Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Militär

China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf

05.03.2013 | 17:04 Uhr
China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf
Chinas scheidender Ministerpräsident Wen Jiabao.Foto: Getty

Peking.   Angesichts der anhaltenden Spannungen mit Japan und den südostasiatischen Nachbarn um Inseln und Rohstoffe im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer will Chinas Führung ihren Militäretat auch in diesem Jahr deutlich erhöhen.

Bei seiner Rede zu Beginn des Nationalen Volkskongresses (NVK) am Dienstag hat Chinas scheidender Premierminister Wen Jiabao erstmals offiziell eine Abkehr vom „Wachstum um jeden Preis“ angekündigt. Dafür rüstet das Reich der Mitte seine Armee weiter auf.

Chinas Führung werde sich künftig mehr um das Wohl der Menschen und eine saubere Umwelt kümmern, kündigte Wen an. Sein zentraler Satz: „Sozialprogramme werden künftig Priorität erhalten, wirtschaftliche Entwicklungsvorhaben dafür zurückgenommen.“

Zweithöchster Wehretat der Welt

Nach fast ununterbrochen zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen zehn Jahren ist Chinas Wirtschaft bereits 2012 nur noch um 7,8 Prozent gewachsen . 2013 strebt die Regierung eine Rate von 7,5 Prozent an. Dieses Wachstumsziel ist als Botschaft an die Provinzpolitiker gerichtet: Sie sollen künftig weniger auf Großinvestitionen setzen.

Kommentar
Der Wert nationaler Interessen - von Gregor Boldt

Chinas Aufstockung des Militäretats soll abschrecken. Doch nicht nur in Tokio und Seoul dürfte die chinesische Aufrüstung Sorge hervorrufen. Auch die USA sehen sich einem immer stärker werdenden Gegner gegenüber. Die Folgen reichen bis nach Europa.

Am stärksten will die Regierung die Ausgaben für Schulen und Universitäten erhöhen. Auf Platz zwei folgt der Aufbau eines flächendeckenden Sozialnetzes. Allerdings will sie auch den Militäretat deutlich erhöhen – um 10,7 Prozent auf umgerechnet rund 91 Milliarden Euro. Damit verfügt China nach den USA über den zweithöchsten Wehretat der Welt - allerdings mit großem Abstand. Der Etat der Vereinigten Staaten liegt noch immer über dem Fünffachen.

Japan in Sorge

Damit ist der Anstieg von Chinas Militäretat zwar leicht zurück gegangen. Im Vorjahr betrug der Zuwachs noch 11,6 Prozent. Experten der US-Regierung gehen jedoch davon aus, dass Chinas tatsächliche Militärausgaben doppelt bis dreifach so hoch sind. Zudem soll es auch bei den Ausgaben für die Innere Sicherheit 2013 einen deutlichen Anstieg geben. Bereits 2012 legte dieser Etat um 12,3 Prozent auf rund 90 Milliarden Euro zu. 2013 soll er um weitere 8,7 Prozent wachsen.

Lesen Sie auch:
China wird bis 2030 Deutschlands wichtigster Handelspartner

China wird einer Studie zufolge künftig größter Abnehmer deutscher Produkte. "Wir gehen derzeit davon aus, dass China 2030 wichtigsten Handelspartner wird", sagte Finanzexperte Martin Vetter-Diez. Bis zum Jahr 2015 sollen deutsche Exporte nach Asiens jährlich durchschnittlich um elf Prozent wachsen.

„Wir müssen die Modernisierung der Landesverteidigung und der Armee beschleunigt vorantreiben“, forderte Wen Jiabao. China müsse seine Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität „entschieden wahren“, fügte der scheidende Premier hinzu. Insbesondere mit Japan streitet China um Inseln und Rohstoffvorkommen im Ost- und Südchinesischen Meer. Dort werden die hohen Militärausgaben Chinas mit Sorge beobachtet.

Wen wird nach zehn Jahren Amtszeit zurücktreten und seinen Posten Nachfolger Li Keqiang überlassen.

Felix Lee



Kommentare
06.03.2013
12:09
China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf
von aberlouer | #5

Aufrüstung ist zwar immer schlecht, aber man sollte schon die Kirche im Dorf lassen.

Gemessen an 1330 Milliarden Euro weltweiter Rüstungsausgaben liegt China mit 91 Mrd. Euro gerade mal bei 7%. Die USA liegen immer noch bei 37,5 % und auch die Rüstungsausgaben der EU-Länder übersteigen die Ausgaben Chinas deutlich.

06.03.2013
10:51
China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf
von Boisfeuras | #4

China hat keine Riesen-Armee. Die meisten chinesischen Soldaten sind unter 1,70 Meter!

05.03.2013
19:29
Krieg ist immer das erste
von meigustu | #3

an das die gemütskranken Staatslenker denken, wenn es einem Land beginnt besser zugehen.

05.03.2013
18:10
China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf .....
von Westphale | #2

... und grosse Armeen haben den uncharmanten Nachteil, dass sie in der Geschichte zumeist auch irgendwann eingesetzt wurden. Und - Mao Tse Tung hatte bezüglich eines Atomkrieges mit China recht: Würden bei einem Atomkrieg 300 Millionen Chinesen sterben, dann blieben 1,2 Milliarden übrig. Sterben bei einem Atomkrieg 300 Millionen US-Amerikaner samt allen illegalen Einwanderern, dann überlebt keiner!

05.03.2013
17:57
China rüstet seine Riesen-Armee weiter auf
von wohlzufrieden | #1

Amerika soll darüber geradezu entrüstet sein! Ach so, geht ja nicht...

Aus dem Ressort
Separatisten wollen Unabhängigkeit der Ostukraine aushandeln
Ukraine-Konflikt
Die Separatisten in der Ostukraine wollen über wieder die Unabhängigkeit des Landesteils verhandeln. Bei einem Treffen der Kontaktgruppe (Ukraine, Russland, OSZE) wollen die prorussischen Kämpfer zudem über eine Waffenruhe und den Austausch von Gefangenen diskutieren.
CDU-Sieg in Sachsen, FDP und NPD fliegen raus
Sachsen-Wahl
Sieg für die CDU im Freistaat Sachsen: Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis bleibt die Partei von Ministerpräsident Stanislaw Tillich stärkste Kraft. Sie braucht aber einen neuen Koalitionspartner, denn die FDP fliegt aus dem Dresdner Landtag. Die eurokritische AfD zieht deutlich ein.
Waffenexporte bringen Deutschland ins Visier der Terroristen
Waffenexporte
Die Bundesregierung hat entschieden, welche Waffen Deutschland an die Kurden im Irak liefert. Dazu gehören Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre. Sicherheitsexperten fürchten jedoch Racheakte der Dschihadisten. Sie warnen vor einer erhöhten Terrorgefahr in Deutschland.
Wie Hitler am 1. September 1939 den Weltenbrand entfachte
Geschichte
Vor genau 75 Jahren begann mit dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg. Adolf Hitler ließ die Aktion minutiös planen – hätte aber am liebsten schon früher zugeschlagen. Der sogenannte „Führer“ zwang die Welt und Deutschland mit Grausamkeit und Fehleinschätzungen in die...
Bob Geldof kämpft in Iserlohn für Afrikas Schwache
Bob Geldof
Hunderte Millionen hat Musiker und Aktivist Bob Geldof bereits für Afrika gesammelt. Doch der 64-Jährige ist keineswegs fertig. Er kämpft für die Schwachen - und poltert immer wieder gegen die Mächtigen. Anfang September kommt er zum Campus Symposium nach Iserlohn.
Umfrage
Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?

Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken. Es geht um Lohnerhöhung und kürzere Arbeitszeit. Haben Sie Verständnis?