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Video-Affäre

Chefberater wird für Rüttgers zum Problem

25.09.2009 | 14:43 Uhr
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem

Düsseldorf. Eigentlich soll er Jürgen Rüttgers den Rücken stärken. Jetzt wird er für den NRW-Ministerpräsidenten zum Problem. Chefberater Boris Berger ist tief in die sogenannte Video-Affäre verstrickt. Damit katapultierte er Rüttgers zurück in eine Krise, die dieser bereits überstanden glaubte.

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Ein erfahrener Unionspolitiker beschreibt das aktuelle Dilemma von Jürgen Rüttgers mit einem drastischen Bild: „Wenn die Gewehrkugel erst einmal den Lauf verlassen hat, ist es schwer, sie noch zu beeinflussen.” Während der NRW-Ministerpräsident und CDU-Landeschef gerade in Paderborn „als Zeichen dafür, dass wir langfristig denken” ein Bäumchen pflanzte, geriet in Düsseldorf sein engster politischen Berater aus der Staatskanzlei schwer unter Beschuss. Die Vorwürfe gegen Boris Berger katapultierten seinen Chef kurzfristig in eine Krise zurück, die er bereits überstanden glaubte.

Bei der Video-Beobachtung von SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, für die Rüttgers seine CDU-Zentrale gerade erst gerügt hatte, führte ausgerechnet sein Intimus aus der Staatskanzlei mit Regie. Für Kenner der Szene ist es zwar wenig überraschend, dass sich ein Regierungsmitarbeiter in Parteiarbeit einmischt. Gleichwohl ist die Verknüpfung strikt verboten. „Man darf sich nur nicht erwischen lassen”, heißt es dazu im Landtag, wo die „Video-Affäre” das beherrschende Thema ist.

"Er ist reif"

Erwischt wurde der Planungschef von Rüttgers' Vorgänger als Ministerpräsident, Peer Steinbrück (SPD). Er entwarf Strategiepapiere für die SPD am Dienst-PC in der Staatskanzlei. Als das bekannt wurde, musste der Mann gehen. Schon deshalb fordert die SPD dienstrechtliche Konsequenzen für Berger. Er habe die Verfassung „gröblichst verletzt” und sei „reif”.

Für SPD-Generalsekretär Michael Groschek hat Berger mit dem Einzug in Rüttgers' Staatskanzlei „nur sein Büro gewechselt, ist aber weiter strategischer Chefplaner der CDU”. Deren Zentrale sei nur das „politische Marionettentheater der Staatskanzlei”.

Mit Berger würde Rüttgers seinen wichtigsten Mann in der Staatskanzlei verlieren. Der 36-jährige „Abteilungsleiter für Regierungsplanung” gehört zu den wenigen, auf die sich der als misstrauisch geltende Ministerpräsident verlässt. Deshalb rechnet in CDU- und Regierungskreisen niemand damit, dass Rüttgers seinen Chefstrategen tatsächlich kurzfristig feuert.

„Lediglich an der Diskussion beteiligt”

Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann will von Rüttgers wissen, inwieweit er selbst in den „Skandal” eingebunden war. Die SPD nimmt Bundesratsminister Andreas Krautscheid (CDU) ins Visier. Er habe die Unwahrheit gesagt, als er kürzlich im Landtag versicherte: „Wir unterscheiden sauber zwischen Parteiarbeit und Regierungsarbeit”.

Nachdem die Staatskanzlei am Mittwoch zu den zentralen Vorwürfen keine Stellung nahm, schob sie gestern eine Erklärung nach. Darin heißt es, Kontakte mit der Fraktion und der Landeszentrale der CDU seien „üblich”. Und die bekannt gewordenen E-Mails belegten, dass Berger sich „lediglich an der Diskussion über Berichte von öffentlichen Veranstaltungen beteiligt hat”.

„Hier soll eine Affäre produziert werden, die keine ist”, versuchte CDU-Fraktionschef Helmut Stahl Flankenschutz zu geben. FDP-Fraktionschef Gerd Papke mahnte dagegen die Sicherstellung der „gebotenen Trennung von Regierungs- und Parteiarbeit” an.

"Jemand wollte Berger schaden"

CDU-intern ist das Entsetzen über die Veröffentlichung der belastenden E-Mails zwischen Berger und der Partei groß. „Hier wollte jemand gezielt dem Berger schaden”, heißt es. Die meisten Unionspolitiker gehen davon aus, dass jemand aus eigenen Reihen sich an Berger rächen will, der schon „reichlich verbrannte Erde hinterlassen” habe.

Für die Suche nach dem „Spitzel” wurde das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. Für die SPD ein „Einschüchterungsversuch”. Beim LKA hieß es, man führe „Erhebungen” durch und entscheide am Ende, ob strafrechtlich relevante Sachverhalte vorliegen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bisher nicht. Anzeige sei nicht erstattet worden.

Christoph Meinerz, Theo Schumacher

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Kommentare
10.11.2009
19:18
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von NRW | #16

Boris Berger - die Reinkarnation des Teufels.

Mit dem hat NRW richtig ******* bekommen.

26.09.2009
05:21
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von Unholy | #15

Ist Rüttgers nicht immer wieder sein eigenes Problem selber, stolpert er nicht immer wieder über seine eigene Fallen?

Will er denn noch die Hure von NRW sein?

26.09.2009
04:46
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von dasKollektiv | #14

Wer mal genau Hinschaut, ein ekelhafter Juppi, Ekelhaft, was will die cDU uns Noch bieten? Chefberater Boris Berger verteidigt die Stasi 2.0 Methoden? Ekelhaft, ist diese Person nicht selber für ihre eigene Müllhalde verantwortlich??

25.09.2009
14:34
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von kreutzerin | #13

#12
Darauf wird es wohl hinauslaufen! Und wenn die FDP nicht will, muss Steinmeier die Linken ins Boot holen. Merkel dürfte weg sein.

25.09.2009
14:31
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von lukiluke | #12

Prognose:
cdu: 32
SPD: 26
FDP: 11
Grüne: 12
Linke: 14
Rest: 5

25.09.2009
13:50
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von Stefan.S | #11

Rüttgers der zweite Barschel?
Mein Tipp für die Wahl Lautet:
CDU/CSU 33%
SPD 28%
FDP 13%
Grüne 12%
Linke 10%
Sonstige 4%
Noch jemand hier der Prognosen für die Wahl gibt?

25.09.2009
13:36
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von marwang | #10

das größte problem ist rüttgers selbst nicht mehr wählbar der schlechteste mpt den nrw je hatte

25.09.2009
13:03
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von zynankarlie | #9

Gibt es auch schon R.Kentnisse über die Spinndoktoren in der Staatskanzlei?

25.09.2009
12:41
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von HBAC | #8

Rüttgers ist wirklich lächerlich. Ich wäre sowieso für eine Abschaffung der ganzen Ebene der Landesregierungen. Komunal- und Bundesebene sollte langen. Weniger Bürokratismus, weniger Geldverschwendung in nutzlose Köpfe wie einen Rüttgers und seinen Chefberater, weniger Belastung der Bürger. In vernünftigen Unternehmen werden Managementebenen abgeschafft, das sollte im Staat auch endlich passieren. Nur durch große Veränderungen kann es besser werden.

25.09.2009
12:14
Chefberater wird für Rüttgers zum Problem
von mitdabei | #7

Herr Rüttgers: Es gibt nur noch die Pflicht des sofortigen Rücktritts! Ab jetzt werde ich nie wieder diese christliche Partei wählen.

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