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China kommt nach antijapanischen Unruhen langsam wieder zur Ruhe

19.09.2012 | 15:29 Uhr
Foto: /POOL Reuters/Larry Downing

Nach tagelangen Protesten gegen Japan haben am Mittwoch in China die Aufräumarbeiten begonnen. Die Polizei entfernte Straßensperren, und Arbeiter säuberten mit Hochdruckreinigern die mit Farbe beschmierte Fassade der japanischen Botschaft in Peking. Einige japanische Geschäfte, Restaurants und Fabriken, die aus Angst vor Ausschreitungen zuvor geschlossen worden waren, öffneten am Mittwoch wieder.

Peking (dapd). Nach tagelangen Protesten gegen Japan haben am Mittwoch in China die Aufräumarbeiten begonnen. Die Polizei entfernte Straßensperren, und Arbeiter säuberten mit Hochdruckreinigern die mit Farbe beschmierte Fassade der japanischen Botschaft in Peking. Einige japanische Geschäfte, Restaurants und Fabriken, die aus Angst vor Ausschreitungen zuvor geschlossen worden waren, öffneten am Mittwoch wieder.

Entzündet hatten sich die Proteste am Kauf einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer durch die japanische Regierung. China beansprucht die Inseln ebenfalls für sich und betrachtet den Erwerb als Affront. Der 81. Jahrestag der japanischen Invasion in China am Dienstag verstärkte die Wut vieler Demonstranten noch einmal.

Während der antijapanischen Unruhen wurde selbst das Auto von US-Botschafter Gary Locke Ziel wütender Proteste. Das US-Außenministerium bestätigte am Mittwoch den Vorfall vom Vortag, bei dem Locke unverletzt geblieben, sein Fahrzeug aber leicht beschädigt worden sei. Etwa 50 Demonstranten hätten Lockes Auto umzingelt, als dieser in die Botschaft fahren wollte, hieß es weiter. Chinesische Sicherheitskräfte konnten die Demonstranten schließlich abdrängen.

Während sich die Lage in den Straßen am Mittwoch offenbar beruhigte, blieben die Fronten auf dem diplomatischen Parkett verhärtet. Bei einem Treffen mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta bezeichnete der chinesische Vizepräsident Xi Jingping den Kauf der Inseln als Farce. "Japan sollte sich zügeln und auf Worte und Taten verzichten, die Chinas Souveränität und territoriale Integrität untergraben", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den voraussichtlich künftigen Partei- und Staatschef.

In Tokio machten sich mehrere Kandidaten für den Vorsitz der führenden Oppositionspartei LDP für eine harte Haltung stark. Sollte China japanische Bürger in dem Land nicht schützen können, "sollte es kein Mitglied in der internationalen Gemeinschaft sei", sagte der frühere Ministerpräsident Shinzo Abe. Der ehemalige Verteidigungsminister Shigeru Ishiba sagte, der Verlust eines Teils von Japan bedeute, "das ganze Land zu verlieren".

Unterdessen verlangte die Europäische Union von China eine Entschärfung des Inselstreites mit Japan. Der Konflikt müsse "in diplomatische Strukturen gelenkt werden", sagte ein hoher EU-Diplomat am Mittwoch, einen Tag vor dem EU-China-Gipfel in Brüssel. Die öffentliche Meinung könne "leicht überkochen", die Lage sei "gefährlich" und die EU "extrem besorgt", erklärte der Diplomat.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief beide Seiten zur Mäßigung auf. Er appelliere an China und Japan, gemäßigt mit diesem Konflikt umzugehen, sagte Westerwelle am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es dürfe "kein neues Spannungsfeld eskalieren", fügte der Außenminister hinzu.

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dapd

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