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Lichtverschmutzung

CDU will freien Blick auf die Sterne

24.07.2009 | 15:03 Uhr
CDU will freien Blick auf die Sterne

Düsseldorf. Sie wollen den Menschen den Blick auf den Sternenhimmel zurückgeben: CDU-Politiker aus allen Bundesländern sagen der "Lichtverschmutzung" den Kampf an. Sie fordern Außenbeleuchtungen, die den Himmel weniger aufhellen - auch als Beitrag zum Klimaschutz.

Es geht bei weitem nicht nur um Romantik. Die wissenschaftspolitischen Sprecher aller CDU/CSU-Landtagsfraktionen verlangen in einem gemeinsamen Kommunique von Bund und Ländern konkrete Maßnahmen gegen die zunehmende „Lichtverschmutzung” der Städte.

„Gebt den Menschen den Sternenhimmel zurück”, bringt der Wissenschaftsexperte der CDU im NRW-Landtag, Dr. Michael Brinkmeier, die Forderung auf den Punkt. „Die meisten Kinder im Ruhrgebiet konnten wahrscheinlich noch nie die Schönheit der Sterne erleben”, bedauert Brinkmeier. Grund ist nach Ansicht der Unionsabgeordneten die falsche Beleuchtung von Straßen und Gebäuden, durch die der Nachthimmel künstlich aufgehellt wird. Über den Städten entstehen Lichtglocken.

Sterne sollen junge Menschen inspirieren

Der gute alte Straßenlaternen Pilz ziert die Straßen von Essen-Bergerhausen. Foto: Ulrich von Born

„Dadurch werden Jungen und Mädchen auch um Bildungschancen gebracht”, glaubt der Physiker. Wäre am Abendhimmel das Lichtband aus geschätzten 100 Milliarden Sternen – die Milchstraße – wieder zu sehen, „würde das mehr junge Menschen inspirieren, sich den Naturwissenschaften zu widmen”.

Im Internationalen Jahr der Astronomie treibt Brinkmeier aber nicht nur der Wunsch an, der Menschheit „ein kollektives Gut” zurückzugeben, ohne das die Bestimmung der Zeit und die Erstellung von Kalendern undenkbar gewesen wäre. Der CDU-Abgeordnete sieht den Kampf gegen die Lichtverschmutzung auch als Beitrag zum Klimaschutz. Aus Sicht der Astronomen sind die meisten Lichtquellen zur Beleuchtung von Straßen und Gebäuden einfach schlecht konstruiert. Sie geben einen Großteil des Lichts gen Himmel ab und verschwenden damit unnötig Energie. Brinkmeier: „Effizienter Lichteinsatz ist ein Beitrag zum Stromsparen und damit zur Reduzierung von Kohlendioxid.”

Maximalwerte für Straßenbeleuchtung

„Wir kämpfen gegen dieses Problem seit Beginn des Wirtschaftswunders”, klagt auch Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte Bochum. Als die ersten Leuchtreklamen aufkamen, musste der Verein in den ländlichen Außenbezirk umziehen, um den Himmel weiterhin richtig sehen zu können.

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In ihrem Kommunique fordern die CDU-Politiker den Einsatz von Lichtquellen im öffentlichen Raum, die möglichst wenig Energie gen Himmel verschwenden, einen Verzicht auf Gebäudeanstrahlungen nach 23 Uhr sowie die Festlegung von Maximalwerten für Straßenbeleuchtung. Brinkmeier steht bereits mit Herstellern von LED-Straßenlaternen zur punktgenaueren Beleuchtung in Kontakt. Darüber hinaus hofft er auf die neue Fachhochschule Hamm/Lippstadt, an der sich ein Lehrstuhl der Erforschung effizienter Beleuchtung widmen will – auf dass eines Tages die Sterne am Himmel wieder so klar wie zu Zeiten des großen Astronomen Galileo Galilei zu sehen sind.

Christoph Meinerz

Kommentare
26.07.2009
01:01
CDU will freien Blick auf die Sterne
von dasKollektiv | #76

Prima,
kein Fußball nach 18h mehr, die Kirmes wird auch dunkler und bei der cDU sind eh schon die Lichter aus...

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2009-07-24 15:03
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