis vor kurzem konnten Internetnutzer noch ohne Namenszwang Kommentare oder Twitter-Nachrichten veröffentlichen und so den kontrollierten Informationsfluss über staatlich zensierte Zeitungen, Fernsehsender und andere Medien aushebeln. Die Regierung in Peking gibt an, mit den neuen Regeln persönliche Daten besser schützen und Spam-Mails verhindern zu wollen. Die Maßnahmen dienten allein "der nationalen Sicherheit und dem öffentlichen Interesse", zitierte Xinhua aus dem Gesetzestext.

Der bekannte chinesische Schriftsteller Murong Xuecon warf der Regierung vor, mit der neuen Regelung Millionen von Internetnutzern "den kleinen Raum für öffentliche Meinung" zu nehmen, nach dem sie sich sehnten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Peking auf online verbreitete Kritik an der Regierung mit schärferen Internet-Kontrollen reagiert. Im März schalteten die Behörden ein Dutzend Webseiten ab und nahmen sechs Menschen fest, nachdem Gerüchte über einen Staatsstreich im Internet die Runde gemacht hatten. Hintergrund war eine politische Krise, die den Sturz von Bo Xilai zur Folge hatte, einem damals noch ranghohen Funktionär der Kommunistischen Partei.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7431373/create

Umfrage
Michail Gorbatschow ist in einer Umfrage in Russland zum unbeliebtesten Kremlherrscher der Geschichte gewählt worden. Beliebter waren Wladimir Iljitsch Lenin, Josef Stalin und Leonid Breschnew. Wen mögen Sie am liebsten?

Michail Gorbatschow ist in einer Umfrage in Russland zum unbeliebtesten Kremlherrscher der Geschichte gewählt worden. Beliebter waren Wladimir Iljitsch Lenin, Josef Stalin und Leonid Breschnew. Wen mögen Sie am liebsten?

 
Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Politik
Altkanzler wird geehrt
Bildgalerie
Helmut Kohl
Prinz Harry in den USA
Bildgalerie
Prinz-Besuch
Trauer um Margaret Thatcher
Bildgalerie
Begräbnis
Aus dem Ressort
Wer ist die "rote Heidi"? Testen Sie Ihr Wissen im SPD-Quiz
Quiz
Wissen Sie, welcher SPD-Chef Schlagzeilen in Badehose machte? Oder wer "die rote Heidi" ist? Kennen Sie die Dame, die den SPD-Gründervater Ferdinand Lassalle unterstützte? Dann stehen die Chancen bestens, dass Sie bei unserem Quiz gut abschneiden. Testen Sie, wie gut Sie die Genossen kennen!
Mehr Clubs, Überläufer - der Kampf der Rocker wird härter
Rocker
Der Einsatz von 1000 Beamten in der Mülheimer Innenstadt zeigt, wie ernst die Behörden die Gefahr der Rockerbanden nehmen. Zahlreiche Clubs konkurrieren in NRW inzwischen um die Vorherrschaft. Polizei und Landesregierung verschärfen mit Razzien und Verboten die Gangart.